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Ist VW jetzt ein Kauf?

Foto: Pixabay, Mahal

Ist die arg gebeutelte Aktie von Volkswagen (WKN:766400) jetzt ein Kauf? Ich habe in einem kürzlich erschienen Artikel besprochen, ob die Aktien von VW inzwischen weit genug gefallen sind, um sie als billig zu bezeichnen. (Kurz gesagt: Bis wir mehr über die Kosten des Skandals wissen, ist das schwer zu sagen.)

Aber selbst wenn die Aktie billig – oder zumindest guten Wert fürs Geld bietet – ist VW, so wie das Unternehmen heute ist, mit allem, was wir über den Skandal wissen und nicht wissen, ein guter Kauf im Sinn von Warren Buffett? Ist VW ein Unternehmen, das wir auch besitzen wollen?

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VW CEO MATTHIAS MÜLLER HAT SEIT SEINER AMTSÜBERNAHME IM LETZTEN HERBST VIELVERSPRECHENDE DINGE GESAGT. ABER SECHS MONATE SPÄTER FÄLLT ES SCHWER ZU SAGEN, OB AUF SEINE WORTE AUCH TATEN FOLGEN WERDEN. BILDQUELLE: VOLKSWAGEN.

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Ist VW ein gutes Geschäft?

Es besteht kein Zweifel daran, dass VW einer der ganz großen in einem wichtigen Industriezweig ist. Nur Toyota hat im letzten Jahr mehr Fahrzeuge verkauft. Darüber hinaus ist VW auch bei weitem Marktführer im Bereich Neuwagen in Europa und das massive Geschäft in China wurde letztes Jahr auch nur von General Motors (WKN:A1C9CM) getoppt – und es war wirklich knapp.

Wenn wir jetzt eine Investition in einen traditionellen Autohersteller in Erwägung ziehen, dann müssen wir uns Sorgen um eine potenzielle Revolution machen. Es besteht kein Zweifel, dass bei all den Neuerungen — selbstfahrende Autos, Carsharing-Dienste, die es überflüssig machen, selbst ein Auto zu besitzen und ein weltweites Umdenken hin zu Elektroautos — zumindest ein paar der traditionellen Autobauer auf der Strecke bleiben werden.
Aber wie gesagt, es werden nicht alle davon betroffen sein. Ich glaube, die großen Autobauer, die aggressive Schritte unternehmen, um neue Technologien und Geschäftsmodelle anzunehmen, werden auch weiterhin Gewinne machen.

AUDI PLANT DIESEN VOLLELEKTRISCHEN SUV 2018 AUF DEN MARKT ZU BRINGEN. ER WIRD DIREKT MIT DEM MODEL X VON TESLA IM WETTBWERB STEHEN. BILDQUELLE: VOLKSWAGEN.

In dieser Hinsicht ist VW ziemlich gut im Rennen. CEO Matthias Müller hat die bereits hohen Investitionen in batterieelektische Autos erhöht. Es sieht so aus, als würde das Tochterunternehmen Audi (WKN:675700) der erste Autobauer sein, der Tesla (WKN:A1CX3T) 2018 im Premiumsegment mit einem elektrischen SUV direkt herausfordern wird.

Audi investiert wie seine Konkurrenten auch bedeutende Mittel in selbstfahrende Autos und soll ein System mit beschränkter Funktionalität im nächsten Jahr auf den Markt bringen.

Ist VW gut gemanagt?

Ich persönlich zögere immer, bevor ich in ein Unternehmen investiere, außer ich bin ziemlich zuversichtlich, dass das Management auch gut ist. Und um ehrlich zu sein, dann steht hier das Urteil noch aus.

Fast sieben Monate nach den Vorwürfen der EPA gegen Volkswagen hat das Unternehmen den 600.000 betroffenen Autobesitzern in den USA noch nicht mitgeteilt, wie ihre Autos repariert oder ersetzt werden sollen. VW erwartet auch ein massives Gerichtsverfahren vom amerikanischen Justizministerium, was mehr als 40 Milliarden US-Dollar kosten könnte – diese Klage scheint eingereicht worden zu sein, nachdem die Behörden mit der Aufsässigkeit und Verschleppungspolitik von VW in den Verhandlungen die Geduld verloren hatten.

BILDQUELLE: VOLKSWAGEN.

Die amerikanischen VW-Händler sind auch erzürnt, ob der mangelnden Reaktion auf den Skandal seitens des Konzerns. Der US-Markenchef von VW, Michael Horn, hatte den Respekt der Händler gewonnen, indem er einfach ihre Interessen vertreten hatte – aber letzte Woche verließ Horn aus unbekannten Gründen überraschend das Unternehmen.

Alles zusammen legt das nahe, dass die Führung von Volkswagen immer noch Probleme hat, eine gemeinsame Linie zu finden, die es dem Unternehmen erlauben wird, in die Zukunft zu blicken. Das ist nicht besonders vertrauenserweckend.

Die Antwort: Ist VW jetzt ein Kauf?

Ich habe keine Angst, Autohersteller zu kaufen und auch nicht, ein Unternehmen mit Problemen zu kaufen, das gerade die Gunst des Marktes und der Medien verloren hat. Das habe ich beides schon zuvor getan – mit Gewinn – und werde es auch wieder tun. Aber im Fall von VW, gefällt mir das alles aus zwei Gründen nicht.

Erstens weiß ich nicht, ob der aktuelle Kurs billig, fair oder überteuert ist, weil ich keine Ahnung davon habe, was dieser Schummelskandal kosten wird. Wird VW 10 Milliarden oder mehr an Strafen zahlen müssen und nochmal dasselbe, um zehntausende von Autos zurückzukaufen? Wird die Marke langfristige Schäden davontragen?

Wird China Gründe finden, um den Wolfsburgern das Leben schwer zu machen? Werden wichtige Ingenieure oder Manager aus dem Unternehmen gedrängt (bei einigen war das schon der Fall) – oder schlimmer ins Gefängnis gehen?

Das wissen wir alles nicht. Und damit kommen wir zu meinem zweiten Punkt: Wenn wir uns das seltsame Verhalten gegenüber den Behörden, Kunden und Händlern auf der ganzen Welt ansehen, dann hat man den Eindruck, das Unternehmen würde auf höchster Ebene nicht funktionieren.

Um fair zu sein, Müller hat den Job ein paar Tage nach Bekanntwerden den Skandals bekommen. Er hat inzwischen Schritte unternommen, um aufzuräumen, mehrere Top-Manager ersetzt und das Organigramm verschlankt.
Aber inzwischen hatte er ein halbes Jahr zur Verfügung und von außen scheint das alles immer noch ein heilloses Durcheinander zu sein. Ich möchte nicht ausschließen, dass die Verhandlungen hinter geschlossenen Türen zu einem Ergebnis führen, das Behörden und Kunden zufriedenstellen wird und VW den Weg in die Zukunft ebnet.

Wenn das eintreten sollte, dann wäre ich sehr beeindruckt von Müller und seinem Team und deutlich geneigter, eine Investition in VW in Betracht zu ziehen.

Im Moment sieht Volkswagen aber wie ein Unternehmen aus, das ich zum aktuellen Preis nicht in meinem Portfolio haben will.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla Motors. Motley Fool empfiehlt General Motors.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 16.03.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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