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Warum Xing für mich kein Kauf ist

Quelle: Melanie Brantl

Hörst du den Begriff „soziale Netzwerke“, so denkst du mit Sicherheit an einen Namen: Facebook. Mit über 1,5 Milliarden Nutzern ist das amerikanische Unternehmen das größte soziale Netzwerk weltweit.

Aber auch hierzulande gibt es ein Unternehmen, dass sich aussichtsreich in Sachen Social Media positioniert hat: Es ist das berufliche Netzwerk Xing (WKN:XNG888).

Ich glaube aber trotzdem, dass es keine gute Idee ist, in Xing zu investieren. Warum? Es gibt einen guten Grund: LinkedIn (WKN:A1H82D). Warum ich das so sehe, möchte ich dir gerne genauer erklären.

Die Mitgliederzahlen sprechen noch für Xing

Sowohl Xing als auch LinkedIn haben sich auf das Knüpfen von Kontakten auf beruflicher und geschäftlicher Ebene spezialisiert. Sie sind also keine direkten Konkurrenten zum privaten Netzwerk Facebook.

Ich glaube, dass sich auf lange Sicht aber nur eines der beiden Unternehmen im deutschsprachigen Raum durchsetzen wird. Es macht einfach keinen Sinn, sich auf zwei Plattformen mit demselben Ziel anzumelden und dementsprechend auch zwei Profile zu pflegen. Weder Fachkräfte noch Unternehmen werden dauerhaft diesen doppelten Aufwand betreiben.

Der entscheidende Faktor in diesem Duell dürften die Mitgliederzahlen sein. Der Grund ist einfach: Unternehmen möchten möglichst viele interessante Fachkräfte und Spezialisten finden, während diese möglichst viele potenzielle Arbeitgeber zur Auswahl haben möchten. Daher wird das Netzwerk mit den meisten Mitgliedern meiner Meinung nach die besseren Zukunftsaussichten haben.

Da Xing fast nur in der DACH-Region, das sind Deutschland, Österreich und die Schweiz, tätig ist, betrachten wir nur die Mitgliederzahlen in diesen drei Ländern. Aktuell hat Xing noch die Nase vorne.

Quelle: Unternehmensdaten

Quelle: Unternehmensangaben

Wie das Wachstum der Mitgliedszahlen aber verrät, kommt LinkedIn im deutschsprachigen Raum immer näher an Xing heran. Und ich glaube, dass sich dieser Trend fortsetzt, LinkedIn wird an Xing vorbei ziehen und damit beste Chancen haben, auf Dauer die Nase vorne zu haben. Warum ich so denke?

Internationale Ausrichtung

Der in meinen Augen entscheidende Vorteil von LinkedIn ist die internationale Ausrichtung. Während Xing wie oben bereits erwähnt praktisch nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten ist, gibt es LinkedIn in mehr als 200 Ländern rund um den Globus, inzwischen hat es über 400 Millionen Mitglieder aus aller Welt.

Nicht nur Vorstände und Führungskräfte sind bereit, für einen Job Deutschland zu verlassen. Meiner Meinung wagen heute auch Ingenieure, IT-Spezialisten oder Techniker den Schritt ins Ausland eher als noch vor einem Jahrzehnt. Alleine im Jahr 2012 wanderten laut statistischem Bundesamt 130.000 Deutsche aus, eine ganze Menge, wie ich finde.

Und selbst wenn jemand keinen Job sucht, sondern sich über das Netzwerk mit Kunden, Lieferanten oder Kollegen aus Niederlassungen austauschen möchte, ist man in der heutigen Zeit auf eine internationale Plattform angewiesen. Ein Kunde aus Frankreich wird sich beispielsweise genauso wenig auf Xing anmelden wie ein Kollege aus der amerikanischen Tochtergesellschaft.

Damit erfüllt ein auf die DACH-Region begrenztes Netzwerk wie Xing die Bedürfnisse vieler Nutzer nur unzureichend. Bei LinkedIn ist das anders, da die Amerikaner weltweit präsent sind. Es bietet seinen Mitgliedern somit die Möglichkeit, potentzelle Arbeitgeber und andere Kontakte rund um den Globus zu finden.

Umgekehrt, und das ist vielleicht sogar noch wichtiger, verhält es sich genauso. Möchte ein Unternehmen Talente aus aller Herren Länder finden, gibt es nur eine Plattform: LinkedIn. Die Anreize, einen ordentlichen Auftritt auf LinkedIn zu kreieren, sind für Firmen somit deutlich größer, als das bei Xing der Fall ist.

Solange sich die Nutzerzahlen in etwa auf einem Niveau befinden, werden Arbeitgeber in der DACH Region weiterhin auf beiden Plattformen präsent sein. Sollte LinkedIn, wovon ich ausgehe, weiter so schnell wachsen und Xing irgendwann deutlich distanzieren, könnte sich das aber sehr schnell ändern.

LinkedIn ist mächtig, trotzdem solltest du genau hinschauen

Die internationale Ausrichtung von LinkedIn ist meiner Meinung nach also der entscheidende Vorteil für das zukünftige Wachstum der Mitgliedszahlen des US-Unternehmens in der DACH-Region. Ich denke, Xing wird es schwer haben, dauerhaft mit LinkedIn mithalten zu können.

Aber macht das LinkedIn zu einem Kauf? Nun, auf jeden Fall solltest du vorher einen Blick auf die Zahlen werfen. Die finde ich zumindest nicht besonders verlockend.

EBIT-Marge 2014 KBV (Stand 31.12.2015) Dividendenrendite
LinkedIn            1,6 %                   7,0              –
Xing         21,5 %                 18,6           1,6 %

Quelle: S&P Capital IQ, Dividendenrendite Stand 22.02.2016

LinkedIn erwirtschaftete im Jahr 2014 eine mickrige EBIT-Marge von 1,6 %. Bei dieser Kennzahl wird der Gewinn vor Zinsen und Steuern ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt. Bei LinkedIn bedeutet das also, dass von 100 Dollar Umsatz nur 1,60 Dollar als Gewinn vor Zinsen und Steuern in die Kasse wandern.

Nicht wirklich viel, und wenn ich dir sage, dass LinkedIn im Jahr 2015 sogar einen Verlust ausweisen musste, solltest du erst recht stutzig werden. Das bedeutet nicht, dass sich LinkedIn nicht trotzdem zu einem wunderbaren Unternehmen entwickeln kann. Den Beweis, dass das soziale Netzwerk profitabel sein kann, muss es aber erst noch erbringen.

Auch die Bewertung verleitet mich nicht gerade dazu, bei LinkedIn einzusteigen. Ein Kurs-Buchwert-Verhältnis, kurz KBV, von 7 ist wahrlich kein Schnäppchen. Das KBV drückt aus, in welchem Verhältnis der Buchwert eines Unternehmens zu seinem Börsenwert steht. Der Buchwert eines Konzerns beinhaltet beispielsweise Vermögensgegenstände wie Immobilien, Lagerhallen oder Maschinen, aber auch das Eigenkapital.

Zusammenfassend glaube ich, dass Social Media-Unternehmen eine wirklich spannende Geschichte sind. Aufgrund der internationalen Ausrichtung würde ich LinkedIn eine bessere Entwicklung zutrauen als Xing, allerdings muss das Management erst noch beweisen, dass es profitabel arbeiten kann. Hinzu kommt, dass beide Aktien wirklich teuer sind, zu teuer für meinen Geschmack. In meinem Depot werden als sowohl Xing als LinkedIn erstmal nicht zu finden sein.

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Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von LinkedIn.

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