The Motley Fool

Warren Buffett über Aufschwünge, Blasen und Crashes

Quelle: The Motley Fool.

Kluge Leute streiten sich immer noch darum, was die Große Depression vor fast 90 Jahren verursacht hat. Aber so ist das mit schweren Rezessionen. Das Verlangen, jemandem die Schuld für solche Tragödien zu geben – und das Verlangen, die Schuld von sich zu weisen – machen diese Debatten aber weniger objektiv, als wir uns das wünschen würden.

Eine Möglichkeit, um den Sinn darin zu finden, besteht darin, die verschiedenen Geschichten der Beteiligten zusammenzufügen. Die Regierung hat das vor sechs Jahren versucht, als das Financial Crisis Inquiry Committee geschaffen wurde, das dutzende von Bankern, Mitarbeiter der Behörden, Top-Investoren und Politiker interviewt hat, um herauszufinden, was passiert ist.

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Einer, den das Komitee interviewt hat, war Warren Buffett. Das Interview fand 2010 statt, aber die Transskription wurde erst letzte Woche publik gemacht.

Die kann jetzt jeder lesen. Sie umfasst 103 Seiten und ist total faszinierend.

Daher habe ich einige der Stellen herausgepickt, die mir am besten gefallen haben. Die Zitate sind leicht verändert, um sie etwas leichter verständlich zu machen.

Buffett über…
… was die Immobilienblase verursacht hat:

„Der Grund, wie Sie wissen, liegt in der Psychologie. Es herrschte der Glaube, dass die Immobilienpreise nicht fallen könnten und wirklich jeder verfiel dieser Idee. Aber das ist der einzige Weg, wie man zu so einer Blase kommt, wenn ein hoher Anteil der Bevölkerung eine Prämisse glaubt, die ursprünglich mal vernünftig war. Das ist sehr interessiert, wie sich das entwickelt.

Die ursprüngliche Prämisse wird im Lauf der Zeit immer mehr verzerrt und die Leute vergessen den Ursprung und konzentrieren sich nur noch auf die Kursentwicklung. Daher kamen die Investoren in den Medien, die Hypothekenbanker, die amerikanische Öffentlichkeit, ich, mein Nachbar, die Ratingagenturen, der Kongress, und alle anderen – sie kamen alle auf die Idee, dass die Immobilienpreise nicht deutlich fallen könnten. Und da es ein großer Vermögenswert in unserem Land ist und einer, den man leicht beleihen kann, schuf das die wahrscheinlich größte Blase in der Geschichte.“

… über Blasen:

„Mein ehemaliger Boss. Ben Graham, hat eine Beobachtung gemacht, die er mir vor etwa 50 Jahren mitgeteilt hat und die mir wirklich im Gedächtnis geblieben ist und jetzt sehe ich die Beweise dafür. Er hat gesagt: „Mit vernünftigen Voraussetzungen kann man viel mehr Probleme bekommen als mit falschen Voraussetzungen.“

Wenn jemand also mit der Prämisse arbeitet, dass der Mond aus grünem Käse oder einem ähnlichem Material wäre, dann ist das lächerlich. Wenn man aber davon ausgeht, dass sich Aktien historisch besser entwickelt haben als Anleihen [und die Geschichte zeigt, dass das der Fall ist, dann investieren die Leute auch.]

Das war auch der Grund für die Aktienblase 1929. Die Leute dachten, Aktien würden sich wunderbar entwickeln und sie vergaßen die Beschränkungen der ursprünglichen Prämisse. Nach einer Weile wird diese ursprüngliche Prämisse vergessen und das stellt den Anfang dessen dar, was sich dann zu einer Blase entwickelt. Dann gehen die Preise nur noch nach oben.

Dasselbe ist auf dem Immobilienmarkt passiert. Es ist eine absolut vernünftige Prämisse, dass Immobilien im Lauf der Zeit an Wert gewinnen, denn der Dollar verliert ja im Lauf der Zeit an Wert und ein Haus, das man vor 40 Jahren gekauft hat, ist heute mehr wert als damals.

Da 66 oder 67 Prozent der Leute ihr eigenes Haus wollen, weil man es auch beleihen kann, die Leute davon träumen und wirklich daran glauben, dass ein Haus nur an Wert gewinnt, kaufen sie so bald wie möglich. Und das ist auch sehr vernünftig gedacht. Aber sobald diese Idee genug Rückenwind bekommt, die Preise steigen und die ursprüngliche Idee dahinter vergessen wird, dann bekommen wir das, was wir 1929 gesehen haben.

Beim Internet war es das Gleiche. Das Internet hat unser Leben verändert. Aber das bedeutet nicht, dass jedes Unternehmen[, das an die Börse gehen könnte,] gleich 50 Milliarden US-Dollar wert sein würde.

Die Preisentwicklung wird für die Leute hierbei so wichtig, dass es die Kontrolle über ihr Denken übernimmt. Weil Immobilien der größte einzelne Vermögenswert waren mit etwa 22 Billionen US-Dollar. Das ist riesig. Und die Leute verstehen vielleicht nicht, wie Aktien funktionieren oder Tulpen, aber sie verstehen Häuser. Und mit dieser [einfachen] Finanzierung konnte man sich bis über beide Ohren verschulden. Das schuf eine Blase, wie wir sie nie zuvor gesehen hatte. Ich wünschte, ich hätte das schon 2005 verstanden.

