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5 Aktien, bei denen wir uns wünschten, wir hätten sie 2015 gekauft

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Im Nachhinein ist man immer schlauer oder wie Warren Buffett einst sagte: „In der Geschäftswelt ist der Blick in den Rückspiegel immer klarer als der durch die Windschutzscheibe.“ Diese warnenden Worte sind ein wertvoller Rat, nicht in der Vergangenheit zu wohnen. Sie bringen aber auch die Klarheit zum Ausdruck, die rückblickend zum Vorschein kommt. Sich mit den Aktien auseinanderzusetzen, die du nicht gekauft hast, wird dir nicht dabei helfen, die Zukunft vorherzusagen; es kann dir aber wertvolle Erkenntnisse liefern.

Jetzt, wo sich das Jahr dem Ende neigt und der Schmerz der versäumten Gelegenheiten gegen zukünftige Aussichten für das neuen Jahr gewogen wird, haben wir fünf Motley Fool Mitarbeiter gebeten, uns ihre Top-2015-verpasste-Gelegenheiten zu nennen. Hier erfährst du, welche Aktien sie heute vor genau einem Jahr gekauft hätten, wenn sie noch einmal die Möglichkeit dazu erhielten.

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Brian Stoffel (Ctrip.com): Ich beobachte Ctrip.com (WKN:A0BK6U) – Chinas führende Online-Reiseagentur – bereits seit zwei Jahren. Nachdem ich einige Recherchen zum Unternehmen durchgeführt, seine Stellung in der Branche analysiert und von den Plänen über die langfristige Orientierung des CEO und Mitgründers James Liang gehört habe, kaufte ich Ctrip.com-Aktien.

Das war im September 2014, als der splitbereinigte Aktienkurs noch bei 30 USD lag. Danach schoss die Aktie um 65 % in die Höhe. Da man natürlich im Nachhinein immer schlauer ist, ist bei Investoren immer wieder folgender Satz zu hören: „Ich wünschte, ich hätte mir diese Aktie gekauft.“

In diesem Fall ist es jedoch etwas anders. Ich berichte für The Motley Fool regelmäßig über Ctrip und bin also sehr vertraut damit, wie es um das Unternehmen momentan steht. CEO Liang warnte bereits letztes Jahr, dass sich der Preiskrieg zwischen chinesischen Online-Reiseagenturen (u.a. mit eLong und dem von Baidu unterstütztem Qunar) auch in naher Zukunft fortsetzen wird. Er sagte, dass Ctrip den Gewinn von Marktanteilen über Profitabilität stellt.

Doch dann lieferte das Unternehmen entgegen allen Erwartungen hervorragende Ergebnisse. Im März berichtete ich, dass der Abwärts-Wettlauf zwischen den chinesischen Reiseagenturen ein Ende erreicht haben könnte, da Profitabilitätszahlen viel besser ausfielen, als erwartet. Dennoch kaufte ich nicht. Hätte ich das getan, würde ich mich über einen Kursanstieg von 80 % freuen.

Im Mai habe ich dann darauf hingewiesen — als die App des Unternehmens 800 Mio. Downloads erreichte und 70 % von Ctrips Geschäftsabwicklungen über mobile Endgeräte durchgeführt wurden — dass das Unternehmen dabei ist, den Kampf um die Vorherrschaft im chinesischen mobilen Reisemarkt für sich zu entscheiden. Aber ich kaufte wieder nicht. Hätte ich das getan, würde ich mich über einen weiteren Anstieg von 40 % freuen.

Indem ich beide Male nicht zugeschlagen habe, habe ich zudem eine zusätzliche Chance liegen lassen: Baidu, Qunar und Ctrip haben fusioniert und Ctrip hat seine Position an der Spitze der Online-Reiseagenturen gefestigt und den Preisdruck reduziert. Als der Deal in trockenen Tüchern war, schoss die Aktie um 22 % nach oben. Jedoch habe ich all das verpasst, da ich meine Chancen schon zu einem früheren Zeitpunkt nicht wahrgenommen habe.

Tamara Walsh (Amazon): Kritiker lieben es, sich über Amazons (WKN:906866) mangelnde Profitabilität zu beschweren. In Wahrheit aber übertrifft die Aktie des Online-Händlers trotz kurzfristiger Unzulänglichkeiten weiterhin alle Erwartungen. Zum Stand vom 22.12.15 ist die Amazon-Aktie seit Beginn des Jahres um atemberaubende 114 % geklettert. Damit belegt Amazon den zweiten Platz der diesjährigen bestperformenden Aktien des S&P 500. Die Aktie stieg seit Jahresbeginn von 308 USD auf den heutigen Wert von 660 USD.

