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SolarEdge: Kann SMA Solar auch diesen Angriff abwehren?

Quelle: SMA Solar

Durch seine über lange Jahre dominante Marktposition mit ausgefeilter Technologie und großem Produktionsvolumen war SMA Solar (WKN:A0DJ6J) direkt kaum zu schlagen. Viele Herausforderer mussten aufgeben, darunter selbst Siemens (WKN:723610). Allerdings gibt es immer wieder neuartige Ansätze, um den Pionier anzugreifen, zuletzt durch die Moduloptimierer von SolarEdge (WKN:A14QVM). Obwohl SMA bislang stets effektive Methoden findet, um sich zu behaupten, müssen Anleger aufpassen.

Darum geht’s bei Solarwechselrichtern

Wechselrichter sind eine Wissenschaft. Die möglichen Varianten bei der Auslegung erscheinen unüberschaubar, wobei die Auswirkungen auf die Investitionskosten einer Photovoltaikanlage und die Solarstrom-Erträge immens sind.

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Den geringsten Aufwand verursachen robuste Zentralwechselrichter, bei denen die Leistung aller Module einer Solaranlage in einer Einheit zusammenläuft. Dabei ist jedoch die Energieausbeute nicht so hoch wie sie sein könnte. Um das Maximum aus der Sonneneinstrahlung herauszuholen wäre es nämlich optimal, wenn an jeder einzelnen Zelle ein Schaltkreis für das dezentrale Energiemanagement hängen würde.

Zwischen diesen beiden Extremen haben Ingenieure eine Reihe von innovativen Ideen umgesetzt, die SMA das Leben schwer machen sollen. EnPhase Energy (WKN:A1JC82) etwa ist vor einigen Jahren lautstark mit ihren Modulwechselrichtern angetreten, welche bessere Ergebnisse dadurch versprachen, dass diese an den einzelnen Modulen hängen.

Sie konnten vor allem am Heimatmarkt gute Marktanteile erobern und sind auch weiterhin stark präsent. Allerdings schrieben sie im letzten Jahr saftige Verluste und liegen heute beim Umsatz gegenüber SMA weit zurück. Der Aktienkurs ist von März 2015 bis heute von 15 auf 1,80 US-Dollar abgestürzt.

Das war aber nur ein gewonnenes Gefecht von vielen. Neben schon fast traditionellen Konkurrenten wie Fronius tut sich seit einiger Zeit vor allem die israelische SolarEdge hervor, die mit neuartigen Moduloptimierern große Erfolge feiert.

Der Angriff von SolarEdge

Im gleichen Zeitraum, in dem EnPhase fast 90 % seines Wertes eingebüßt hat, vervielfachte sich die Bewertung von SMA. SolarEdge hingegen erlebte ein wildes Auf und Ab mit zuletzt negativer Tendenz. Die Marktkapitalisierung lag am 17. Mai bei 627 Mio. Euro, was etwa 38 % von SMA entspricht. Ein Jahr zuvor war das Verhältnis noch ziemlich genau andersherum.

SolarEdge ist zumindest kurzfristig von der Krise einiger großer Vertriebspartner in den USA betroffen. Trotz dieser relativen Schwäche sind die Israelis immer noch ein gefährlicher Wettbewerber mit interessanten Innovationen. Zuletzt wurde ein hochintegriertes System vorgestellt, das mit den neuen Powerwall-Speichern von Tesla (WKN:A1CX3T) zusammenarbeitet.

Noch wichtiger aber: Aktuell wird die Fertigung einer neuen Produktgeneration von Wechselrichtern mit der sogenannten HD-Wave-Technologie hochgefahren. Bei stark reduziertem Gewicht soll damit die Effizienz auf ein neues Niveau gehoben werden. SolarEdge ist überzeugt, damit einen Entwicklungssprung realisiert zu haben und hegt entsprechend große Hoffnungen für die Gewinnung von Marktanteilen.

So reagiert SMA auf Angriffe

Wann immer ein Wettbewerber mit einer neuen Idee aufkommt, reagiert das SMA-Management wie mir scheint mit einem trotzigen „wenn’s unbedingt sein muss, können wir das auch“. Nachdem beispielsweise die grundsätzlichen Vorteile von Modulwechselrichtern lange kleingeredet wurden, führte man im Jahr 2011 zunächst im Heimatmarkt von EnPhase ein speziell entwickeltes Konkurrenzmodell ein.

Auch als aus Asien preisgünstige Wechselrichter-Alternativen in den Markt drängten, reagierte SMA nach einiger Zeit: 2013 wurde die chinesische Zeversolar übernommen. Darüber hinaus wurden 2014 im Zuge des vermehrten Aufkommens von großen String- statt Zentralwechselrichtern in Megawattparks entsprechende Geräte von Danfoss in das Programm aufgenommen.

Gegen SolarEdge verteidigte sich SMA lange damit, dass die integrierte Leistungsoptimierung der eigenen Wechselrichter ebenfalls zu „maximalen“ Erträgen bei Verschattungen führen würde. Nachdem unabhängige Studien Gegenteiliges belegten, stieg man kürzlich beim wichtigsten Konkurrenten Tigo Energy ein, der ebenfalls innovative Leistungselektronik auf Modulebene anbietet.

Für zweieinhalb Jahre hat SMA nun die exklusiven Rechte für den weltweiten Vertrieb einer neu entwickelten Nachrüst-Plattform zur Moduloptimierung. Damit hat der Konzern eine perfekte Waffe in der Hand, um SolarEdge in seinem Kerngeschäft richtig einzuheizen. Jetzt muss den Ingenieuren vielleicht nur noch etwas einfallen, um im Laufe des Jahres die HD-Wave-Technologie zu kontern.

Fazit

SMA und SolarEdge gehören klar zu den stärksten Anbietern im Wechselrichtermarkt. Die erbitterten Rivalen erscheinen beide in der Lage, sich langfristig gegen neu aufkommende Konkurrenten behaupten zu können.

Aber auch wenn SMA sich aktuell sehr gut schlägt, müssen wir nicht gleich euphorisch werden. Bei einem erwarteten operativen Gewinn für 2016 von rund 100 Mio. Euro und einem anspruchsvollen Marktumfeld erscheint mir die aktuelle Bewertung ganz schön ambitioniert.

Auf der anderen Seite muss SolarEdge zwar kurzfristig einige Rückschläge verkraften, aber es kann nicht schaden, wenn du den israelischen Wettbewerber mal auf deine Watchlist setzt. Der Kurs könnte durchaus bald wieder nach oben drehen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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