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Warum ich es nicht wie George Soros mache und Barrick Gold nicht kaufe

Foto: Franco Nevada Corporation

George Soros, der bekannte Milliardär, der einmal die Bank von England „überfallen” hat, hat einen massiven Betrag auf Gold gesetzt, als er Aktien von Barrick Gold (WKN:870450) für 264 Millionen US-Dollar gekauft hat. Und zwar nach der aktuellen Rally, während der das Edelmetall vom Tief im Dezember um 19 % gestiegen ist. Damit besteht jetzt auch wieder erhöhtes Interesse an diesem illustren gelben Metall. Einige Analysten erwarten schon den Beginn eines neuen Bullenmarktes.

Es ist leicht zu sehen, warum Soros Barrick dafür ausgewählt hat. Barrick verfügt über die niedrigsten nachhaltigen Gesamtkosten unter den großen Goldminenunternehmen und hat seinen massivem Schuldenberg im letzten Jahr fast um ein Viertel reduziert.

Aber trotz seiner prominenten Fürsprache für eine der besseren Aktien im Goldsektor werde ich seinem Beispiel nicht folgen.

Lass mich erklären, warum

Soros wettet darauf, dass die chinesische Wirtschaft vor einer Bauchlandung steht und zusammen mit der erhöhten Volatilität an den Börsen und der globalen wirtschaftlichen Unsicherheit wird das eine weitere Goldrally begünstigen. Eine harte Landung in China wird auch den deflationären Druck weiter erhöhen und damit Gold zu dem perfekten sicheren Vermögenswert machen.

Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren massiven Goldrally ist aber, da sie in den letzten Wochen schon so viel Boden gut gemacht hat, extrem unwahrscheinlich. Das liegt daran, dass es Anzeichen gibt, dass sich die amerikanische Wirtschaft im Laufe des Jahres verbessern wird. Jan Hatzius von Goldman Sachs erwartet, dass der Arbeitsmarkt und der Immobilienbereich sich weiter verbessern.

Daher sind auch weitere Zinserhöhungen wieder auf der Agenda der Fed und die Bondmärkte erwarten eine Zinserhöhung für später in diesem Jahr.

Eine stärkere amerikanische Wirtschaft und höhere Zinsen werden den Dollar stärker machen und damit den Goldpreis unter Druck setzen. Einfach gesprochen, der Dollarkurs und der Goldkurs bewegen sich gegengleich. Je höher der Dollar, desto teurer wird es Gold, das in Dollar gehandelt wird, in anderen Währungen zu kaufen.

Eine stärkere US-Wirtschaft ist auch ein gutes Vorzeichen für wachstumsorientierte Investitionen wie Aktien und macht sie attraktiver als defensive Investitionen wie Gold.

In der Zwischenzeit machen höhere Zinsen Investitionen ohne Renditen wie Gold unattraktiv und setzen den Goldpreis damit noch mehr unter Druck, da die Investoren ihr Geld in Investitionen mit höheren Renditen umschichten.

Darüber hinaus sollte man anmerken, dass höhere Zinsen auch die Kosten für die Goldminen erhöhen, besonders solche wie Barrick, die extrem hohe Schulden haben. Am Ende des ersten Quartals 2016 hatte Barrick fast 9 Milliarden US-Dollar Schulden und zahlte darauf 211 Millionen US-Dollar Zinsen. Jede Zinserhöhung würde die Finanzierungskosten deutlich steigen lassen.

Und was nun?

Man kann Soros den Sachverstand nicht absprechen, aber es ist schwer vorstellbar, warum er in Barrick investiert. Es gibt nicht nur Anzeichen dafür, dass die Goldrally schon bald ihr Ende finden könnte, sondern wenn man sich die Zahlen ansieht, dann habe ich herausgefunden, dass Gold eine der volatilsten Anlageklassen mit der schlechtesten Performance in den letzten 40 Jahren war.

In diesem Zeitraum hat es den TSX Composite Index niemals erreicht und war auch deutlich volatiler. Ich erwarte auch nicht, dass sich das bald ändern wird und das macht Gold zu einem unattraktiven langfristigen Investment.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Matt Smith auf Englisch verfasst und wurde am 20.05.2016 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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