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Bombardier ist andauernd von Verspätungen geplagt. Lass die Finger von dieser Aktie!

Foto: Pixabay, Armelion

Viele Anleger sind in der Lage, kleine Summen in beträchtliche Gewinne zu verwandeln, da sie erkennen, wenn ein Unternehmen fälschlicherweise unterbewertet ist. So könnte man beispielsweise auch von Bombardiers (WKN:866671) niedrigem Aktienkurs von 1,28 US-Dollar leicht ins Schwärmen geraten.

Aber ich spreche die dringende Warnung aus, sich nicht von Bombardiers möglichem Potenzial blenden zu lassen, da es — einfach ausgedrückt — keinen Grund dafür gibt. Dies klingt zwar etwas harsch, aber lass mich dir das erklären.

Bombardier hat seit je her Probleme mit seinem CSeries-Programm. Vor allem Verzögerungen mit der Auslieferung des neuen Jets plagten das Unternehmen. Hinzu kommt, dass das Budget das eine um das andere Mal gesprengt wurde. Heute hinkt Bombardier zwei Jahre hinter seinem Plan hinterher und hat zusätzliche zwei Milliarden US-Dollar investieren müssen, um die CSeries auf den heutigen Stand zu bringen.

Nun gibt es viele Investoren, die die Ankündigung von Air Canada über die Absicht, 45 CSeries-Jets zu kaufen, wenn die Flugzeuge endlich in Betrieb gehen, hochjubeln. Das sind sicherlich gute Nachrichten, aber solange die Flugzeuge nicht ihren Dienst bei Air Canada angetreten haben, fällt es mir schwer, optimistisch zu bleiben.

Darüber hinaus verliert das zentrale Verkaufsargument der CSeries zunehmend an Bedeutung. Als der Ölpreis bei über 100 US-Dollar je Barrel lag, war die CSeries attraktiv, da das Flugzeug äußerst kraftstoffsparend ist. Bei den aktuellen Ölpreisen fällt dieses Verkaufsargument jedoch kaum ins Gewicht. Airlines profitieren gerade von tiefen Ölpreisen und verzeichnen erhöhte Gewinnmargen.

Ich sage nicht, dass kein Deal mit Air Canada zu Stande kommen wird, aber eine Kaufabsicht unterscheidet sich doch stark von dem tatsächlichen Austausch von Waren und Geld. Solange es nicht dazu gekommen ist, gibt es nicht wirklich viel Gutes zu berichten. Außerdem würde diese Bestellung lediglich den Auftrag von Republic Airways ersetzen, das vereinbart hatte, 40 Flugzeuge zu kaufen und dann aber Konkurs anmelden musste.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen: Bombardiers Gewohnheit, sich zu verspäten, greift nun auch auf andere Geschäftsbereiche des Unternehmens über. Bei all den Problemen mit der CSeries hatten Investoren bei der bisher tadellosen Eisenbahn-Sparte des Unternehmens immer ein gutes Gefühl. Leider verzeichnet nun Bombardier auch dort Geschäftseinbußen.

In Toronto sollte Bombardier 80 neue Straßenbahnen an die Torontoer Verkehrsbetriebe TTC ausliefern. Zum aktuellen Zeitpunkt wurden weniger als 20 Züge ausgeliefert. Bis Ende dieses Jahres sollen insgesamt 54 Bahnen an die TTC übergeben werden; das wären dann immer noch 26 weniger, als es jetzt schon hätten sein müssen. Um zu gewährleisten, dass sein aktueller Fuhrpark betriebsbereit ist, musste das TTC 30 Mio. US-Dollar auf den Tisch legen. Nun könnte das TTC diesen Betrag von Bombardier einfordern.

Und das waren noch nicht einmal die schlechtesten Nachrichten… Im Juni 2011 hat Bombardier einen Auftrag über die Aufrüstung des automatischen Zugsteuerungssystems der Londoner U-Bahn erhalten. Dieser Vertrag sollte bis 2018 gegen eine Bezahlung von 670 Mio. US-Dollar erfüllt werden. Wie aber die Londoner Stadtregierung mitteilte, war dieser Vertrag bisher ein „einziges Desaster“.

London hat Bombardier 155 Mio. US-Dollar zur Auflösung des Vertrags gezahlt. In der Geschäftswelt möchte man aber unter keinen Umständen zeigen, dass man nicht in der Lage ist, eine Sache durchzuziehen. Der Ruf ist entscheidend. Momentan hat Bombardier den Ruf, sich immer wieder zu verspäten.

Ich könnte natürlich auch falsch liegen und vielleicht wird Bombardier mit seiner CSeries, seinem Deal mit der TTC und auch in anderen Geschäftsbereichen äußerst erfolgreich sein. Aber in Anbetracht der knallharten Konkurrenz aus China in der Eisenbahn-Branche und dem großen Wettbewerbsmarkt in der Flugzeug-Industrie bleibe ich bei folgender Aussage: Vermeide Bombardier und investiere dein Geld in Unternehmen, die Versprechen halten können.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Jacob Donnelly auf Englisch verfasst und am 11.04.2016 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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