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Das Unternehmen rühmt sich mit Amazon-Prime-Mitgliederzahlen im geschätzten zweistelligen Millionen-Bereich und hunderten Millionen Nutzern weltweit. Dadurch profitiert Amazon von einem Schutzkissen, das dem Unternehmen noch über viele Jahre Konkurrenz vom Hals halten wird. Die Popularität von Amazon-Marken – wie dem Kindle oder Fire-TV-Geräten – lockt außerdem neue und loyale Kunden in Amazons Königsreich.

Amazon feierte während des diesjährigen sogenannten „Black Friday“-Wochenendes in den USA den bisher besten Feiertagsumsatz seiner Geschichte. Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens hat Amazon drei Mal so viele Amazon-Markenprodukte verkauft wie im Vorjahr und sein Fire TV erhielt in den USA die Auszeichnung als „Nr.1 Steaming-Media-Player“. In Anbetracht dieser Erfolge scheinen die meisten Anleger bereit zu sein, operative Nullmargen zu Gunsten von Amazons langfristigen Wachstumsaussichten hinzunehmen.

Ich wünschte, ich hätte die Amazon-Aktie, deren Kurs sich im Jahr 2015 verdoppelt hat, zu Jahresbeginn gekauft.

Rich Duprey (McDonald’s): Ich habe eine großen Teil des vergangen Jahres damit verbracht, McDonald’s (WKN:856958) Management für seine Entscheidung, „ein modernes und progressives Burger-Unternehmen zu werden“ (so der CEO Steve Easterbrook), kritisiert. Aber während ich damit beschäftigt war, auf das Unternehmen einzuprügeln, kletterte seine Aktie stetig.

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Meine Kritik war wohlgemerkt keineswegs unbegründet. Easterbrook hat sich damals völlig darauf eingeschossen, Verbraucher der Millennium-Generation, die – meiner Meinung nach – in naher Zukunft nicht mehr oder zumindest nicht in ausschlaggebenden Mengen bei McDonald’s kaufen werden – zu adressieren. Außerdem hat der CEO damit riskiert, Teile seiner Stammkundschaft zu verlieren.

Der Durchschnittskunde schätzt McDonald’s für seine gute, schnelle und preiswerte Mahlzeiten. Er ist nicht an Grünkohl, Ciabatta-Brot oder sonstigen „ausgefallenen“ Speisen interessiert. Ob ein Entrecôte-Burger beim preisbewussten Verbraucher Gefallen finden würde, ist ebenfalls fraglich.

Nach all diesen weltfremden Ideen hat Easterbrook endlich begonnen, sich auf die Dinge zu konzentrieren, auf die es wirklich ankommt und den Unterschied bei der breiten Masse der Verbraucher ausmachen. Er hat ein Rund-um-die-Uhr-Frühstück eingeführt und die Bearbeitungszeiten an den Drive-In-Schaltern, die für den überwiegenden Teil von McDonald’s Umsatz verantwortlich sind, verbessert. Außerdem hat er in den USA das 1-Dollar-Menü ausgeweitet.

Zwar hätte es jedem einleuchten müssen, dass er sich letztendlich doch den grundlegenden Bedürfnissen der Kundenbasis widmen würde, da diese den Großteil des Umsatzes in die Kassen spült, so hätte sich der CEO dennoch darauf zuerst konzentrieren sollen. Danach hätte er sich der Anwerbung der Millennium-Verbraucher widmen können. Seine Prioritäten waren mir nicht klar erkennbar.

Während sich McDonald’s Aktienkurs den Großteil des Jahres knapp unter der 100-Dollar-Marke kaum vom Fleck bewegte, schoss die Aktie seit September, als angekündigt wurde, dass es von nun an McMuffins und Hash Browns rund im die Uhr geben wird, um 25 % in die Höhe.

Andere Investoren waren klüger als ich und erkannten, dass die Burger-Kette wieder in die Spur finden würde. Wäre ich nicht so unnachgiebig gewesen, hätte ich vielleicht realisiert, dass McDonald’s die Kurve kriegen würde und ich wäre früher eingestiegen.

