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Warum K+S trotz Herausforderungen ein gutes Investment ist

Bild: pixabay, Christian_Birkholz

Die ehemalige BASF (WKN:BASF11) Tochter K+S (WKN:KSAG88) ist im Bereich der Kaliumförderung und Salzproduktion tätig. In einem bewegten Marktumfeld sieht sich der Konzern mit Herausforderungen konfrontiert, bietet aber auch viele Chancen. Hier erfährst du, was dahinter steckt.

Warum sich K+S in einem langfristig attraktiven Umfeld bewegt

Neben Licht, Wasser und Sauerstoff brauchen Pflanzen auch Mineralstoffe. Hierfür gibt es drei große Düngersorten, Phosphat-, Stickstoff- und Kalium-/Magnesiumdünger. Der besonders positive Ausblick auf dem Düngemittelmarkt liegt in der Prognose, dass bis 2050 weitere 2,3 Mrd. Menschen auf unserem Planeten leben werden. Das Angebot an bestehenden Land- und Ackerflächen kann man aber nicht beliebig erweitern. Also muss der landwirtschaftliche Prozess effizienter werden, um eine langfristige Steigerung des Ernteertrags zu ermöglichen.

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Kaliumdünger ist die Düngerklasse, auf die sich K+S konzentriert, mehr als 50 % der Umsätze erwirtschaftet das Unternehmen mit kaliumhaltigen Produkten. Ein weiteres bedeutendes Geschäftsfeld bildet die Salzsparte mit Produkten vom Speise- bis zum Industriesalz.

Ein Markt mit ganz eigenen Herausforderungen

In einem Markt von austauschbaren Massengütern, wie dem von Düngemittel, kann man an genau zwei Stellschrauben drehen, dem Preis und der Menge. Der Gesamtkaliumabsatz lag 2014 bei 68,4 Mio. Tonnen. Bis 2013 lieferte das ehemalige russische Konsortium BPC mehr als 30% des weltweiten Kaliums. Der größte Player Uralkali (WKN:A0LBTV) stieg aus diesem Verbund aus, um auf eigene Faust zu agieren. Die weiteren Akteure sind das US-kanadische Konsortium Canpotex (30%), K+S mit ca. 10 % und den Rest teilen sich kleinere Player.

Auf oligopolistischen Märkten, wo wenige große Unternehmen agieren, nehmen diese zwangsläufig auf die gegenseitige Preispolitik Einfluss. Die Folge des Ausstiegs von Uralkali zog beispielsweise einen scharfen Preisverfall am Kalimarkt nach sich.

Ein weiterer Einflussfaktor sind die Gewinnmargen. Steigen diese, fahren die Anbieter ihre Kapazitäten hoch. Gefährlich wird es, wenn sich die Nachfrage aber nicht gleichlaufend entwickelt. So geschehen während der Finanzkrise, als der Kalipreis auf über 1.000 EUR stieg, man Kapazitäten hochfuhr und neue Teilnehmer in den Markt eintraten. Eine Preiskorrektur folgte prompt und damit auch Absatzschwierigkeiten in einem nun überversorgten Markt.

Mittlerweile spielt auch China als stärkster weltweiter Nachfrager nach Kalium eine immer stärkere Rolle. Anfang jeden Jahres verhandeln chinesische Staatsunternehmen einen Preis pro Kaliumtonne, der richtweisend für den restlichen Markt ist. 2015 lag dieser bei 315 USD /t.

Die Konsolidierung als Risiko für K+S-Investoren

2015 kam es zu einem ersten Übernahmeversuch der K+S durch die kanadische Potash Corp. (WKN:878149). Potash bot dabei einen Preis pro Aktie von 41 Euro. Das Management der K+S erachtete das unterbreitete Angebot als viel zu niedrig und war nicht überzeugt, dass Potash seine Versprechen hinsichtlich Standort- und Arbeitsplatzerhaltung einlösen würde, daher trennte man sich recht schnell wieder.

Auch die großen Minenkonzerne, wie Rio Tinto (WKN:852147), Vale (WKN:897998) oder BHP Billiton (WKN:908101), sind einem Ausbau oder dem Einstieg in den Düngemittelmarkt nicht abgeneigt. Hier hat es schon diverse Übernahmen und Übernahmeversuche gegeben.

Um die eigene Unabhängigkeit in diesem Umfeld zu sichern, spielt K+S mit dem Gedanken seine US-Tochter Morton Salt an die Börse zu bringen. Eine Abspaltung eines Minderheitenanteils von Morton Salt an die Börse würde bedeuten, dass K+S in mehrheitlichem Besitz der Anteile seiner ehemaligen Tochtergesellschaft bliebe und damit einem feindlich angedienten Übernahmeangebot der Tochter eine Absage erteilen könnte.

Dies würde eine Gesamtübernahme des Konzerns zumindest komplizierter machen. Dadurch, dass K+S sich aber um solche Aktionen Gedanken machen muss, könnte das Management vom eigentlichen Geschäft abgelenkt werden.

Der potentielle Burggraben: Das Legacy-Projekt

Das stärkste Argument dafür, dass K+S sich langfristig sehr gut aufgestellt hat, ist für mich das Legacy-Projekt. Legacy ist ein Greenfield-Projekt zur Errichtung einer Kaliproduktionslagerstätte in der südkanadischen Provinz, die 2016 in Betrieb genommen werden soll.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den, im Vergleich zum Wettbewerb, viel niedrigeren Produktionskosten und einer sehr großen Tonnage. Allein die Cash-Kosten (variable und fixe Kosten) belaufen sich auf nur 90 CAD /t (64 USD /t) und die anvisierten Gesamtproduktionskosten auf ca. 225-255 CAD (160-180 USD).  Zum Vergleich: Für die großen Produzenten wird es bei Preisen von weniger als 300 USD /t unter Rentabilitätsgesichtspunkten schon kritisch.

Dies kann zu einem echten Wettbewerbsvorteil für K+S werden, wenn das Unternehmen in der Lage ist, selbst bei einem weiteren Kalipreisverfall immer noch Gewinne zu machen. Legacy soll 2017 insgesamt 2 Mio. Tonnen Kalium pro Jahr hervorbringen und 2023 seine Vollkapazität in Höhe von 2,9 Mio. Tonnen pro Jahr erreichen. Zu der prognostizierten Rentabilitätssteigerung, des sogenannten EBITDA, von 1,6 Mrd. EUR bis 2020 wird das Legacy-Projekt ganz wesentlich beitragen.

Fazit

Dass K+S auf einem Markt mit Unsicherheiten agiert, bleibt unbestritten. Es bestehen für alle Teilnehmer anhaltende Risiken, was die Entwicklung des Kali Preises angeht, und die davon abhängige Steuerung der eigenen Kapazitäten.

K+S hat sich aber auf mehreren Seiten gut aufstellt. Kali wird bei anhaltenden weltweiten Entwicklungen ein langfristig nachgefragtes Produkt bleiben, das Unternehmen baut auf eine Zwei-Säulen-Strategie aus Kali- und Salzprodukten und versucht sich gegen weitere Übernahmeversuche zu wappnen. Aber die noch dieses Jahr startende Legacy-Mine mit ihren sehr wettbewerbsfähigen Produktionskosten ist ein richtiges Asset und stellt für mich den Fels in der Brandung dar.

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Daniela Kögel besitzt Aktien von K+S. The Motley Fool besitzt Aktien von Companhia Vale Ads.

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