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Achtung! Deine Dividende ist vielleicht nicht so sicher wie du denkst

Foto: Pixabay, lalabell68

Wenn es eine Sache gibt, die uns die Schlappe im Energiesektor gelehrt hat, dann, dass das Management nicht besonders weitsichtig ist. Was vor Kurzem noch sicher schien, kann sich schnell durch ein unvorhergesehenes Ereignis ändern. Das hat zu sehr enttäuschten Investoren geführt, deren Einkommen sich in Luft aufgelöst hat, nachdem das Management seine Fähigkeiten überschätzt hatte, die Auszahlungen aufrecht zu erhalten. Diese Beispiele dienen als eine Warnung, dass große Dividenden schon morgen gestrichen werden könnten.

BILDQUELLE: SEADRILL.

BILDQUELLE: SEADRILL.

So viel zum Thema Nachhaltigkeit

Das Offshore-Bohrunternehmen Seadrill (WKN:A0ERZ0) ist ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das dachte, seine Dividende wäre für die nächsten paar Jahre sicher. Mitte 2014 hatte das Unternehmen noch eine sehr solide Dividende, die von einem starken Auftragsbestand gestützt wurde. Im zweiten Quartalsbericht schrieb das Unternehmen:

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Der Vorstand hat beschlossen, die vierteljährliche Dividende bei 1,00 USD pro Aktie zu belassen. Der Vorstand hat zu einem früheren Zeitpunkt bereits kommuniziert, dass dieses Niveau zumindest bis Ende 2015 nachhaltig ist… der Vorstand freut sich zu verkünden, dass wir ein zunehmend gutes Gefühl haben, dass diese gute Periode auch ohne deutliche Verbesserung auf dem Markt bis ins Jahr 2016 ausgedehnt werden kann.

In anderen Worten, Seadrill war so zuversichtlich, dass man den Investoren versicherte, die Dividende würde für mindestens die nächsten zwei Jahre auf diesem Niveau bleiben. Das war eine Annahme, die auf drei Dingen basierte: Die Sicherheit der Verträge, den Zugang zu den Kapitalmärkten und das langfristige Wachstum im Bereich Tiefseebohrungen.

Trotz dieser scheinbar soliden Basis, schrieb Seadrill 90 Tage später im dritten Quartalsbericht:

Seit unserem letzten Quartalsbericht haben eine Reihe von Entwicklungen die Faktoren beeinflusst, die unsere Dividendenausschüttungen bestimmen. Die größten Auswirkungen hat dabei die Unsicherheit in unserem Makroumfeld. Der Vorstand sieht den Verfall der Ölpreise als einen Indikator größerer Besorgnis, was die Nachfrage betrifft. Daher muss dies mit Vorsicht behandelt werden… Aufgrund der Veränderungen seit unserem letzten Bericht hat der Vorstand die Entscheidung getroffen, die Dividendenauszahlungen vorerst auszusetzen.

Was wie eine sichere Dividende für die nächsten zwei Jahre ausgesehen hatte, stellte sich kurzfristig als das genaue Gegenteil heraus. Das liegt zum größten Teil an zwei wichtigen Änderungen: Es wurde schwieriger, Finanzierungen zu bekommen, während die Bohraktivitäten weniger wurden. Seadrill hätte damit vielleicht eine Zeitlang umgehen können, aber sie konnten es nicht ohne Zugang zu den Kapitalmärkten. Daher waren sie gezwungen, das benötigte Kapital aus dem Cashflow zu nehmen, der für Dividendenzahlungen vorgesehen war.

BILDQUELLE: KINDER MORGAN.

So viel zum Thema klare Aussichten

Der Energieinfrastrukturriese Kinder Morgan (WKN:A1H6GK) hatte vor Kurzem ein ähnliches Problem. In der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal sagte Gründer Richard Kinder:

Wir haben die Dividende im zweiten Quartal auf 0,49 USD erhöht. Wir sind auf Kurs, um unser Ziel von 2 USD für das ganze Jahr 2015 mit deutlich mehr als den benötigten Mitteln zu erreichen, selbst nachdem wir uns an die aktuellen Rohstoffpreise angepasst haben. Und wir erwarten, unsere Dividende von 2016 bis 2020 jährlich um 10 % zu erhöhen.

In anderen Worten: Das Unternehmen hatte die klare Perspektive, die Dividende in den nächsten Jahren jährlich um 10 % anzuheben. Grund zur Annahme war eine starke gebührenbasierte Einkommensstruktur, die den Cashflow mithilfe langfristiger Verträge und einem Auftragsbestand zu Festpreisen stützten.

Trotz dieser Sicherheit war das Unternehmen zu einem gewissen Grad den Rohstoffpreisen ausgesetzt, was den Cashflow minderte. Daher musste das kurzfristige Dividendenwachstum um ein Quartal verschoben werden und stattdessen wurde ein Dividendenwachstum von 6 % bis 10 % für 2016 angesetzt.

Genau wie Seadrill ist auch Kinder Morgan stark von den Kapitalmärkten abhängig, um sein Wachstum zu finanzieren und da der Aktienkurs langsam abrutschte, konnte das Unternehmen keine Aktien mehr zu guten Preisen verkaufen. Darüber hinaus verschlechterte sich der Kreditmarkt. Daher musste Kinder Morgan eine Entscheidung treffen: Die Dividende kürzen oder das Rating abrutschen lassen. Am Ende entschied man sich, die Dividenden um 75 % zu reduzieren:

Diese Dividende ermöglicht es dem Unternehmen einen bedeutenden Teil seines großen Cashflows zu benutzen, um die weitere Expansion zu finanzieren. Damit wird auch keine Kapitalerhöhung in der vorhersehbaren Zukunft erforderlich und das Unternehmen kann ein solides Investment Grade Rating aufrecht erhalten.

Da das Unternehmen vom Kapitalmarkt abhängig ist, um sein Wachstum zu finanzieren, blieb am Ende keine andere Möglichkeit. Sie mussten den Cashflow anstatt für die Dividende, für das eigene Wachstum benutzen, da überraschenderweise kein Zugang zu den Kapitalmärkten mehr bestand.

Foolishes Fazit

Die Vorhersehbarkeit einer Dividende ist eine schwierige Sache. Oft verkünden die Unternehmen, die Dividende wäre aufgrund der soliden Cashflowströme sicher. Zusätzlich nehmen sie an, dass sie immer Zugang zu Kapital hätten. Doch leider kann sich das sehr schnell ändern und das hat schon viele Unternehmen dazu gezwungen, ihren Kurs zu ändern. Das sollte für die Investoren eine Mahnung sein, dass eine Dividende nur dann sicher ist, wenn sie einen kleinen Teil des gesamten Cashflow ausmacht. Unternehmen, die einen großen Teil ihres Cashflows auszahlen, können Probleme bekommen, wenn der Cashflow einbricht oder die Kapitalmärkte ihre Türen schließen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Kinder Morgan. The Motley Fool empfiehlt Seadrill.

Dieser Artikel wurde von Matt DiLallo auf Englisch verfasst und wurde am 27.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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