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Manz-Aktie: Talfahrt beendet – so geht’s jetzt weiter

Bei den Aktionären von Manz (WKN:A0JQ5U) brach in den letzten Tagen Panik aus. Trotz eines bereits extrem reduzierten Niveaus wurde weiter verkauft, das Überleben des Maschinenbauers scheinbar in Frage gestellt.

Manz selbst liefert uns nun jedoch überzeugende Argumente, dass diese Befürchtungen völlig übertrieben waren. Außerdem verdichten sich die Hinweise, dass bald Großaufträge aus dem Umfeld der Volkswagen-Gruppe (WKN:766403) hereinkommen werden.

Deshalb waren die Sorgen so groß

Nachdem Manz gut in das Jahr 2015 gestartet war, stockte das Unternehmen die Kapazitäten auf und zog eine Kapitalerhöhung zur Wachstumsfinanzierung durch. Im späteren Verlauf stellte sich jedoch heraus, dass in Aussicht stehende Aufträge nicht erteilt oder auf unabsehbare Zeit verschoben wurden. Folglich kam viel weniger Geld herein als erwartet, während die Kosten anschwollen. Mehrfache Gewinnwarnungen und eine drohende Schieflage haben den Aktienkurs tief in den Keller geschickt.

Im Schlussquartal 2015 wurden dann Restrukturierungspläne erarbeitet, bis Anfang 2016 sollte über die Dünnschicht-Solarsparte entschieden werden. Der ursprüngliche Hoffnungsträger des Konzerns ist zum verlustträchtigen Ladenhüter geworden. Neue ambitionierte Dünnschicht-Modulhersteller wie HULKeT aus Taiwan setzen anscheinend lieber auf Anlagen der Konkurrenz.

Da es den ganzen Januar über keine Neuigkeiten gab, weder bezüglich einer Lösung für den Solarbereich noch zu den verschobenen Aufträgen, mussten Anleger mit dem Schlimmsten rechnen: Geht jetzt alles den Bach runter, bestellen die Asiaten gar nichts mehr, würden die Banken den Geldhahn zudrehen, kommt eine weitere Kapitalerhöhung?

Am 10.2. lag der Börsenwert mit 123 Mio. EUR noch unter dem für das 3. Quartal 2015 gemeldeten Eigenkapital von 148 Mio. EUR. Es war klar, dass er auf diesem Niveau nicht bleiben kann: entweder das Unternehmen bekommt die Kurve und dreht wieder massiv nach oben – oder es gibt einen Totalschaden.

Deshalb ist alles halb so wild

Womöglich auf Druck besorgter Aktionäre kamen am 11.2. die ersehnten Neuigkeiten: Nun erwartet das Management, bis Ende des Monats Informationen zum Verbleib der Solarsparte präsentieren zu können. Die Prüfung der Optionen zieht sich zwar etwas in die Länge, aber dürfte nach meiner Einschätzung dafür umso gründlicher ausfallen und zu einer akzeptablen Lösung führen.

Die Maßnahmen zur Kostenreduzierung greifen den Angaben zufolge auch bereits, sodass sich kommende Quartalsergebnisse wieder im normalen Rahmen bewegen sollten, mit positiver Tendenz.

Das Beste aber ist, dass der Chef Dieter Manz nun mitteilt, dass das Geschäft mit Produktionsmaschinen und Fertigungsverfahren im Bereich Energiespeicher voll im Plan liege. Im Bereich Unterhaltungselektronik seien Folgeaufträge eingegangen und bei Batterien für Elektrofahrzeuge befinde man sich gut im Rennen um die sich in immer größerer Zahl anbahnenden Aufträge.

Langfristig gute Geschäftsaussichten im Kielwasser von VW und Adidas

Positiv stimmt mich auch, dass Manz Teil eines stark besetzten Konsortiums ist, das mit finanzieller Unterstützung des Bundes eine weiter optimierte Lithium-Ionen-Zellen-Produktion zur Integration in Elektrofahrzeuge erforscht. Von Herstellerseite ist dort die VARTA Microbattery GmbH dabei, welche Interesse haben könnte, in Europa eine Massenfertigung nach Art der Gigafactory von Tesla (WKN:A1CX3T) hochzuziehen.

VARTA Microbattery forscht auch seit 6 Jahren gemeinsam mit der Volkswagen-Gruppe, welche ab 2018 ein breites Spektrum an Hybrid- und Elektro-Modellen einführen wird. Der im Januar in Las Vegas vorgestellte Budd-e liefert hierfür bereits einen guten Vorgeschmack. Da das Forschungsprojekt mit Manz bis 2017 läuft, scheint das alles perfekt zusammenzupassen. Zudem betonte VW-Markenchef Herbert Diess im Januar, dass er sich eine Massenfertigung von Batteriezellen in Deutschland wünsche.

Aber nicht nur auf dem Energiespeicher-Geschäft ruhen die Hoffnungen: Sobald sich die Wogen bei Manz wieder glätten, kann sich das Unternehmen auch wieder auf die Entwicklung neuer Geschäftsfelder konzentrieren.

Besonders spannend finde ich das innovative Speedfactory-Konzept von Adidas (WKN:A1EWWW), bei dem mit Manz-Technik die zeitnahe Fertigung des individuellen Wunschschuhs vor Ort ermöglicht wird. Im Dezember wurde der Grundstein für die erste Pilotanlage in Asbach gelegt.

Leichtbau, Brennstoffzellen sowie funktionale Glasveredelung und -bearbeitung sind weitere Themen, die durchaus für Zukunftsfantasie sorgen.

Fazit: Risiko wieder auf Normalniveau, Aktie billig

Für mich ist jetzt klar: Manz wird sein Ding machen. Dank der im April eingeworbenen Mittel ist der Maschinenbauer in der Lage, von einer recht soliden Basis aus auf einen neuen Wachstumskurs einzuschwenken.

Extreme Risikoprämien, welche die Aktie in den letzten Wochen nach unten getrieben haben, sind nun nicht mehr gerechtfertigt. Folglich dürfte das zweistellige Plus vom Mittwoch noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Wir sollten vielmehr damit rechnen, dass sich der Kurs schon bald wieder auf früheren Niveaus zwischen 40 und 60 Euro einpendeln wird.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Tesla Motors.

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