… über Schulden und Risiken:

„Dabei kommt es auf die allgemeine Verschuldung an. Wenn man keine Schulden hat, dann gibt es auch keine Probleme. Das ist die einzige Möglichkeit, wie ein kluger Mensch pleite gehen kann. Es ist, wie ich immer sage: „Wer klug ist, braucht das nicht und wer dumm ist, sollte keine Schulden machen.“

… über die Psychologie von Bullenmärkten:

„Wenn dein Nachbar einen Haufen Geld mit Internetaktien gemacht hat und deine Frau sagt, du bist klüger als er und er ist reicher als du, warum machst du das nicht auch? …

Die Leute in diesem Land müssen nicht dazu ermuntert werden zu zocken, aber sie haben diesen Instinkt – und wir sprechen hier von wirklich vielen Leuten – sie fühlen sich dazu ermutigt, wenn sie den Erfolg bei anderen sehen. Und das ist der Grund, warum im Kasino das Geklingel losgeht, wenn jemand den Jackpot knackt.“

… über Unternehmen, die Ergebnisse versprechen:

„Immer wenn eine große Finanzinstitution anfängt, regelmäßige Gewinnsteigerungen zu versprechen, dann bedeutet das Ärger, wissen Sie? … Wenn die Leute so denken, dann werden sie auch Dinge tun – vielleicht in der Buchhaltung – die ich als unvernünftig bezeichnen würde.“

… über den Unterschied zwischen Investieren, Spekulieren und Zocken:

„Das ist eine schwierige Definition. Genau wie Pornographie und das dazugehörige Zitat dazu.

Ich sehe das im Zusammenhang mit den Absichten einer Person. Eine Investition ist meiner Meinung nach eine Handlung, bei der man sich den Vermögenswert ansieht, um die Entscheidung zu treffen, ob man jetzt Geld investiert, um später etwas mehr zurückzubekommen. Man sieht sich also ein Mietshaus, eine Aktie, einen Bauernhof an und was produziert wird. Es kommt dabei nicht auf den angebotenen Preis an. Du investierst praktisch jetzt etwas, um später mehr aus dem Betrieb des Vermögenswertes zu bekommen.

Spekulation würde ich als ein Handeln definieren, das mehr auf die Preisentwicklung einer Aktie konzentriert ist. Dabei denkt man, dass die Quartalsgewinne steigen werden oder es einen Split geben wird oder was auch immer, oder die Dividende erhöht wird – aber man schaut dabei nicht auf den Vermögenswert selbst.

Dabei kommt es darauf an, ob es einem wichtig ist, ob die Börse geöffnet hat oder nicht. Wenn ich eine Aktie kaufe, dann ist es mir egal, ob sie die Börse morgen für ein paar Jahre schließen, denn ich möchte ja, dass das Unternehmen in Zukunft Gewinne für mich produziert.

Wenn es mir wichtig ist, dass die Börse morgen offen ist, dann bin ich zu einem gewissen Grad schon ein Spekulant, denn ich denke ja darüber nach, ob der Kurs morgen steigen wird oder nicht. Ich weiß aber nicht, ob der Kurs steigen wird.

Zocken würde ich als eine Transaktion bezeichnen, die nicht zwingend Teil des Systems sein muss. Ich meine, wenn ich auf ein Footballspiel setzen will, dann ist das Spiel nicht davon abhängig, ob ich wette oder nicht.“

… darüber, den Höhepunkt einer Blase zu erkennen:

„Wenn man 2005 oder 2006 wie Cassandra gewesen wäre und die Immobilienpreise steigen weiter während die Leute einfach nicht zuhören. Zufälligerweise sind auch viele dieser Crashpropheten verrückt. Das ist eine Randerscheinung.“

… über die Regulierungsbehörden und die Verhinderung von Blasen:

„Wenn Freddie und Fannie gesagt hätten, ‚Wir akzeptieren nur Hypotheken mit einer Anzahlung von 30 Prozent, bestätigtem Einkommen und die Zahlungen dürfen nicht mehr als 30 Prozent des Einkommens betragen“, dann hätte das die Blase aufgehalten. Aber wer kriegt das schon hin? Ich denke, wenn man das als Handlungsempfehlung für künftige Hypothekendienste gibt, dann sollte man sich besser eine ungelistete Telefonnummer suchen.“

… über die hohen CEO-Gehälter:

„Das ist absolut verständlich. Man hat einen CEO, dem seine Entlohnung enorm wichtig ist. Man hat ein Komitee, das sich für ein paar Stunden trifft. Dann hat man einen Vizepräsident für Human Resources, der für den CEO arbeitet, der vielleicht noch einen Berater vorschlägt – ein drakonischer Berater wird dabei nicht engagiert werden.

nd dann hat man den Vergleichsfaktor und der Vorstand sagt: „Wir haben keinen vom unteren Ende des Spektrums angeheuert, daher werden wir ihn auch nicht am unteren Ende des Gehaltsspektrums ansiedeln und wir werden ihn auch nicht auf die nächsthöhere Gehaltsstufe stellen. Und so steigt die Entlohnung immer weiter.“

… über den Betrug, der zur Krise geführt hat:

„Da war offensichtlich viel Betrug im Spiel. Auf Seiten der Kreditnehmer und auf Seiten der Zwischenmänner in einigen Fällen. Aber man sollte kein System haben, das vom Ausbleiben von Betrugsfällen abhängig ist. Denn so etwas wird immer passieren.“

… über die Zukunft:

„Es wird in Zukunft weitere Blasen geben, ich meine, das steht außer Frage.“

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Dieser Artikel wurde von Morgan Housel auf Englisch verfasst und wurde am 18.03.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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