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Wer sind die ganzen Käufer für das Model 3 von Tesla?

Foto: Tesla Motors.

Tesla Motors (WKN:A1CX3T) hat die Bullen und Bären gleichermaßen mit der Reaktion der Kunden auf das neue Model 3 überrascht. Innerhalb von zwei Wochen hatten mehr als 400.000 Leute eine rückerstattbare Anzahlung von 1.000 US-Dollar geleistet, um sich ein Model 3 zu reservieren. Das sind mehr als dreimal so viele Fahrzeuge wie Tesla bisher in seiner ganzen Geschichte gebaut hat.

DIE NACHFRAGE FÜR DAS MODEL 3 HAT DIE ERWARTUNGEN BEI WEITEM ÜBERTROFFEN. BILDQUELLE: TESLA MOTORS.

DIE NACHFRAGE FÜR DAS MODEL 3 HAT DIE ERWARTUNGEN BEI WEITEM ÜBERTROFFEN. BILDQUELLE: TESLA MOTORS.

Aber wer sind all die Leute, die 1.000 US-Dollar auf den Tisch legen, nur um sich einen Platz zu reservieren, um dann ein Auto zu kaufen, das sie erst 2018 kriegen werden? Die Tesla-Kunden scheinen eine bunt gemischte Gruppe zu sein und dieser Mix von verschiedenen Kundentypen könnte auch den langfristigen Erfolg des Model 3 entscheidend mitbestimmen.

Drei unterschiedliche Kunden

Zum größten Teil kann man die Tesla-Kunden in drei Gruppen einteilen. (Natürlich kommt es auch hier zu Überschneidungen zwischen den Gruppen.)

Zuerst einmal die offensichtlichste Gruppe: Die Umweltschützer. Das sind Leute, die die Umwelt so wenig wie möglich belasten wollen und ein Auto kaufen möchten, das so „grün” wie möglich ist. Viele Kunden in dieser Kategorie haben schon einen Toyota (WKN:853510) Prius oder ein anderes Hybridmodell.

Die zweite Gruppe sind die traditionellen Autofans. Tesla hat den Ruf, Autos zu bauen, die mit den besten Sportwägen und Boliden mithalten können. Das Model 3 wird auch ähnlich werden mit einer Beschleunigung von 0 auf 60 Meilen pro Stunde in weniger als 6 Sekunden (das sind 96,56 km/h und es wird wahrscheinlich noch eine Ausführung mit mehr PS geben).

Im Gegensatz dazu braucht der Toyota Prius fast 10 Sekunden, um auf 60 Meilen pro Stunde zu kommen. Das hat sich im Lauf der Entwicklung des Modells auch kaum verändert. Toyota versucht anscheinend nicht, dieses Klientel anzusprechen.

DER TOYOTA PRIUS WIRD WEGEN SEINER LANGSAMEN BESCHLEUNIGUNG VON AUTOFANS GEMIEDEN. BILDQUELLE: THE MOTLEY FOOL.

DER TOYOTA PRIUS WIRD WEGEN SEINER LANGSAMEN BESCHLEUNIGUNG VON AUTOFANS GEMIEDEN. BILDQUELLE: THE MOTLEY FOOL.

Dann gibt es noch die dritte Gruppe: Leute, die ein cooles Auto wollen. Viele Leute in dieser Kategorie sind auch Technikfans. Aktuell ist Tesla der Inbegriff von „cool” und hat in den letzten Jahren auch immer wieder neue Hightech-Funktionen wie den Autopilot und das Luftfiltersystem „bioweapon defense mode” eingeführt.

Dringt Tesla in den Massenmarkt ein?

Viele der Auto- und Technikfans werden vielleicht von vergleichbar teuren Luxusautos und Boliden zu Tesla überlaufen. Kunden, die das Model 3 kaufen, um weniger CO2 zu verursachen, geben wahrscheinlich mehr aus als für ein sparsames Auto wie den Prius.

