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7 Dinge, die Investoren über M&A wissen sollten

Bild: The Motley Fool

Letztes Jahr war ein hervorragendes Jahr für Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) und in den nächsten paar Jahren könnte das genauso weiter gehen. Das globale M&A-Volumen erreichte gemäß Dealogic im Jahr 2015 ein Rekordhoch von mehr als 5 Billionen US-Dollar und 91 % der amerikanischen M&A-Manager gehen laut einer Studie von KPMG davon aus, die Zahl ihrer Übernahmen in diesem Jahr zu erhöhen.
Da M&A-Deals weiter Schlagzeilen machen, sind hier ein paar wesentliche Fakten, die dir ein wenig Kontext zu diesen Nachrichten geben.

1. Die Ziele von M&A Deals sind unterschiedlich.

Unternehmen streben aus zahlreichen Gründen Fusionen und Übernahmen an. Die erwerbende Gesellschaft und die Zielgesellschaft können zum Beispiel Konkurrenten sein und ein Zusammenschluss ihrer Betriebe könnte Skaleneffekte bieten. Oder die erwerbende Gesellschaft wählt vielleicht ein Ziel in einer ganz anderen Branche, um ihre Geschäftsfelder zu erweitern. Oder eine erwerbende Gesellschaft könnte die Übernahme eines Unternehmens anvisieren, weil dessen Ressourcen genutzt werden können, um die Produkte des Erwerbers zu verbessern, und so weiter.

2. Der Einfluss von Aktionären auf einen Deal hängt davon ab, auf welcher Seite des Deals sie stehen.

Aktionäre von Zielgesellschaften haben oftmals die Möglichkeit, abzustimmen, ob das Angebot einer erwerbenden Gesellschaft angenommen oder abgelehnt werden soll. Dagegen stimmen Aktionäre von erwerbenden Gesellschaften nur über Deals ab, wenn die erwerbende Gesellschaft Aktien ausgibt, um die Übernahme zu finanzieren, und diese Aktien einer bestimmten Schwelle entsprechen oder diese übersteigen –  gemäß Börsenreglement der New York Stock Exchange und Nasdaq liegt diese Schwelle bei 20 % der ausstehenden Stammaktien. Im Fall einer echten Fusion, d.h. wenn zwei Gesellschaften zu einer neuen Gesellschaft verschmelzen, müssen oft die Aktionäre der beiden ursprünglichen Unternehmen abstimmen, um der Fusion zuzustimmen.

3. Die Deals beeinflussen den Aktienpreis auf vorhersehbare und unvorhersehbare Weise.

Wenn eine Übernahme im Gange ist, wird der Aktienpreis der beteiligten Unternehmen steigen oder fallen, je nachdem wie der Markt den Deal bewertet. Wenn zum Beispiel der Aktienkurs der Zielgesellschaft den Angebotskurs übersteigt, kann das ein Zeichen dafür sein, dass jemand im Markt glaubt, dass mit einem höheren Angebotskurs zu rechnen ist – entweder durch den gleichen Bieter oder durch eine andere Gesellschaft, die versucht, in das Geschäft einzusteigen. Wenn der Angebotskurs nicht erreicht wird, dann könnte es sein, dass angezweifelt wird, ob der Deal überhaupt genehmigt wird.

4. M&A Deals werden häufig mit Fremdkapital finanziert.

Während es sich letztes Jahr viele Unternehmen dank rekordhoher Barbestände leisten konnten, andere Unternehmen zu kaufen, werden Fusionen und Übernahmen auch durch niedrige Darlehenszinsen angeregt. Akquisitionsdarlehen beliefen sich laut Dealogic im Jahr 2015 weltweit auf über 770 Mrd. US-Dollar, die höchste Summe seit 2008.

5. Die aktivste M&A-Branche war zuletzt die Gesundheitsbranche.

Nach Angaben von Dealogic liefen 2015 in der Branche Deals im Wert von über 700 Mrd. US-Dollar ab. Der wichtigste Trend, der den M&A-Boom im Gesundheitswesen antreibt, ist laut der KPMG-Studie in den USA die Reaktion der Branche auf den Affordable Care Act, auch bekannt als Obamacare. Die anderen Top zwei Branchen im Hinblick auf M&A-Aktivität waren 2015 die Technologie- und Immobilienbranche. Die Branchen mit der höchsten M&A-Aktivität können häufig aufgrund von Änderungen von Bundesgesetzen oder staatlichen Regelungen schwanken.

6. Der Wert von M&A-Geschäften steigt, aber die Zahl der Geschäftsabschlüsse geht zurück.

Mehrere „Megafusionen“ im Wert von 10 Mrd. US-Dollar und mehr haben den Gesamtwert der Deals im Jahr 2015 nach oben getrieben, aber die tatsächliche Zahl der Geschäftsabschlüsse lag unter 40.000, das sind 4,7 % weniger als 2014, wie das The Wall Street Journal berichtete. Nach Angaben der Zeitung machten Banker eine glanzlose Zahl mittelgroßer Deals für den Rückgang verantwortlich.

7. Der Forschung zufolge haben die meisten M&A-Deals in der Vergangenheit wenig Wert erbracht.

Bei all der Aufregung und den Schlagzeilen rund um M&A-Ankündigungen dienen M&A-Deals erwerbenden Gesellschaften in den meisten Fällen nicht so sehr, wie sich Geschäftsführungen und Aktionäre erhoffen würden. Ein Bericht der Harvard Business Review zitierte Studien, die Misserfolgsquoten bei Übernahmen und Fusionen von 70 % bis 90 % ermittelten. Trotz dieser enttäuschenden Statistiken haben einige M&A-Deals bekanntermaßen für wesentliche Steigerungen von Gewinn und Shareholder Value gesorgt.

Fazit: Wie bei jeder Investmententscheidung solltest du auf M&A-Deals bezogene Investitionen erst nach sorgfältiger Recherche und Prüfung tätigen. Nur weil Unternehmen sich in den M&A-Rausch stürzen, heißt das nicht, dass du das auch tun solltest.

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Dieser Artikel wurde am 3.3.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde von Lena Can übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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