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Kann Amazon seinen Lauf fortsetzen?

Bildquelle: Amazon.

Die Aktie von Amazon (WKN:906866) ist auf ein Niveau zurückgefallen, das wir seit Oktober nicht mehr gesehen haben. Aber diese drei Monate sind ein kurzer Moment in der Zeitplanung eines langfristig orientierten Investors. Denn die langfristige Strategie von Amazon sieht vor, immer weiter zu wachsen und immer mehr Marktanteile zu sammeln, selbst wenn das bedeutet, dass man die kurzfristigen Gewinne dafür opfern muss.

Gleichzeitig ist es schwer zu ignorieren, wie steil es bergab ging. Die Aktie ist in den ersten drei Wochen im Januar um fast 20 % gefallen und hinkt damit dem S&P 500 um 10,6 % hinterher.

Aber die Investoren sollten nicht vergessen, dass die Aktie immer noch im Jahresvergleich nach vier aufeinanderfolgenden sehr guten Quartalsberichten um etwa 90 % höher steht.

AMZN DATEN VON YCHARTS

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Das wirft eine Frage auf, da die Ergebnisse von Q4 nächste Woche veröffentlicht werden sollen: Kann Amazon seinen Lauf fortsetzen?

Hohe Erwartungen

Um fair zu bleiben, ich habe schon argumentiert, dass in geschäftlicher Hinsicht, 2016 das bisher beste Jahr von Amazon werden sollte. Aber der Markt erwartet dasselbe; für das so wichtige Weihnachtsquartal erwarten die Analysten, dass die Einnahmen sich im Jahresvergleich um unglaubliche 22,7 % auf 36 Milliarden USD erhöhen sollen, während der Gewinn pro Aktie um mehr als 260 % auf 1,63 USD steigen soll.

Der letztere Wert liegt am oberen Ende des Ausblicks, den Amazon im Oktober gegeben hat. Dabei wurde ein Umsatzwachstum zwischen 14 % und 25 % angegeben, was sich in einem Bereich von 33,5 Milliarden USD und 36,75 Milliarden USD befindet. Und obwohl Amazon keinen genauen Ausblick für den Gewinn pro Aktie gegeben hat, so hat das Unternehmen den Investoren doch mitgeteilt, dass sie ein operatives Einkommen im Bereich von 80 Millionen USD und 1,28 Milliarden USD erwarten können – im Vergleich zu den 591 Millionen USD im Vorjahreszeitraum. Um das einmal in Kontext zu setzen: Das operative Einkommen von 591 Millionen USD im letzten Weihnachtsquartal ergab Nettoeinkünfte von 214 Millionen USD oder 0,45 USD pro verwässerter Aktie.

BILDQUELLE: THE MOTLEY FOOL.

BILDQUELLE: THE MOTLEY FOOL.

Zeichen des Erfolges

Was wir bisher zum Thema Umsatz gehört haben, klingt schon mal ermutigend. Letzten Monat verkündetet Amazon, man habe dieses Jahr zwei neue Rekorde für Amazon Prime aufgestellt. Erstens konnten mehr als 3 Millionen neue Mitglieder allein in der dritten Dezemberwoche verzeichnet werden. Daher hat Amazon auch über 200 Millionen mehr Artikel kostenlos an die Prime-Mitglieder versandt als letztes Jahr, darunter auch mehr als doppelt so viele Amazon-Geräte wie das neue Fire-Tablet, Amazon Echo und den Fire-TV-Stick.

Natürlich sollte das keine Überraschung sein, da Amazon den Investoren im letzten Quartalsbericht bereits mitgeteilt hatte, ein „Rekordweihnachtsgeschäft” zu erwarten und dass der Großteil der versendeten Einheiten von den Prime-Mitgliedern kommen würde. Zusammen haben die Kaufgewohnheiten dieser Nutzer nur mehr Öl ins Feuer gegossen und damit das Ökosystem von Amazon weiter gestärkt. Damit wurden auch gleichzeitig das zukünftige Wachstum, das Einzelhandelsgeschäft und die Sparte Digitales gestärkt.

Wenn man das alles bedenkt, dann scheinen die Schätzungen der Analysten auf den ersten Blick etwas zu optimistisch zu sein. Wenn wir aber den immensen Einfluss des Einzelhandelsgeschäfts mit den niedrigen Margen im Weihnachtsquartal miteinbeziehen, dann sollten wir uns auch daran erinnern, dass Amazon noch ein sehr profitables Ass im Ärmel hatte und damit ist Amazon Web Services gemeint (AWS).

Im letzten Quartal stiegen die Einnahmen von AWS um 78,4 % im Jahresvergleich auf 2,09 Milliarden USD. Und obwohl das nur 8 % der gesamten Nettoumsätze ausmacht, hat AWS es geschafft, ein überraschend hohes operatives Einkommen von 521 Millionen USD zu erwirtschaften. Im Vergleich dazu hat die viel größere Nordamerikasparte 528 Millionen USD an operativem Einkommen generiert, während das noch junge internationale Geschäft einen operativen Verlust von 56 Millionen USD zu verkraften hatte. Sollte Amazon seine Aktionäre in diesem Quartal noch einmal überraschen wollen, dann sollte Amazon Web Services sein enormes Wachstumstempo und seine starken Gewinne wiederholen.

Im Moment können die Investoren allerdings nur warten, bis Amazon bestätigt, dass das beste Weihnachtsgeschäft seit Firmenbestehen genug war, um den Markt zu besänftigen.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.com.
Dieser Artikel wurde von Steve Symington  auf Englisch verfasst und wurde am 20.01.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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