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3 Wege, dein Depot heute sattelfest zu machen

Foto: Pixabay

Derzeit herrscht viel Unsicherheit, wie es nach Verlusten in Höhe von durchschnittlich rund 30 % vom Höchststand im Frühling 2015 nun weiter geht. Gut möglich, dass wir zum Jahresende wieder DAX-Stände von über 11.000 sehen. Dies ist jedoch keinesfalls ausgemacht, genauso gut kann er noch weiter fallen oder für längere Zeit auf einem tiefen Niveau verharren.

Zum Glück stehen uns vielseitige Werkzeuge zur Verfügung, um Verlustrisiken im Depot zu reduzieren, ohne gleich auf das Sparbuch ausweichen zu müssen.

So kannst du in Seitwärtsphasen profitieren

Eine Möglichkeit bieten sogenannte Zertifikate, die es in allen möglichen Varianten gibt. Einige davon sind nur für sehr erfahrene Anleger geeignet. Selbst für Anfänger zu empfehlen sind hingegen Discount-Zertifikate, mit denen du auf beliebige Basiswerte, wie beispielsweise dein Lieblingsunternehmen oder gleich einen ganzen Index wie den DAX, setzen kannst.

Das Besondere daran ist, dass solche Zertifikate insbesondere im Umfeld von hoher Unsicherheit wesentlich günstiger sind als der Basiswert selbst. Dieser Discount gelingt den Emittenten im Wesentlichen durch zwei Maßnahmen: Zum einen vereinnahmen sie die Dividende und zum anderen wird das Zertifikat so konstruiert, dass der Anleger nur bis zu einer bestimmten Obergrenze von einem möglichen Anstieg des Basiswerts innerhalb der festgelegten Laufzeit profitiert.

Nehmen wir zum Beispiel die Daimler (WKN:710000)-Aktie, welche am 22.1. zum Wochenschluss bei 66,60 EUR notierte. Ein bis Ende 2017 laufendes Zertifikat (WKN:CN3KCZ) der Commerzbank (WKN:CBK100) ist da schon für 55,73 EUR zu haben, also fast 16 % günstiger. Zum Stichtag wird der tatsächliche Kurs ausbezahlt, allerdings maximal 69 EUR, was einer möglichen jährlichen Rendite von 12 % entspricht. Geht es hingegen 10 % bei der Aktie runter, dann freuen wir uns immer noch über ein kleines Plus.

Wenn du keinen klaren Favoriten hast, eignen sich Indizes wie der Euro Stoxx 50 als Basiswert, mit denen du aufgrund der Streuung das Risiko weiter reduzierst, allerdings bei leicht verringerten Renditechancen.

So kannst du dein Depot selbst absichern

Eine noch stärkere Risikoreduzierung gelingt über Put-Optionsscheine, also Zertifikate, die von fallenden Kursen gehebelt profitieren. Anstatt jede Depot-Position einzeln abzusichern, ist es günstiger, mit einem Index zu arbeiten, der am ehesten deiner Depotzusammensetzung entspricht als beispielsweise dem MDAX, der derzeit bei 19.217 Punkten liegt.

Mit 1000 Optionsscheinen (WKN:XM7GQV, Laufzeit bis März 2017, Basispreis: 19.250) vom Emittenten Deutsche Bank (WKN:514000) kannst du etwa ein Aktiendepot im Wert von 19.217 EUR effektiv absichern. Für eine solche Versicherung sind aktuell 1.780 EUR einzusetzen, wobei bei einer Marktbelebung weiterhin gute Gewinne möglich sind.

Das Schwierige an dieser Strategie besteht darin, allfällige Gewinne aus dem Absicherungsgeschäft zum richtigen Zeitpunkt zu realisieren. Es empfiehlt sich daher, bereits zu Beginn klare Regeln aufzustellen. In unserem Beispiel könnte man festlegen, dass die Optionsscheine dann verkauft werden, wenn der Index unter 18.000 Punkte fällt, bei einer gleichzeitigen Neubewertung der Situation.

Bestehen die wahrgenommenen Verlustrisiken nach wie vor, kann ein Teil des Erlöses für den Erwerb von günstigeren Optionsscheinen mit niedrigerem Bezugspreis eingesetzt werden.

So diversifizierst du dein Depot richtig

Wer Aktien aus verschiedenen Branchen und Währungsregionen hält, wird von spezifischen Ereignissen weniger hart getroffen. Eine rein aktienbasierte Strategie hat allerdings ihre Grenzen. Gerade in gefürchteten Extremsituationen werden oft fast alle Aktien mit hinuntergezogen. Durch die Hinzunahme weiterer Anlageklassen kannst du einiges dafür tun, um auch dann besser geschützt zu sein.

Natürlich gibt es gute Fonds, die genau diese Strategie abbilden. Zu beachten ist hier allerdings der oft exorbitante Ausgabeaufschlag sowie die Managementgebühr der Fondsgesellschaften. Günstiger sind passiv gemanagte ETFs, womit man schon mit 2-3 Produkten unkompliziert ein gut diversifiziertes Depot zusammenstellen kann.

Neben einem ETF auf einen sehr breiten Index wie dem MSCI World könnte man auch daran denken, auf einen Korb von landwirtschaftlichen Standardprodukten wie Weizen, Soja und Mastschweinen zu setzen. Dies ist zum Beispiel mit dem RBS Market Access RICI Agriculture Index ETF (WKN:A0MMBJ) möglich, der derzeit auf einem recht tiefen Niveau notiert.

Weniger geeignet sind konjunkturabhängige rohstoffbasierte Anlageklassen wie Industriemetalle und Erdöl. Hier fährt man mit Aktien entsprechender Dividenden bezahlender Branchen-Unternehmen meist besser.

Hingegen lässt sich etwa mit dem DB X-TRACKERS DB Hedge Fund Index ETF 2C USD (WKN:DBX0DD) gut eine stabilisierende Wirkung erzielen. Auch eine währungsgesicherte Variante ist erhältlich. Auf der Basis von vordefinierten Regeln wird hier kontinuierlich das breite Hedgefonds-Universum abgebildet.

Damit setzt man mit einem einzigen Wertpapier auf eine Mischung von sehr komplexen und vielseitigen Anlagestrategien, die so kaum auf eigene Faust realisierbar ist, wobei hier allerdings wieder bedacht werden muss, dass die darunter liegenden Hedgefonds sich ordentlich für ihre Dienste bezahlen lassen.

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, sein Depot aktiv zu gestalten, um Risiken zu reduzieren. Wer langfristig Erfolg haben möchte, sollte auf alle Fällen darauf achten, die Gebühren auf allen Ebenen gering zu halten. Mit einer guten Mischung aus aussichtsreichen Aktien, möglicherweise Optionsscheinen zur Absicherung und ausgewählten ETFs zur Diversifizierung hältst du die Kosten niedrig und bist vor den schlimmsten Auswirkungen einer potenziellen Wirtschaftskrise geschützt.

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Ralf Anders besitzt keine der genannten Wertpapiere. The Motley Fool besitzt keine Aktien der genannten Unternehmen.

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