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Apple macht große Schritte im Bereich Virtual Reality

Foto: Apple

In letzter Zeit hat sich die Diskussion bei Apple (WKN:865985) nur auf die Verkäufe des iPhone konzentriert und das mit gutem Grund. Apple hat gerade erst die Ergebnisse für das erste Quartal 2016 veröffentlicht und die Umsätze des Smartphones haben seit ihrem Debut kein niedrigeres Wachstum mehr verzeichnet.

Trotz oder vielleicht genau deshalb ist Apple auf der Suche nach dem nächsten Gerät, das das zukünftige Wachstum ankurbeln könnte. Das Unternehmen weiß, dass die iPhone-Verkäufe eines Tages nicht mehr ausreichen werden und dass die anderen Technologien deutlich höhere Einnahmen bringen müssen.

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Daher ist ein aktueller Artikel der Financial Times so interessant. Darin steht, dass Apple im letzten Jahr einen Vorstoß in den Bereich Virtual Reality (VR) gemacht hat. Dabei hat das Unternehmen aus Cupertino auch eine Reihe von Übernahmen getätigt, neue Leute eingestellt und Prototypen gestestet.

Natürlich gehört Apple in diesem Bereich nicht zu den führenden Unternehmen, sondern folgt Facebook (WKN:A1JWVX), Microsoft (WKN:870747), Alphabet (WKN:A14Y6H) und Samsung (WKN:896360). Diese Unternehmen haben schon erkannt, dass VR ein wichtiger Teil der technischen Landschaft werden und eine neue Umsatzquelle werden könnte.

Die Zahlen

Der VR-Markt soll laut TrendForce von 6,7 Milliarden USD in diesem Jahr bis 2020 auf 70 Milliarden USD wachsen. Das ist einfach zu viel, um von Apple ignoriert zu werden und der Artikel der Financial Times deutet auf mehrere wichtige Bereiche, in denen das Unternehmen bereits tätig ist.

Apple hat vor Kurzem erst Flyby Media gekauft, ein mobiles Unternehmen für erweiterte Realität (AR=augmented reality). Zusätzlich hat man letzten Monat den bekannten VR-Forscher Doug Bowman engagiert. Das Unternehmen hat auch Stellen für Programmierer von VR-Apps ausgeschrieben und AR- und VR-Leute von anderen Tech-Unternehmen abgeworben.

Apple CEO Tim Cook hat während der letzten Telefonkonferenz gesagt, dass VR kein Nischenmarkt wäre, und dass er glaube, es gäbe hier „einige interessante Anwendungen”. Das sind noch keine Beweise dafür, dass Apple knietief in diesem Thema steckt, aber es zeigt zumindest, dass Apple nicht davor zurückschreckt.

Aber wenn Apple sich in diesen Bereich vorwagt, dann wird es dort auch einen härteren Konkurrenzkampf geben.
Spät dran

Facebook hat schon einen Frühstart in diesem Bereich hingelegt. Das Unternehmen hat Oculus schon 2014 für 2 Milliarden USD gekauft und wird seine ersten VR-Sets nächsten Monat ausliefern.

BILDQUELLE: OCULUS.

BILDQUELLE: OCULUS.

Oculus kümmert sich sowohl um die Hardware als auch um die Software und stellt sowohl das Rift-Headset (für 599 USD) und seinen eigenen VR-Content über das eigene Story Studio her.

Facebook bietet auch interaktive 360°-Videos. Die Videos sind noch nicht die volle VR-Erfahrung, aber es ist eine Möglichkeit, um die Idee von immersiven und interaktiven Videos den Nutzern näher zu bringen.

Aber andere Wettbewerber machen auch große Schritte vorwärts. Das Gear VR von Samsung gibt es schon seit einigen Monaten im Handel und kostet nur 99 USD. Das Gerät, das teilweise von Oculus stammt, erlaubt es den Nutzern, ihr Samsung Note 5, S6, S6 Edge oder S6 Edge+ in das Headset einzuspannen. Da das Gear VR über ein Smartphone betrieben wird, im Gegensatz zu einer Spielkonsole oder einem Computer, ist es bei Rechnerleistung und Grafik jedoch eingeschränkt. Aber es ist ein guter Anfang für die weiteren Geräte von Samsung.

Gleichermaßen sind die Cardboard-Headsets von Google (der Name ist Programm) ein Einführungsprodukt, das es den Nutzern erlaubt, Android-Mobiltelefone und iPhones in das Headset einzuspannen und VR auf die günstige Art zu erleben. Das Unternehmen hat schon einen speziellen VR-Bereich bei Google Play eröffnet, spielt 360°-Videos auf YouTube und hat auch seine offizielle Cardboard-App mit VR-Videodemos.

QUELLE: GOOGLE.

QUELLE: GOOGLE.

Schließlich hat Microsoft noch sein Hololens-Headset. Das Gerät ist aktuell nur für Entwickler verfügbar, die Content und Apps dafür herstellen und kostet üppige 3.000 USD. Die Hololens ist mehr ein AR-Gerät, in dem der Nutzer Informationen, Videos und Anzeigen über die reale Welt gelegt sehen kann.

In Zeitlupe

Bei Apple ist es normalerweise in Ordnung, wenn es erst spät auf einen Trend aufspringt und sein Marketing und Ökosystem nutzt, um schnell aufzuschließen. Daher ist es keine Überraschung, dass andere Unternehmen schon deutlich weiter sind.

Aber Apple wird wahrscheinlich nicht mehr allzu lange warten, bevor sich die Kalifornier auf diesen Bereich stürzen, bevor das Wachstum in den nächsten Jahren explodiert. Das bedeutet nicht, dass wir dieses Jahr nichts mehr von Apple hören werden, sondern dass das Unternehmen nach mehr Wachstumsmöglichkeiten jenseits des iPhones sucht. Die virtuelle Realität könnte hier ein idealer Bereich sein, da Apple für sein Zusammenspiel zwischen Hardware und Software bekannt ist – und es ist vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis Apple die Führung in diesem Bereich übernimmt.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C), Apple und Facebook.

Dieser Artikel wurde von Chris Neiger auf Englisch verfasst und wurde am 03.02.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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