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Wird Amazon auch nächstes Jahr so überraschend profitabel sein?

Als Investition ruft Amazon.com (WKN:986866) starke Reaktionen von Bären und von Bullen hervor. Bei den letzteren sind die Dominanz im E-Commerce-Bereich und die starken Kursanstiege ein Beweis dafür, dass das Unternehmen eine ausgezeichnete langfristige Investition ist. Für die Bären fehlt bei dieser Geschichte aber ein Schlüsselfaktor: Der Gewinn. Seit Jahren hat Amazon seinen Marktanteil auf Kosten von Margen und Gewinnen ausgebaut. Daher stellen einige die Bewertung des Unternehmens in Frage.

KRITIKER MONIEREN, DASS AMAZON NICHT GENUG WERT AUF PROFITE LEGT. QUELLE: AMAZON.COM.

Kritiker monieren, dass Amazon nicht genug Wert auf Profite legt. Quelle: Amazon.com

In letzter Zeit scheinen aber die Bullen die Überhand gewonnen zu haben. 2015 ist die Aktie um eindrucksvolle 115 % gestiegen, da das Unternehmen in den letzten Quartalen überraschenderweise Gewinn gemacht hat. Während das Unternehmen von Jeff Bezos für sein formidables Online-Shopping bekannt ist, kam der Anstieg beim Nettoeinkommen aber von der weniger bekannten Sparte Amazon Web Services, dem Cloud- und dem Remote-Storagegeschäft, wo die Margen deutlich höher sind als im Einzelhandel.

Aber wenn Pacific Crest Recht hat, dann könnten sich die Gewinne von AWS nächstes Jahr wieder auflösen. Sollten sich die Investoren Sorgen machen?

Amazon macht, was es immer gemacht hat

Die Bären mögen viele Argumente auf ihrer Seite haben, aber am Ende lief es nur auf eines hinaus: Bezos ist der Gewinn egal. Anstatt sich um die Aktionäre zu kümmern, reduziert Amazon weiter die Kosten, bis ein Punkt erreicht ist, an dem die Sache unprofitabel wird, selbst bei den massiven Stückzahlen, die Amazon verkauft. Aber es ist wahr: Sie konzentrieren sich nur auf den Kunden. Daher senken sie die Preise und investieren in zukünftige Dienste.

In direktem Gegensatz dazu steht der Einzelhandelsgigant Wal-Mart (WKN:860853), der einen großen Teil des Cashflows der letzten fünf Jahre in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen für die Aktionäre ausgegeben hat – ein Großteil davon ist bei der Walton-Familie gelandet, die etwa 50 % des Unternehmens besitzen.

Pacific Crest scheint durch den Business Insider anzudeuten, dass Amazon seine Investitionspläne auf Kosten der Gewinne von Amazon Web Services nächstes Jahr weiterführen wird: Das Unternehmen plant, neue und teure Cloudanlagen zu eröffnen, um in zukünftige Märkte zu expandieren und um den eigenen Marktanteil zu erhöhen.

as wird die Gewinnmargen von AWS kurzfristig nach unten drücken. Ich glaube aber, dass das eine kluge Investition in weiteres Wachstum und daher langfristig eine gute Entscheidung ist.

Pacific Crest ist bullisch

Wir sollten auch erwähnen, dass Pacific Crest bullisch in Bezug auf Amazon eingestellt ist. Pacific hat ein Kursziel von 800 USD in den nächsten 12 Monaten ausgegeben, da das Analyseunternehmen annimmt, dass der elektronische Handel Zulauf in einer Größenordnung bekommen wird, der auch Wal-Mart wehtun könnte. Pacific Crest erwartet, dass der elektronische Handel in den nächsten fünf Jahren von 7 % auf 30 % wachsen wird.

Nach Jahren der Unterinvestition in die Online-Sparte und in die richtigen Leute kündigte Wal-Mart-Chef Doug McMillion kürzlich einen Plan an, um mehr in diese Bereiche zu investieren, um langfristigen Erfolg zu erreichen. Die Investoren reagierten und schickten die Aktie um 10 % nach unten.

Amazon scheint dagegen Rückenwind aus zwei Richtungen zu bekommen. Zusätzlich zum großen Zulauf des elektronischen Handels, einem Bereich, wo es das bekannteste und sichtbarste Unternehmen ist, hat Amazon jetzt auch mit AWS ein Geschäftsmodell mit hohen Margen. Natürlich werden die Bären wieder argumentieren, dass Amazon schon wieder ein Jahr ohne verlässliche Gewinne bevorsteht, aber das hat Amazon dieses Jahr auch nicht aufhalten können, oder?

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.

Dieser Artikel wurde von Jamal Carnette auf Englisch verfasst und wurde am 23.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.