Beth McKenna (American Woodmark): Es hätte sich ausgezahlt, zu Beginn des Jahres 2015 Aktien von American Woodmark (WKN:871501) zu kaufen. Diese sind seitdem um 110 % gestiegen. Das in Winchester (Virginia) ansässige Unternehmen, das eine Marktkapitalisierung von 1,3 Mrd. USD hat, produziert Küchenmöbel und Sanitäreinrichtung und vertreibt diese mit Hilfe von Baumärkten, Bauunternehmen und Händlern.

American Woodmark hat von der gesamtwirtschaftlichen Lage profitiert: Der Immobilienmarkt erholt sich und Ölpreise purzeln. Letzteres beschert Verbrauchern mehr Geld in ihren Taschen, das willkürlich ausgegeben werden kann. Das Unternehmen hat sich gut geschlagen und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im jüngsten Quartal stieg sein Umsatz um 18 %. Gleichzeitig legte der Gewinn je Aktie einen Sprung von 129 % hin. Das war deutlich höher als die 69 %, die Wall-Street-Experten prognostizierten.

Außerdem hat das Unternehmen einige kluge Projekte vorangebracht. Dazu zählt unter anderem die Einführung einer individuell an die Ansprüche des Kunden angepassten Möbellinie. Zwar kommt diese Produktlinie momentan nur für etwa 10 % von American Woodmarks Gesamtumsatz auf, jedoch wächst sie schneller als die Kernproduktlinien des Unternehmens. Das liegt größtenteils daran, dass in den letzten Jahren vermehrt auf Immobilien aus dem oberen Preissegment gesetzt wird. Da diese Produktlinie höhere Margen abwirft, hilft ihr robustes Wachstum American Woodmark, seine Gesamtmarge anzuheben. Seine Bruttogewinnmarge betrug dem jüngsten Quartalsbericht zufolge 21,9 %. Dies bedeutete einen Anstieg zum Vorjahr, in dem 17,2 % ausgewiesen wurden.

American Woodmark hat ein fabelhaftes Jahr 2015 hingelegt und auch die Aussichten für die nahe Zukunft sehen rosig aus. Es lohnt sich also, diese Aktie weiter im Auge zu behalten. Jedoch warne ich Investoren vor der zyklischen Natur dieser Aktie: Sie wird also analog zur US-Wirtschaft – und insbesondere zum Immobilienmarkt – kräftig steigen und fallen.

Keith Noonan (Netflix): Zu Beginn des Jahres befürchtete ich, dass es schon zu spät sei, auf den Netflix-Zug mitaufzuspringen. Die Aktie von Netflix (WKN:552484) verbuchte zwischen 2009 und 2014 einen kräftigen Zuwachs von über 1.000 % und begann das Jahr 2015 mit einem Trailing-Kurs-Gewinn-Verhältnis von ungefähr 80. Der führende Video-Streamingdienst hatte dank einer Wachstumsdynamik in internationalen Märkten und dem Erfolg seiner Eigenproduktionen beeindruckende Wachstumsaussichten, jedoch hat die zu hoch gegriffene Bewertung und die Möglichkeit eines erhöhten Wettbewerbsdrucks mich dazu verleitet, mich nach anderen Aktien umzuschauen. Hätte ich die Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen, hätte ich mein Handeln vermutlich noch einmal überdacht.

Die Netflix-Aktie hat im Jahr 2015 ungefähr 140 % gutgemacht und ist dadurch dieses Jahr der größte Gewinner des S&P 500. Noch entscheidender könnte allerdings die Entwicklung des Unternehmens in einem Bereich sein, der ihm helfen wird, über Jahre eine Führungsposition einzunehmen: Die Rede ist von seiner Markenstärke. Ein Beispiel dafür ist die Redewendung und das Internet-Phänomen „Netflix and chill“, das bei jungen Erwachsenen gerade voll im Trend liegt.

Rückblickend könnte man Netflix’ Jahr mit einer Vielzahl von herausragenden Statistiken zusammenfassen. Die Kernaussage, die ich nun treffen kann, nachdem ich diese exzellente Möglichkeit liegen gelassen habe, ist simpel: Halte bei großartigen Produkten nach den Vorzügen Ausschau, die nicht so leicht messbar sind.

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The Motley Fool hält und empfiehlt, BIDU und NFLX. The Motley Fool empfiehlt CTRP.

Dieser Artikel wurde von Keith Noonan auf Englisch verfasst und am 25.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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