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Vorzugsaktien oder Stammaktien – was ist besser für wen?

Foto: pixabay

Bei einer Investition in eine Aktiengesellschaft stellt sich manchmal die Frage, ob man Stamm- oder Vorzugsaktien kaufen sollte. Die beiden Aktienarten entscheiden sich in einem wesentlichen Punkt: dem Stimmrecht. Aber daneben gibt es noch ein paar Feinheiten zu beachten, die für Investoren wichtig sein können.

Was unterscheidet Stamm- von Vorzugsaktien?

Der wesentliche Unterschied ist, dass Vorzugsaktionäre kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung haben. Als Kompensation dafür erhalten sie eine höhere Dividende als die Stammaktionäre. Wie viel mehr sie erhalten, ist von Unternehmen zu Unternehmen und von Jahr zu Jahr verschieden. Leider ist bei etlichen Gesellschaften in den letzten Jahren der Abstand zwischen der Dividende für die Stammaktie und der Vorzugsaktie zunehmend geschmolzen.

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Das wird aber dadurch ausgeglichen, dass die Dividendenrendite oft besser ist. Denn der Kurs der Vorzugsaktien liegt bei Unternehmen, die beide Aktiengattungen haben, meistens deutlich unter denen der Stammaktien. Derzeit (09.04.2016) beträgt zum Beispiel der Abstand 13,6 % bei VW (WKN:766403) und 13,2 % bei BMW (WKN:519003). Natürlich nützt das alles nichts, wenn, wie bei VW zu erwarten, gar keine Dividende ausgeschüttet wird.

Wenn die Stämme ausschlagen

Eigentlich müssten Vorzugs- und Stammaktien in etwa den gleichen Wert haben. Denn sie entsprechen dem gleichen Anteil am Grundkapital der AG. Trotzdem entwickeln sich die Kurse der beiden Aktienarten an der Börse oft unterschiedlich. Das liegt daran, dass nur die Stammaktien für den Einfluss auf das Unternehmen von Bedeutung sind. Deswegen steigen die Kurse der Stammaktien besonders im Vorfeld einer Übernahme. Denn der potenzielle Käufer will ja die Mehrheit der Stimmrechte auf sich vereinigen, um in der Firma das Sagen zu haben.

Das war gut zu sehen, als Porsche (WKN: PAH003) versuchte VW zu übernehmen. Auf bis zu 1.000 Euro schoss der Kurs der Stammaktie im Oktober 2009, während der Kurs der Vorzugsaktie nur so dahindümpelte. Eine derart krasse Spekulationsblase sieht man nicht oft. Aber es kam dann bekanntlich anders, VW übernahm Porsche und der Kurs der Stammaktie brach ein.

Der Vorteil der Vorzüge

Nicht nur die höhere Dividende spricht für die Vorzugsaktie. Sie sind auch interessant, wenn sie es anstatt der Stammaktien in einen Börsenindex schaffen. Je bekannter der Index, desto besser für die Aktie. Denn die passiv investierenden Fonds, die den entsprechenden Index nachbilden, müssen die entsprechenden Aktien ins Portfolio aufnehmen.

Doch auch eine Spekulationskomponente enthält die Vorzugsaktie. Zunehmend werden Vorzugsaktien in Stammaktien umgewandelt. Das ist für ausländische Investoren besser zu akzeptieren, da sie diese Besonderheit der deutschen Aktienkultur mit den verschiedenen Aktiengattungen von ihren Heimatmärkten nicht gewohnt sind. Und auch für das Unternehmen ist es einfacher, nur eine Aktienart gelistet zu haben. Da bei der Umwandlung die Inhaber der Vorzugsaktien zustimmen müssen, wird ihnen der Tausch gegen stimmberechtigte Stammaktien oft durch die Zahlung einer großzügigen Umwandlungsprämie schmackhaft gemacht.

Welche Aktienart für wen

Stämme sind interessant, wenn du eine Übernahmeschlacht erwartest und dich an der Spekulation beteiligen willst. Natürlich brauchst du auch Vorzugsaktien, wenn du die Absicht hast, auf der Hauptversammlung aufzutreten und „denen da oben“ einmal die Meinung zu geigen.

Vorzüge sind interessant als Dividendenbringer. Wer sich dessen bewusst ist, dass sein Mikroanteil am Unternehmen ihm sowieso keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik gestattet und sich auch nicht an Spekulationen beteiligen will, der fährt in der Regel besser mit der Vorzugsaktie.

Häppchen gibt’s immer

Übrigens: Wer sich das Theater der Hauptversammlung mit den dazugehörigen Häppchen nicht entgehen lassen will, muss kein Stammaktionär sein. Eingeladen zum jährlichen Aktionärstreffen werden alle Anteilseigner – nur abstimmen dürfen eben nur die Besitzer der Stammaktien.

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Der Autor besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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