The Motley Fool

Die schlechtesten Wachstumsaktien 2015

Wenn Investoren Aktien eines „Wachstumsunternehmens” kaufen, dann sollten sie sich einer Sache bewusst sein: Mit der Möglichkeit auf übergroße Gewinne kommt auch das Risiko von übergroßen Verlusten. Aber was macht eine Aktie zur Wachstumsaktie? Für diesen Artikel wollen wir annehmen, dass es sich dabei um ein Unternehmen handelt, das irgendwann 2015 mit einem KGV von über 50 bewertet wurde.

Obwohl der S&P 500 dieses Jahr die meiste Zeit flach verlaufen ist, mussten die Investoren der folgenden drei Wachstumsunternehmen brutale Verluste hinnehmen. Und hier sind die Gründe dafür.

Yelp – 49 % Verlust

BILDQUELLE : YELP.

BILDQUELLE : YELP.

Im Februar wurde die Aktie des Online-Werbe- und Bewertungsportals Yelp (WKN:A1JQ9H) nach einem positiven Quartalsbericht mit 57,50 USD gehandelt. Zu diesem Zeitpunkt entsprach das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 440! Seither ist die Aktie aber um 52 % gefallen.

Aber warum? Naja, wie in fast jeder wichtigen langfristigen Betrachtung hat das Unternehmen Fehler gemacht. Das Nutzerwachstum verlangsamte sich dramatisch und die Aufrufe von mobilen Geräten – obwohl diese im letzten Quartal um 22 % gestiegen sind – haben sich auch verlangsamt. Das Unternehmen hat diesen Abwärtstrend auch dann nicht stoppen können, als es bedeutende Summen in neue Arbeitskräfte investiert hat. Wenn diese neuen Mitarbeiter nicht zur allgemeinen Überraschung Gewinne machen, dann könnte das Geschäftsmodell schon bald in Trümmern liegen.

Es hilft auch nicht, dass Konkurrenten mit tieferen Taschen wie Facebook in denselben Markt einsteigen wollen. Für 2016 erwarten die Analysten einen negativen Gewinn pro Aktie

Container Store – 58 % Verlust

BILDQUELLE: CONTAINER STORE.

BILDQUELLE: CONTAINER STORE.

Als Container Store (WKN:A1W7F4) Ende 2013 an die Börse ging, hatten alle ein gutes Gefühl. Angeführt von Kip Tindell, einem Pionier der bewussten Kapitalbewegungen, glaubten die Investoren, dass verbesserter Kundenservice, ein ehrgeiziger Expansionsplan und solide flächenbereinigte Umsätze ein großartiges Investment ergeben würden.
Es stellte sich jedoch heraus, dass das nicht der Fall war. Die Aktie von Container Store erreichte im April 2015 ihren Höhepunkt mit etwa 23 USD pro Aktie und einem KGV von 70. Seither ist die Aktie um 65 % gefallen.

Dann schienen am laufenden Band enttäuschende Nachrichten zu kommen. Im April verkündete das Management, dass der flächenbereinigte Umsatz um 0,8 % im vorausgehenden Quartal gefallen war. Tindell legte im Juli einen weiteren Rückgang von 0,9 % nach, was aber positiv gesehen wurde, weil zuvor ein Einbruch um 3 % bis 4 % erwartet wurde. Im Oktober ging es mit den schlechten Nachrichten weiter. Der flächenbereinigte Umsatz stieg nur um 0,1 % und lag damit deutlich unter den Erwartungen.

Unterm Strich kommt das gesamte Einnahmenwachstum von den neuen Läden. Das bedeutet, dass die bestehenden bei den Kunden einfach auf wenig Gegenliebe stoßen. Vielleicht liegt es daran, dass man vergleichbare Produkte auch online findet, oder dass Container Store mehr verlangt, als die Kunden zu zahlen bereit sind. In jedem Fall springt der Funke nicht über.

In Zukunft erwarten die Analysten einen Gewinn pro Aktie von 0,36 USD. Auf aktuellem Stand wird die Aktie mit dem 22fachen dieser Schätzung bewertet.

Bitauto — 63 % Verlust

3
Ich muss mich ehrlicherweise zu den Investoren zählen, die sich bei Bitauto (WKN:A1C89E) die Finger verbrannt haben, als ich im September die Aktie gekauft habe. Bitauto möchte ein Online-Komplettanbieter für alle sein, die gebrauchte und neue Autos in China kaufen und verkaufen wollen.

Die Aktie erreichte im Januar ein Hoch von 89 USD. Zu diesem Zeitpunkt entsprach das einem KGV von 58. Seitdem ist der Kurs um über 70 % gefallen.

Das Schicksal von Bitauto ist auf drei Schlüsselfaktoren zurückzuführen. Erstens waren die Erwartungen außerordentlich hoch und die Aktie schwankte regelmäßig um mehr als 10 %. In anderen Worten, es war ohnehin schon eine volatile Aktie.

Zweitens lief es in China und damit auch an den weltweiten Märkten im Sommer generell nicht rund. Zwischen Mitte Juni und Ende August fiel der Shanghai-Index um 43 %. Während dieses Zeitraums fiel auch die Aktie von Bitauto um über 55 %.

Und drittens. Obwohl das Unternehmen ein Einnahmenwachstum von über 80 % im letzten Quartal verzeichnete, haben die Gewinne eine Delle davongetragen. Das Management investiert viel in ihre sogenannte EP Plattform. In einfachen Worten erlaubt es diese Funktion den Autohändlern, ihre eigenen virtuellen Ausstellungsräume auf der Plattform von Bitauto zu erstellen.

Ich glaube, so eine Funktion könnte bei den Kunden sehr gut ankommen und wird wohl sich wohl als eine gute Investition herausstellen. Aktuell scheine ich damit aber in der Minderheit zu sein. Wenn das Unternehmen die Schätzungen der Analysten für 2016 erfüllen kann, dann wird es einen Gewinn pro Aktie von 1,42 USD generieren. Bei dem aktuellen Kurs von 26 USD wäre das ein relativ günstiges künftigen KGV von 18.

Kauf Aktien, die Warren Buffett kaufen würde...aber nicht kaufen kann

Weißt du, dass es viele gute Aktien gibt, die Warren Buffett nicht kaufen kann? So ist es. Und obwohl er diese Aktien nicht kaufen kann, du kannst es. Um drei dieser zu-klein-für-Buffett Aktien zu sehen, klick hier.

Motley Fool besitzt und empfiehlt Facebook und The Container Store Group. Motley Fool empfiehlt Yelp.

Dieser Artikel wurde von Brian Stoffel auf Englisch verfasst und wurde am 22.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.