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Was dir ein Aktiensplit über ein gutes Unternehmen verraten kann

Was haben Unternehmen wie Apple (WKN:865985), Starbucks (WKN:884437), Nike (WKN:866993) oder Fresenius (WKN:578580) gemeinsam? Dass es sich um Unternehmen höchster Qualität handelt, die ihre Aktionäre aufgrund der überzeugenden Geschäftsmodelle seit vielen Jahren mit attraktiven Renditen belohnen, ist dir wahrscheinlich bekannt. Weniger bekannt ist dir möglicherweise ein ganz anderes Qualitätsmerkmal: Diese Unternehmen führen regelmäßig so genannte Aktiensplits durch. Was sich genau hinter dieser Kapitalmaßnahme verbirgt, warum gerade Unternehmen höchster Qualität einen Aktiensplit durchführen und welche langfristig interessanten Vermögenseffekte sich ergeben können, erkläre ich dir in diesem Beitrag.

Was ist ein Aktiensplit?

Wenn du Aktionär der Firma Nike bist, hast du dir Ende letzten Jahres beim Blick auf den Aktienkurs möglicherweise ungläubig deine Augen reiben müssen. Denn der Kurs halbierte sich von einem auf den anderen Tag. Allerdings handelte es sich nicht um einen dramatischen Kursverfall, sondern ganz einfach um einen Aktiensplit.

Im konkreten Fall hat Nike seine Aktien im Verhältnis 2:1 gesplittet. Als Anleger hast du je Anteil eine zusätzliche Aktie kostenlos in dein Depot gebucht bekommen. Da sich der Wert des Unternehmens durch diese Maßnahme jedoch nicht änderte, musste sich der Kurs der Aktien automatisch halbieren.

Ein Aktiensplit lässt sich sehr gut an einem Kuchen illustrieren. Stelle dir vor, du hast einen Kuchen (=Unternehmenswert) in 10 gleich große Stücke (=Aktien) aufgeteilt. Da dir die einzelnen Stücke jedoch zu groß vorkommen, möchtest du 20 Stücke aus dem Kuchen erhalten. Was ist nun zu tun? Richtig, die ursprünglichen Stücke müsstest du halbieren. Genauso verhält es sich bei einem Aktiensplit. Der Unternehmenswert wird auf mehrere Aktien verteilt, so dass der Kurs entsprechend des Split-Verhältnisses fallen wird.

Warum führen vor allem Qualitätsunternehmen Aktiensplits durch?

Im Wesentlichen gibt es drei Gründe, warum sehr gute Unternehmen einen Aktiensplit durchführen:

  • Ein Split verbilligt den Kurs einer Aktie optisch, so dass sich die Handelbarkeit der Aktie erhöht und sie für Kleinanleger erschwinglicher wird. Anleger kaufen psychologisch eine Aktie lieber bei optisch geringeren Kursen. Dies ist unter anderem ein Grund dafür, dass viele Unternehmen beim Erreichen eines dreistelligen Kursniveaus auf einen Aktiensplit zurückgreifen.So führte beispielsweise Starbucks im April 2015 den sechsten Aktiensplit seit 1992 durch. Hätte die Firma ihren Aktienkurs noch nie gesplittet, stünde der Kurs im Moment bei über 3.000 US-Dollar. Denkst du, dass ein Anleger diese Aktie lieber bei diesem Kurs oder beim aktuellen Kurs von rund 60 US-Dollar (26.02.2016) kauft?
  • Da die Handelbarkeit in der Regel den Börsenumsatz erhöht, wird ein Unternehmen auch interessanter bei der Auswahl für einen bestimmten Aktienindex. Neben der Marktkapitalisierung ist insbesondere der Börsenumsatz ein zentrales Kriterium beim Auf- oder Abstieg in einen Index.
  • Das Management signalisiert mit einem Aktiensplit darüber hinaus positive Erwartungen für die Zukunft. Denn ein Split wird gewöhnlich dann durchgeführt, wenn die Kurse bereits über einen längeren Zeitraum stetig nach oben geklettert sind. Durch die Kapitalmaßnahme wird dem Kapitalmarkt deutlich gemacht, dass das Management auch zukünftig an einen Kursanstieg der Aktie glaubt.

Wie aus 100 Aktien über viele Jahre 10.000 Aktien werden können

Langfristig können sich durch Aktiensplits interessante Vermögenseffekte ergeben. Folgende Tabelle stellt diesen Zusammenhang anhand einiger Beispiele dar und zeigt wie viele Aktien aus 100 Aktien seit dem Börsengang über die Jahre geworden sind. Bei den aufgeführten Unternehmen handelt es sich um Unternehmen, die über viele Jahre ihre Qualität unter Beweis gestellt und ihre Aktien häufig gesplittet haben.

Unternehmen Aus 100 Aktien wurden Vermögen 26.02.2016 (in Euro)
BASF 2.000 115.000
Coca-Cola 921.600 35.000.000
Colgate-Palmolive 27.000 1.6000.000
Henkel 3.000 240.000
McDonald´s 74.358 7.800.000
Microsoft 18.800 846.000
Nike 7.200 360.000
Roche 10.000 2.200.000
Starbucks 6.400 320.000

Quelle: Stuttgarter Aktienbrief; eigene Berechnungen

Fazit

Die Wahrscheinlichkeit, dass gerade Unternehmen höchster Qualität auch in Zukunft ihre Aktien weiter optisch verbilligen werden, ist hoch. Sonst würden diese Aktien immer teurer und unerschwinglicher für Anleger werden. Ein Aktiensplit bedeutet zwar nicht zwangsläufig, dass ein Unternehmen erfolgreicher ist als ein anderes. Als Foolisher Anleger solltest du aber zumindest bei der Aktienauswahl bedenken, dass in der Vergangenheit häufig durchgeführte Aktiensplits eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung und kontinuierliche Steigerungen des Aktienkurses widerspiegeln. Es ist eine Art Qualitätsmerkmal, das in vielen Fällen ein Indikator für die Zukunft ist.

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Timo Defren besitzt Aktien von Apple, Starbucks, Nike und Fresenius. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple, Nike und Starbucks. The Motley Fool empfiehlt Fresenius und Coca-Cola.

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