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Die größten DAX-Verlierer 2015: VW und RWE sind heute kein Kauf, Linde hingegen schon

Quelle: Dirk-Jan Kraan @ flickr

Von den 30 aktuellen DAX-Werten gab es in den letzten 12 Monaten immerhin 18 Gewinner. Danach folgen 3 Unternehmen, die weitgehend auf der Stelle traten und 9 Unternehmen, die zu den Verlierern gezählt werden müssen. Die Gründe für deren Schwäche sind sehr verschieden und damit auch die Zukunftsaussichten. Am schlimmsten getroffen hat es die beiden großen Energieversorger E.On (WKN:ENAG99) und RWE (WKN:703712), gefolgt von der Volkswagen-Gruppe (WKN:766403) und Linde (WKN:648300).

Lass uns im Folgenden genauer ansehen, ob die größten Verlierer des Jahres nun heiße Eisen oder Schnäppchen sind. Nach meiner Einschätzung sollten sich Foolishe Anleger vor allem Linde auf die Beobachtungsliste setzen.

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Loser Nr. 3: Linde

Dass der Gasekonzern Teil dieses Artikels ist, kam für mich eher überraschend. Linde ist hochprofitabel, hat sich in den letzten Jahren ausgezeichnet entwickelt und ist erfolgreich in neue Geschäftsfelder vorgestoßen. Trotzdem lief es für Anleger in diesem Jahr nicht rund, ein Jahres-Minus von 15 % steht zu Buche. Nach einem starken Beginn musste der Kurs im Jahresverlauf arg Federn lassen.

Die für Linde so wichtige Industrieproduktion schwächelt in mehreren Regionen und der niedrige Ölpreis verdirbt das Geschäft mit der Öl&Gas-Branche. Da der Vorstand auf absehbare Zeit kaum mit Besserung rechnet, wurden die ambitionierten Mittelfristziele zurückgedreht, weshalb der Kurs im Dezember eingebrochen ist.

Trotz der aktuellen Verschnaufpause halte ich die Linde-Aktie für ein hervorragendes Langfrist-Investment. Der Konzern ist beispielsweise bei den Zukunftsthemen Energiespeicher und neue Brennstoffe ausgezeichnet positioniert. Für Anleger ist allein schon die zuverlässig steigende Dividende attraktiv, weshalb ein Investment auf diesem Niveau aus meiner Sicht mit geringem Risiko behaftet ist.

Loser Nr. 2: Volkswagen

Für Volkswagen begann das Jahr 2015 ausgezeichnet. Ein Verkaufsrekord nach dem anderen wurde gemeldet und die vom schwachen Euro getriebenen Gewinne schienen keine Grenzen zu kennen. Im Frühling wurden noch Höchststände jenseits der 250 Euro erreicht. Als der VfL Wolfsburg Ende Mai den DFB-Pokal gewann, ging es parallel zum DAX bereits stetig abwärts.

Ein heftiger Nackenschlag folgte dann im September mit dem Bekanntwerden der Manipulationen an Dieselmotoren. Der Kurs stürzte auf rund 100 Euro ab. In den letzten Wochen des Jahres war dann immerhin ein Anstieg von über 30 % von den Tiefstständen zu verzeichnen. Für pessimistische Aktionäre eine Gelegenheit für Schadensbegrenzung beziehungsweise Gewinnmitnahmen.

Selbstverständlich gibt es auch Grund für Optimismus, dass VW letztlich gestärkt aus der Sache herauskommen könnte. Meinem Eindruck nach ist vielerorts eine Trotzreaktion bemerkbar, dass man sich nicht unterkriegen lassen will.

Zuletzt wurde vom neuen Management ein Kulturwandel angekündigt. Da ist natürlich fraglich, wie gut sich Letzteres von oben herab konzernweit durchsetzen lässt. Daneben herrscht weiterhin große Unsicherheit bezüglich der Gesamthöhe an Strafzahlungen und Kosten für die Nachbesserung. Erst im Laufe des Jahres wird sich zeigen, ob es gelingt, den Konzern einigermaßen in der Erfolgsspur zu halten und einen nachhaltigen Imageverlust zu vermeiden.

Insgesamt stehen die Chancen nicht schlecht, dass Volkswagen mit einem blauen Auge davonkommt und sich weiter signifikant erholen kann. Wenn du aber nicht zocken willst und nach stabilen Erträgen strebst, ist die Aktie eher ein zu heißes Eisen, solange wesentliche Aspekte nicht geklärt sind.

Loser Nr. 1: E.On und RWE

Es bietet sich an, die Energieriesen gemeinsam zu betrachten. Für beide war nicht nur 2015 ein Seuchenjahr: Bereits seit Anfang 2008 zeigt der Trend scharf nach unten. Damals wurden noch märchenhafte Gewinne vermeldet. Heute wissen wir, dass die jeweiligen Anstrengungen, die Konzerne wetterfest zu machen, nicht ausreichend waren.

Sie wurden aber auch von den Ereignissen überrollt: zuerst der intensivierte Wettbewerb, dann der AKW-Ausstieg und die Herausforderung Erneuerbare Energien; jetzt auch noch der Streit um die Braunkohle-Verstromung sowie der Ölpreisverfall. Weder Windparks noch fossile Kraftwerke werfen so auskömmliche Renditen ab.

Heute bleiben bei E.On gerade noch knapp 18 Milliarden EUR Börsenwert (Stand 29.12.) übrig, in der Spitze war dieser rund sechsmal so hoch. RWE hat sogar rund 90 % vom Höchststand verloren. Die Aufsehen erregenden Investitionen und Kampagnen rund um Erneuerbare Energien, Heimautomatisierung und Elektromobilität werden von Anlegern offenbar nicht honoriert. Im Fokus stehen allein die nackten Zahlen und die sahen eben in diesem Jahr erbärmlich aus.

Beide Konzerne haben in diesem Jahr allerdings bedeutende strategische Maßnahmen eingeläutet. E.On möchte sich in zwei Konzerne aufspalten, RWE-Chef Terium hat im Dezember einen ähnlichen Plan verkündet. Er möchte die Zukunftsbereiche des Konzerns kapitalmarktfähig machen, ohne sie jedoch aus dem Konzern herauszulösen.

Trotz allen Anstrengungen: E.On und RWE krebsen immer noch auf niedrigem Niveau herum. Das aktuelle Umfeld könnte für die beiden kaum schlechter sein, aber eine Aufhellung der Lage ist im kommenden Jahr nicht unwahrscheinlich. Die beiden Versorger gehören immer noch zu den bedeutendsten Branchen-Akteuren in Europa und erscheinen derzeit sehr günstig. Da jedoch weiterhin mit Turbulenzen am Energiemarkt zu rechnen ist, empfiehlt es sich hier, gegebenenfalls eher vorsichtig in kleineren Tranchen Aktien einzusammeln.

Fazit

Was tief fällt, kann auch hoch steigen. Von daher ist das Gewinnpotenzial bei den Verlierern des Jahres oft besonders hoch. Verbunden damit ist aber in den meisten Fällen ein erhöhtes Risiko. Solange sich die Unsicherheiten nicht auflösen und sich kein fester Boden bildet, ist Vorsicht angesagt. Relativ unbeschwert kannst du meiner Meinung nach lediglich bei Linde zugreifen, zumindest wenn du ausreichend Geduld mitbringst.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool hält keine Wertpapiere der genannten Unternehmen.

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