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Lindt & Sprüngli – solltest du lieber den Goldhasen oder die Aktie kaufen?

Kaum sind die letzten Weihnachtsmänner und Engel aus den Geschäften verschwunden, kündigt sich für die Süßwarenindustrie schon das nächste Fest an. Bevor aber im Februar die Osterhasen auftauchen, möchte ich einen Blick auf den weltgrößten Produzenten von Premiumschokolade werfen und darlegen, warum ich derzeit nicht in die Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG (WKN: 859568) investiere.

Doch neben den christlichen Feiertagen spielt auch der Valentinstag eine große Rolle. Warren Buffett bringt den Wettbewerbsvorteil der Premiumhersteller in seiner unvergleichlichen Art auf den Punkt:

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Kannst du dir vorstellen, am Valentinstag nach Hause zu kommen, zu sagen: „Schatz, ich habe die billigen genommen“, und ihr eine Schachtel mit Schokolade in die Hand zu drücken? Das läuft so nicht. In diesem Sinne haben wir große Preismacht.

Buffett bezog sich mit diesem Zitat auf See’s Candies, eines seiner Lieblingsunternehmen bei Berkshire Hathaway. Inhaltlich können wir das aber auf Lindt übertragen.

Wie viel Umsatz erzielt Lindt?

Der Umsatz von Lindt steigt seit vielen Jahren an. Mit Ausnahme von 2011, als es einen kleinen konjunkturellen Einbruch gab, legten die Einnahmen von Lindt stets zu:

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Quelle: Geschäftsbericht

Dieser Trend hielt auch im Jahr 2015 an. Der Umsatz legte um 7,9 % auf 3,65 Milliarden Franken zu, das sind gut 3,3 Milliarden EUR.

Der große Sprung in 2014 resultierte aus der Übernahme des amerikanischen Produzenten Russell Stover Candies.

Was von den Umsätzen übrig bleibt

Oben hatte ich schon vom Wettbewerbsvorteil durch Qualität und Marke geschrieben. Warren Buffett spricht hier von einem „Moat“, einem Burggraben, der dem Unternehmen Schutz vor der Konkurrenz bietet.

Dennoch ist auch die Welt bei Lindt nicht rosarot. Während Öl von einem Tief zum nächsten fällt, sind die Preise für den wichtigsten Rohstoff Kakao seit Jahren auf dem Weg nach oben. Dazu herrscht im Süßwarenmarkt ein beinharter Wettbewerb, der die Gewinne drückt.

Übrigens ist Lindt nur im Premiumsegment aktiv. Die Kilchberger beliefern keine Discounter und stellen keine Handelsmarken her.

Besonders belastend ist für Lindt die Stärke der heimischen Währung. Mehr als 90 % der Umsätze erzielt Lindt außerhalb der Schweiz, was auf die Zahlen in Franken drückt.

Die nächste Grafik zeigt die Entwicklung der EBIT-Marge. Das EBIT ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern. Damit wird der operative Gewinn dargestellt, also das, was aus der eigentlichen Geschäftstätigkeit übrig bleibt. Diese Zahl wird ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt und ergibt dann die EBIT-Marge.

Quelle: Geschäftsbericht

Wir sehen, dass die Zahlen durchaus ansprechend sind. Mit 14 % wurden in 2013 und 2014 sogar Rekordwerte erreicht. Trotz der von mir genannten Schwierigkeiten ist Lindt also in der Lage, auskömmliche Renditen zu erzielen.

Solide schweizerische Qualität

Nicht nur die Schokolade ist bei Lindt vom Allerfeinsten, auch die Bilanz ist erstklassig. Langfristige Schulden waren bei Lindt lange Zeit ein Fremdwort, der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme lag immer bei fast 70 %. Erst seit der Übernahme von Russell Stover Candies sieht das etwas anders aus.

Dennoch lag die Eigenkapitalquote zum 30. Juni immer noch bei 52,2 %. Das ist für ein Industrieunternehmen ein guter Wert und zeigt, dass am Zürichsee solide gewirtschaftet wird.

Ein weiterer Pluspunkt für das Unternehmen ist der Aktionärskreis. Ich bevorzuge Familienunternehmen, da hier üblicherweise längerfristiger gedacht und agiert wird als etwa dann, wenn Finanzinvestoren, die nur an hohen Ausschüttungen interessiert sind, das Sagen haben.

Die Familien Lindt oder Sprüngli findet man zwar nicht unter den Aktionären, dafür aber drei Stiftungen aus dem Lindt-Umfeld, die als Gruppe insgesamt 20,3 % des Aktienkapitals halten. Auch hier dürfen wir von einem langfristigen Interesse ausgehen, das uns als Foolische Anleger nur recht sein kann.

Vorstand und Aufsichtsrat sind mit knapp 4 % beteiligt. Das lässt uns hoffen, dass die Interessen der handelnden Personen mit unseren identisch sind.

Qualität bleibt nicht unbemerkt

Diese Qualitäten habe ich (leider) nicht als erster entdeckt. Seit dem Börsentief im Frühjahr 2009 hat sich der Kurs der Aktien etwa vervierfacht. Eine einfache und gängige Kennzahl zur Einordnung ist das KGV, das den Gewinn eines Unternehmens ins Verhältnis zum Aktienkurs setzt. Seit 2009 hat sich das KGV bei Lindt wie folgt entwickelt:

Quelle: Geschäftsbericht

Lindt ist ein Qualitätsunternehmen und sieht durch Produktentwicklungen und den Wunsch in Entwicklungsländern nach einem westlichen Lebensstil weiteres Wachstumspotenzial. Dadurch ist ein höheres KGV als der Markt gerechtfertigt. Dennoch erscheint der Wert von knapp 40 sehr sportlich – und der Aktienkurs (und damit das KGV) ist in 2015 weiter gestiegen.

Lindt & Sprüngli ist auf meiner Watchlist ganz weit oben, aber bevor ich tatsächlich einsteige, möchte ich einen deutlichen Kursrückgang sehen, durch den das KGV mehr in Richtung 30 sinkt.

Noch eine Parallele zu Buffett

Falls du jetzt doch sofort loslaufen und Aktien kaufen möchtest: Es gibt da ein ganz kleines Problem. Lindt hält es mit Warren Buffett und führt keine Splits, also Aufteilungen der Aktien durch. Deswegen kostete ein Papier am 18.01.2016 auch 64.005 Franken, also rund 58.500 Euro.

Es gibt aber ein Sonderangebot: Lindt hat Partizipationsscheine (WKN: 870503) ausgegeben, die vergleichbar mit deutschen Vorzugsaktien sind. Wirtschaftlich stellen sie ein Zehntel einer Aktie dar, sind aber mit 5.320 Franken bzw. 4.850 Euro relativ günstiger.

Dennoch sind auch die Partizipationsscheine mit einem KGV jenseits der 30 alles andere als ein Schnäppchen. Dann also lieber der Goldhase aus dem Supermarkt, denn bei dem bekommst du sogar noch ein Glöckchen dazu.

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Peter Roegner besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Berkshire Hathaway.

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