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Die schnelle 5-Punkte-Checkliste für das Investieren in Telekommunikationsaktien

Foto: Pixabay, Hans

Investitionschecklisten können dir auf viele Arten helfen. Sie machen es leichter, offensichtliche Fehler zu vermeiden, helfen dabei, seinen Überzeugungen treu zu bleiben und auf dem riesigen Markt bei wenigen ernsthaften Investmentideen anzukommen.

Hier sind fünf wichtige Punkte, die du bedenken solltest, bevor du Aktien in der Telekommunikationsbranche kaufst. Sie sind nach Wichtigkeit sortiert, damit du keine Zeit damit verschwenden musst, eine Aktie genau zu analysieren, die eine wichtige Anforderung nicht erfüllt.

  1. Ergibt das Geschäftsmodell für dich Sinn?

 Das ist mit Sicherheit der wichtigste Punkt auf der Liste. Das Geschäftsmodell ist nicht nur ein Ausschlusskriterium, es beeinflusst auch, wie du den Rest dieser Checkliste betrachtest.

Sagen wir beispielsweise, dass dein Portfolio unbedingt eine Wachstumsaktie braucht, die in den kommenden Jahren gute Expansionsaussichten hat. Du müsstest dann sofort AT&T (WKN:A0HL9Z) und Verizon (WKN:868402) ausschließen, weil sie stabile Giganten sind, die beschränkte Wachstumspläne haben. Im Gegensatz dazu bleibt T Mobile US (WKN:A1T7LU) dynamisch, weil es sich hier um eine vitale Wachstumsaktie handelt. In den letzten 3 Jahren hat sich der Umsatz von T-Mobile verdoppelt, während Verizons und AT&Ts Zahlen sich nur um jeweils 15 % erhöht haben.

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VZ Umsatz (TTM). Daten durch YCHARTS.

Auf der anderen Seite würden Investoren, die nach stabilen Dividendenzahlern suchen, die gegenteilige Schlussfolgerung ziehen. Verizons Dividendenrendite lag am 19. April bei 4,4 %, was durch rückliegende Freie Cashflows in Höhe von 11,2 Milliarden US-Dollar gesichert wird. AT&Ts Rendite von 4,9 % ruht auf jährlichen Cashflows in Höhe von 15,9 Milliarden US-Dollar. T-Mobile hat 1,3 Milliarden US-Dollar an Freien Cashflows in den letzten Jahren verbrannt und zahlt gar keine Dividende.

Alle drei Aktien haben vielleicht einen Platz in deinem Portfolio. Du musst die Regeln jedoch gleich festlegen – die Unternehmen müssen eine echte Strategie haben, um die Ziele zu erreichen, die du dir erhoffst.

Verizon setzt auf seine kabellosen Netzwerkoperationen in Nordamerika. Nach der vollen Kontrolle dieses Vermögenswerts und dem Verkauf der Festnetzoperationen sucht AT&T nach Wachstum durch Akquisitionen und wird als nächstes nach Südamerika vordringen. Ergeben diese Pläne für dich Sinn? Gut, dann kannst du weiter machen. Falls nicht, such nach einem anderen Unternehmen.

T-Mobile nennt sich selbst den „Un-Carrier“ und hofft damit, Millionen kabellose Abonnenten anzuziehen, indem es seinen eigenen Weg verändert. In den Augen von Magenta sind etablierte Geschäftspraktiken dazu da, überworfen zu werden. Die Strategie war bisher effizient, aber auch teuer. Ist Cashburn für dich in Ordnung, um eine größere operative Plattform für die Zukunft zu schaffen? Falls ja, hat T-Mobile diesen ersten Test bestanden.

  1. Wächst das Unternehmen schnell genug?

Auch hier muss die Antwort auf deine Frage deinen Erwartungen am Anfang entsprechen.

Sicher wachsen T-Mobiles Umsätze viel schneller als die von AT&T und Verizon. Das Magenaa-Netzwerk hat auch seine Abonnentenzahlen von 33,3 Millionen auf 63,9 Millionen über den gleichen Zeitraum erhöht – ein Anstieg um 90 %. In der Zwischenzeit hat Verizon seine Abonnentenzahlen um 22 % erhöht und AT&Ts kabelloses Geschäft wuchs um 20 %.

T-Mobile wächst also wegen seiner „Un-Carrier“-Strategie – aber halten die Zahlen mit?

Vergiss nicht, dass das eine teure Taktik ist. Es geht darum, jetzt viel zu zahlen, um langfristig eine große und stabile Plattform zu schaffen. Dabei hat T-Mobile die Analystenziele, was Gewinne und Umsatz angeht, oft verfehlt. Ist das gut genug?

Was Verizon und AT&T angeht, wachsen ihre Umsatzströme vielleicht langsamer, sind dabei aber viel vorhersehbarer. Manchmal ist das alles, was man sucht.

  1. Kann das Unternehmen mit seinen Schulden umgehen?

Sei dir sicher – jedes ernsthafte Telekommunikationsunternehmen hat hohe Schulden.

T-Mobiles aktuelle Schulden liegen bei 29 Milliarden US-Dollar. Wenn man liquide Mittel und Verbindlichkeiten einbezieht, liegt der Wert des Unternehmens 68 % über der Marktkapitalisierung.

