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4 Analystentipps, die dir wenig Nutzen stiften

Foto: Julia Roegner

Wenn du dich über Aktien informierst, bist du sicherlich schon häufiger auf Empfehlungen von Analysten gestoßen und hast dir möglicherweise die Frage gestellt, welchen Nutzen diese Empfehlungen für dich als Anleger haben können. Gerade wenn du Neueinsteiger an der Börse bist, sind solche „Tipps“ von Analysten häufig schwierig einzustufen. Ich verrate schon einmal so viel: Handlungsempfehlungen von Analysten solltest du nie blind vertrauen. In diesem Beitrag stelle ich dir vier gängige Analystentipps vor, die du als Foolisher Anleger getrost ignorieren kannst, da sie dir keinen oder nur wenig Nutzen stiften.

Tipp 1: „Warten Sie vor dem Kauf erst einmal eine Bodenbildung ab“

Fällt ein Markt oder eine Aktie stärker, kann es manchmal Monate oder auch Jahre dauern, bis die Kurse wieder neue Allzeithochs erreichen. Auch weitere Kursrücksetzer nach Zwischenerholungen sind nicht ausgeschlossen. Häufig empfehlen Analysten dann, vor dem Kauf erst einmal eine ausgeprägte Bodenbildung abzuwarten. Es wird dir als Anleger dann empfohlen, das Geschehen zunächst von der Seitenlinie aus anzuschauen, die Nachrichtenlage zu prüfen und erst dann zu kaufen, wenn scheinbar klar ist, dass die Kurse nicht mehr weiter fallen werden.

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Ein Abwarten mag möglicherweise dann Sinn machen, wenn es sich um hochriskante Unternehmen handelt, bei denen die Zukunft äußerst unsicher ist. Fragwürdig ist allerdings, ob derartige Unternehmen überhaupt für langfristige Anlagen empfehlenswert sind. Kommen Unternehmen hoher Qualität oder etablierte Märkte (z.B. DAX oder Dow Jones) wie in den letzten Monaten einmal deutlicher zurück, solltest du mit dem Kauf nicht allzu lange warten, da Erholungen häufig sehr schnell und unerwartet eintreten können. Alternativ kann ein Einstieg auf Raten erfolgen, indem du einen zu investierenden Gesamtbetrag auf mehrere Kaufzeitpunkte verteilst und sich dadurch die Frage des optimalen Einstiegszeitpunkts für dich weniger stellt.

Tipp 2: „Sichern Sie Ihre Kurse mit einem Stop-Loss ab“

Durch das Setzen eines Stop-Loss-Kurses soll sich ein Anleger vor Verlusten schützen bzw. Gewinne absichern, indem von Anfang an eine Marke festgelegt wird, bei der ein Wertpapier automatisch veräußert wird. Dadurch geht ein Anleger nicht das Risiko ein, einen bestimmten Maximalverlust zu übersteigen oder seine gesamten Buchgewinne wieder abzugeben.

Während dieser Tipp für hochriskante Geschäfte (z.B. Optionsgeschäfte) beim Daytrading Sinn machen kann, solltest du dir als langfristig orientierter Anleger keine Gedanken über Zeitpunkte zum Ausstieg machen, solange die fundamentalen Daten eines Unternehmens stimmen. Warum solltest du verkaufen, wenn die Qualität stimmt und der Kurs in einigen Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit höher sein wird?

Wie würdest du dich heute fühlen, wenn du vor vielen Jahren Unternehmen wie Novo Nordisk (WKN:A1XA8R), McDonald´s (WKN:856958), Fielmann (WKN:577220) oder Lindt & Sprüngli (WKN:870503) aus deinem Depot geschmissen hättest, nur weil eine künstlich gesetzte Stop-Loss Marke erreicht worden ist? Zur Beantwortung der Fragen schaust du dir am besten die Langfristcharts dieser Unternehmen an!

Tipp 3: „Die Chancen für Kursanstiege sind gut, dennoch sind Kursrücksetzer immer möglich“

Mit einer derartigen Empfehlung drückt ein Analyst seine optimistische und positive Grundhaltung gegenüber einem Markt oder einem einzelnen Unternehmen aus. Gleichzeitig schränkt er seine Aussage dadurch ein, dass die Kurse auch fallen können. Häufig werden solche Aussagen gemacht, die eine Art win-win-Situation darstellen und jedes mögliche Szenario abdecken. Egal welches Szenario dann eintritt, wird der Analyst Recht behalten, nämlich wenn die Kurse steigen, allerdings auch dann, wenn sie fallen.

Du solltest an solchen Aussagen erkennen, dass niemand die Märkte im kurzfristigen Bereich prognostizieren kann. Daher werden häufig Aussagen gemacht, die im Nachhinein möglichst wenig angreifbar sind und vom tatsächlichen Ausgang unabhängig machen. Einen wirklichen Mehrwert stellen sie für dich daher nicht dar.

Tipp 4: „Das aktuelle Börsenjahr wird durch hohe Schwankungen geprägt sein“

Gerade zu Beginn des angelaufenen Börsenjahres hörtest du möglicherweise häufig von verschiedenen Seiten, dass die Aktienmärkte durch hohe Schwankungen geprägt sein werden. In der Tat kannst du dich nicht über zu geringe Volatilitäten in den ersten Wochen beklagen. Betrachtest du jedoch auch vergangene Jahre, so sind Aussagen zu Volatilitäten an der Börse nicht ungewöhnlich. Häufig klingen diese besorgniserregend und suggerieren Unsicherheit. Welche Handlungsempfehlung leitet sich aus diesen Aussagen jedoch für dich als Anleger ab?

Nüchtern betrachtet ist es nicht wirklich eine Vorhersage mit Neuigkeitswert, wenn ein Analyst Schwankungen prophezeit. Grundsätzlich handelt es sich dabei um ein alltägliches Phänomen. Aktienkurse haben schon immer in der Vergangenheit geschwankt und werden es auch in Zukunft tun – mal mehr, mal weniger. Schwankungen solltest du daher nicht als deinen Feind, sondern als deinen Freund betrachten. Langfristige Renditen von 8 Prozent sind nur aufgrund von Schwankungen möglich, da für diese eine entsprechende Risikokompensation erfolgt.

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Timo Defren besitzt Aktien von Novo Nordisk, McDonald´s, Fielmann und Lindt. The Motley Fool empfiehlt Novo Nordisk.

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