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Dieser Index lieferte 2015 eine Performance von +57 %. Was können wir heute daraus lernen?

Foto: Flickr, FutUndBeidl

Der Champion des Jahres 2015 ist der GEX, ein Index, welcher deutsche eigentümergeführte Unternehmen zusammenstellt. Aber wie komme ich ausgerechnet jetzt dazu, rauszusuchen, welcher deutsche Aktienindex letztes Jahr die beste Performance abgeliefert hat? 2015 ist schließlich Geschichte. Die anhaltende Schwäche der Märkte seit dem Bekanntwerden der Konjunkturdaten aus China belastet viele Investoren, es ist schließlich nie leicht mit anzusehen, wie das eigene Portfolio konstant an Wert verliert. Da hat man sicherlich andere Sorgen, als über die Gewinner des letztes Jahres nachzudenken, oder?

Doch genau darum geht es jetzt. Aus dem GEX können wir lernen, warum für Unternehmen ein Management wichtig ist, welches langfristig denkt und handelt – und warum du als Investor genauso investieren solltest. Aber fangen wir erstmal von vorne an.

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Was ist überhaupt der GEX?

Der GEX ist grob gesagt ein Aktienindex, wie auch der DAX. GEX steht hierbei für German Entrepreneurial Index, zu Deutsch: Deutscher Unternehmer Index. Wie viele andere Indizes auch, wird der GEX von der Deutsche Börse AG (WKN:581005) zusammengestellt und berechnet. Bei dem GEX handelt es sich um einen sogenannten All Share Index, der alle deutschen Werte enthält, die zum Prime Standard zugelassen sind und darüber hinaus folgende Kriterien erfüllen:

Eigentümerdominanz: Die Unternehmensleitung ist zugleich maßgeblich (Mit-) Eigentümer des Unternehmens. Bei jedem der im GEX gelisteten Unternehmen muss der Eigentümer mindestens 25 % der Stammaktien an dem jeweiligen Unternehmen besitzen.
Post-IPO-Alter: Seit dem Börsengang sind maximal zehn Jahre vergangen.
Genau dieser Index hat im Jahr 2015 eine Performance von + 57 % hingelegt und damit den DAX um gut 47 % Prozentpunkte geschlagen. Das ist allerhand, aber was macht den GEX so stark?

Es ist die Tatsache, dass alle im Index enthaltenen Titel, durch ihren Eigentümer geführt werden, oder der Eigentümer einen Großteil der Stammaktien und somit der Stimmrechte besitzt. Um uns eine bessere Vorstellung über solche Unternehmen machen zu können, möchte ich kurz zwei Kirschen aus dem Index herauspicken und vorstellen.

Beispiel 1: SMA Solar AG

Ein Paradebeispiel für die Qualität von inhabergeführten Unternehmen ist die SMA Solar Technology AG (WKN:A0DJ6J). Die Gründer des Herstellers von Solar- und PV-Anlagen halten hier knapp 30 % der Stammaktien und üben so maßgeblichen Einfluss auf die Geschicke des Unternehmens aus. Die Solarbranche ist in den letzten Jahren mächtig unter Druck geraten und von den meisten Investoren gemieden worden. Auch für SMA kam es 2014 zum größten Einbruch der Firmengeschichte.

Doch der Aufsichtsrat reagierte schnell. 2015 wurde die Anzahl der Vorstandsmitglieder reduziert und das Unternehmen im Rahmen einer an die neuen Marktbedingungen angepassten Transformation deutlich verschlankt, um langfristig wieder profitabel in der hart umkämpften Solarbranche agieren zu können. Das langfristige Denken der Unternehmensführung und Gründer zahlt sich aus, denn im letzten Jahr verbesserte sich die Perspektive des Unternehmens erheblich und der Aktienkurs legte eine beeindruckende Rally mit einem Plus von gut 185 % hin. Somit war SMA maßgeblich an der guten Performance des GEX Index beteiligt.

Für ein weiterhin kräftiges Wachstum in der Zukunft schmiedet das Unternehmen unter anderem ein Joint-Venture mit dem kometenhaft aufsteigenden Elektroauto- und Akkupionier Tesla. Diese Allianz sehe ich als ein potenzielles Milliardengeschäft und extrem klugen Schachzug.

Beispiel 2: Ströer Media SE

Einen noch größeren Anteil an den Stammaktien halten Gründer Udo Müller (21,42 %) und Gründersohn Dirk Ströer (21,8 %) an der Ströer Media SE (WKN: 749399). Zusammen kommen sie somit auf einen Anteil von über 40 %. Zudem ist Udo Müller CEO des Unternehmens, welches sich vom lokalen Anbieter von Außenwerbeflächen zum deutschlandweiten Branchenprimus entwickelte.

Das Kerngeschäft bildet die Organisation der Aufstellung, Pflege und Instandhaltung von Werbeflächen, die man zum Beispiel von Haltestellen des ÖPNV, Plakatwänden und Bahnhöfen kennt. Damit lässt sich gut Geld verdienen, denn seit dem Börsengang 2010 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz von 531,31 auf 721,09 Mio. Euro. Und das Wachstum beschleunigt sich sogar, 2016 ist ein Umsatz von über 1 Mrd. Euro angepeilt.

Wie das möglich ist? Durch eine Führungsebene, die solide organisches Wachstum vorantreibt und einen segregierten Markt konsolidiert. Des Weiteren ist die Expansion in internationale Märkte und digitale Medien in vollem Gange. Die Erfolgsstory lässt sich auch an dem Aktienkurs ablesen, im letzten Jahr gewann der Titel um über 100 %.

Was wir daraus lernen

Unternehmen, die die Kriterien des GEX erfüllen sind für foolishe Investoren besonders attraktiv. Denn Gründer und Eigentümer, die einen maßgeblichen Anteil der Stammaktien besitzen, lenken auch das Unternehmen mit. Heißt das, dass Gründer automatisch die fähigeren Manager beziehungsweise CEOs von Unternehmen sind?

Jain. Sicherlich gibt es viele andere Kandidaten, die qualifizierter und eventueller sogar erfahrener sind als die Gründer eines Unternehmens. Doch der Knackpunkt ist das langfristige Denken. Gerade bei Aktiengesellschaften kommt es oft vor, dass der Manager nur darauf abzielt, kurzfristig Aufmerksamkeit durch überraschend gute Quartalszahlen zu erzielen. Die Gründer eines Unternehmens haben hier in aller Regel eine andere Sicht auf die Dinge. Sie möchten ihr Unternehmen auch in ferner Zukunft weiter wachsen sehen und schrecken nicht davor zurück, in der Gegenwart unliebsame Entscheidungen zu treffen, die sich erst in einer entfernten Zukunft auszahlen. Ein gutes Beispiel hierfür lieferte Transformation der SMA Solar Technology.

Die Vergangenheit hat schon viele Erfolgsgeschichten von gründergeführten Unternehmen geschrieben. Dabei denkt man oft zunächst an die USA, mit Gründern wie Bill Gates, Warren Buffett, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg. Aber gerade auch hier in Deutschland lohnt es sich, die Augen aufzumachen und in erfolgreiche Geschäftsmodelle zu investieren, in die Gründer ihr Herzblut stecken. Haben wir so eine Perle gefunden, sollten auch wir so langfristig denken und uns nicht von akuten Marktturbulenzen aus der Ruhe bringen lassen.

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Robert Schleifenbaum besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien. 

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