Verizon hält Schulden in Höhe von 110 Milliarden US-Dollar und AT&Ts Schulden liegen bei 130 Milliarden US-Dollar. Beide Unternehmen haben Geschäftswerte, die ungefähr 50 % über ihrer guten alten Marktkapitalisierung liegen.

Man kommt um Schulden nicht herum, wenn man ein landesweites Netzwerk betreibt. Das ist der Fall für sowohl Funk- als auch Festnetzanbieter.

Um eine bessere Perspektive auf die Schulden zu gewinnen: Verizon hat in seinem jüngsten Quartal 12 % seiner Gewinne vor Einkommen und Steuern für Zinszahlungen ausgegeben. Bei AT&T lag dieses Verhältnis bei 15 %. T-Mobiles Schulden sind geringer, aber das sind auch seine Profite. In diesem Fall lag das Verhältnis bei haarsträubenden 58 %.

Das ist ein weiteres potenzielles Risiko. Wenn du nach Stabilität suchst, brauchst du hier einen geringen Wert. Für Wachstumsaktien wie T-Mobile ist ein höheres Verhältnis vielleicht akzeptabel – aber dieser Schritt wird dich an das Pleitepotenzial hier erinnern.

  1. Passt sich das Management an die sich wandelnde Telekommunikationsbranche an?

Vor zehn Jahren gab es keine Smartphones. Zehn Jahre davor gab es nur Festnetzanschlüsse. Man kann nicht sagen, wie die Branche 2026 aussehen wird, aber du solltest sicherstellen, dass das Unternehmen, in welches du investieren möchtest, ein Teil dieser unbekannten Zukunft sein will.

Es gibt verschiedene Strategien

  • AT&T scheint darauf zu setzen, seinen Weg in die Zukunft zu kaufen, was einen sensationellen Einstieg in den Satellitenfernsehen-Markt mit DirecTV einschließt.
  • Verizon setzt auf sein eigenes Funknetzwerk. Verschiedene Versuche auf Medienabonnentenmärkten haben versagt. Es für mich ist unklar, wie das Unternehmen langfristig relevant bleiben möchte.
  • T-Mobile ist mehr als glücklich, den Schwingungen des Markts zu folgen. Das führt so weit, dass es oft den Weg der Branche vorgibt. Von vertragslosen Plänen bis zu erstatteten Kündigungsgebühren und Verlängerungsdaten haben wir viele neue kabellosen Eigenschaften gesehen, die ihr Debüt bei T-Mobile hingelegt haben, bevor die anderen Großen folgten.

Der Große Rote kommt mit einem Warnsignal. AT&Ts Strategie ist vielleicht nicht narrensicher, aber sie zeugt von dem Willen, Dinge zu erledigen. T-Mobile besteht diesen Test mit Bravour.

  1. Ist diese Aktie den gegenwärtigen Preis wert?

 Letztendlich zählt nichts davon, wenn die Aktie heute zu teuer ist.

Aus populärer Sicht sieht T-Mobile unglaublich teuer aus. Der Aktienkurs hat sich in drei Jahren fast verdreifacht, womit das KGV bei dem teuren 24-fachen seiner zukünftigen Gewinne liegt. AT&T und Verizon liegen hier ungefähr bei dem 13-fachen. Wenn man hier aufhört, sehen die Branchengiganten wie die offensichtlichere Wahl aus.

Aber die Dinge ändern sich, wenn du weiter schaust.

T-Mobiles Geschäftsbewertung liegt bei dem 7-fachen seiner zurückliegenden EBITDA-Gewinne (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) und damit zwischen seinen beiden größeren Rivalen. Achtet man auch auf das erwartete Wachstum, haben Verizon und AT&T Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnisse von über 2,6, während T-Mobile bei 1,0 liegt. Als kleine Erinnerung: Werte in der Nähe von 1 deuten auf einen fairen Wert hin, wenn man den Ausblick auf das erwartete 5-Jahres-Wachstum betrachtet – höhere Werte sind schlechter.

Damit sind wir wieder am Anfang. Laut diesen Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnissen sind sich Analysten einig, dass weder AT&T noch Verizon ihre gegenwärtigen Preise verdient haben und den Markt in den nächsten fünf Jahren unterbieten sollten. T-Mobile schließt hingegen befriedigend ab. Du stimmst vielleicht nicht der Wall Street zu, aber Analystenberichte sind auf jede Aktie und jedes Geschäftsmodell angepasst.

Die nächsten Schritte

Du solltest die Liste als Ausgangspunkt sehen und sie deinen Fähigkeiten und Bedürfnissen anpassen. Eine Standardformel gibt es in Investmentkreisen nicht. Wenn du diese fünf Punkte beachtest, bist du aber immerhin in der Lage, weiter in den Telekommunikationssektor vorzudringen.

Nach diesem schnellen Überblick würde ich sagen, dass T-Mobile wie ein interessantes Wachstumsspiel aussieht. Verizon ist bei Schritt vier ausgeschieden und AT&Ts langfristiger Wert sieht am Ende fraglich aus.

Stimmst du zu? Nicht? Teile deine Ansichten in den Kommentaren.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Verizon Communications.

Dieser Artikel wurde von Anders Bylund auf Englisch verfasst und am 19.4.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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