Dieser Unterschied ist wichtig. Tesla hat im Luxusmarkt zwar noch viel Luft nach oben – die Preise sind deutlich höher und die Konkurrenz ist nicht so groß – aber im Massenmarkt ist nochmal mehr zu holen. In den USA verkaufen sich die beliebtesten Modelle wie der Camry und der Corolla so oft wie das komplette Angebot von Luxusautobauern wie BMW und Mercedes.

Auf den ersten Blick mag das Model 3 auch ideal positioniert sein, um den Massenmarkt zu erobern. Das Startpreis liegt bei 35.000 US-Dollar und liegt etwa beim amerikanischen Durchschnitt von 34.000 US-Dollar. Inklusive Steuererleichterungen könnte der Preis sogar für einige Käufer unter 30.000 US-Dollar fallen.

Ein normales Model 3 wird aber wohl mehr als 40.000 US-Dollar inklusive optionaler Ausstattung kosten und die Steuererleichterung wird in den nächsten Jahren auslaufen. Andererseits liegt der durchschnittliche Preis für Kleinwagen und Mittelklasseautos (dem Massenmarktsegment, in dem das Model 3 direkt antreten wird) bei nur jeweils 20.000 US-Dollar und 25.000 US-Dollar. Das macht den Preisunterschied schon deutlich größer.

Keine eindeutigen Informationen

Bisher gibt es keine eindeutigen Informationen über die Zusammensetzung der Model-3-Kunden. Einerseits hat eine Studie vor zwei Jahren herausgefunden, dass mehr als 15 % der Model-S-Käufer schon einen Toyota besessen hatten. Es waren also viele Leute dazu bereit, das extrem teure Model S zu kaufen, um CO2 zu sparen. Das legt nahe, dass auch viele Leute willens sein werden, für das Model 3 eine Prämie zu zahlen.

Andererseits besaßen mehr als 30 % der Model-S-Käufer in der besagten Studie einen Mercedes, BMW oder Lexus. Es gibt also nicht nur Kunden, die bereit sind, mehr zu zahlen, sondern auch deutlich mehr Tesla-Kunden, die schon Luxus-Kunden waren.

ES WAR KEINE ÜBERRASCHUNG, DASS SICH DAS MODEL S BEI DEN LUXUSAUTOKUNDEN GUT VERKAUFT. BILDQUELLE: TESLA MOTORS.

ES WAR KEINE ÜBERRASCHUNG, DASS SICH DAS MODEL S BEI DEN LUXUSAUTOKUNDEN GUT VERKAUFT. BILDQUELLE: TESLA MOTORS.

Während die amerikanischen Autoverkäufe 2016 weiterhin moderat wachsen, sind die Umsätze der großen Luxusmarken BMW, Mercedes und Lexus gefallen. BMW hat es dabei am schlimmsten erwischt mit einem Rückgang von 9,4 % (Stand Ende April). Es ist noch zu früh, um zu bestimmen, wie viel davon an Tesla verloren wurde, aber die Kombination von schnellem Wachstum bei Tesla und schwachen Verkäufen bei anderen Luxusautoherstellern lässt schon bestimmte Folgerungen zu.

Schließlich hat Tesla noch gemeldet, dass die Vorstellung des Model 3 auch die Nachfrage nach dem Model S und dem Model X angetrieben habe. Wenn die Kunden aber wirklich 100.000 US-Dollar für ein Auto ausgeben, um sich die Wartezeit zu verkürzen, dann brauchen sie offensichtlich das erschwinglichere Modell nicht.

Tesla ist gerade dabei mit dem Model 3 viele Auto- und Technikfans von anderen Autoherstellern zu abzuwerben. Das Model 3 verbindet einen günstigen Preis mit Leistung und Luxus. Ob es aber auch die kostenbewussten Kunden dazu bringen kann, mehr zu bezahlen – besonders da die Steuervergünstigungen auslaufen – bleibt offen.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und wurde am 10.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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