The Motley Fool

Viel Glück mit dieser Vorhersage

Nach der Konferenz von Jalta am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Franklin Roosevelt gefragt, ob das Treffen der Regierungschefs der Alliierten den Grundstein für dauerhaften Frieden gelegt hat. Roosevelt – müde, krank und nur Wochen vom Tod entfernt – antwortete: „Ich kann diese Frage beantworten, wenn du mir sagst, wer deine Nachfahren im Jahre 2057 sind. Wir können so weit vorhersehen, wie die Menschen an solche Sachen glauben“.

Im Nachhinein wissen wir, dass Europa für Jahrzehnte überaus friedlich geblieben ist. Aber niemand wusste dies zu jenem Zeitpunkt. Das eigentliche Ergebnis war eines von Millionen Szenarien, die hätten eintreten können. Was, wenn Hitler entkommen wäre und erneut die Macht ergreift? Was, wenn Deutschland eine Atombombe gebaut hätte? Was, wenn der kalte Krieg in einen Nuklearkrieg umgeschlagen wäre? Es gibt so viele realistische Alternativen, dass ein weißer Mann wie Roosevelt nur über die Frage lachen kann, die langfristige Zukunft vorherzusagen. Die Dokumentation How to Live Forever fragt mehrere Hundertjährige, was der glücklichste Tag in ihrem Leben war. Eine 104 Jahre alte Teilnehmerin sagte: „das Ende des Ersten Weltkrieges“. Denn ihre Familie war sich sicher, dass dies Frieden für Europa bedeutet. Das Erstaunliche ist nicht, wie falsch sie lag. Das Erstaunliche ist, wie leicht sie hätte richtig liegen können und was dies für das 20. Jahrhundert bedeutet hätte.

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Die Geschichte ist voll von solchen Dingen. Sehr realistische, sehr unterschiedliche Verläufe, die aus purem Zufall nicht stattgefunden haben.

Ich denke beim Investieren viel darüber nach. Viele Investoren wühlen sich durch Berge historischer Daten, um zu verstehen, wie Märkte funktionieren und was in der Zukunft passiert. Ich tue dies auch. Das ist besser, als sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen. Aber die Daten, die wir haben, erzählen nur die Geschichte eines Ergebnisses aus einer unendlichen Menge an Möglichkeiten. Noch schlimmer wird es, weil unzählige Ereignisse den Verlauf von Investitionen und der Wirtschaft im letzten Jahrhundert beeinflusst haben. Alle dieser Ereignisse hätten anders ausgehen können.

Nimm die große Depression. Dies war die größte wirtschaftliche Tragödie in der modernen Geschichte. Aber im ersten Jahr war es nicht offensichtlich, dass es so schlimm wird. Die große Depression begann im Jahr 1929 in Form einer schlimmen Rezession und einem Zusammenbruch des Aktienmarktes. Letzteres war eher ein Nebenschauplatz, da nur wenige Amerikaner Aktien besaßen. Bis 1931 war es nicht so verheerend, dann brach das Bankensystem zusammen.

Warum scheiterte es? Es gab viele Gründe, aber einer davon ist eine österreichische Bank namens Credit-Anstalt. 1931 litt Credit Anstalt unter faulen Krediten. Einer der Direktoren, Zoltan Hajdu, weigerte sich, die Bücher zu unterschreiben, bis die Vermögensgegenstände neu bewertet wurden. Dies erzeugte Panik und die Anleger verlangten ihr Geld zurück. Dadurch brach die Bank zusammen. Credit-Anstalt wurde von der österreichischen Regierung übernommen. Dies versetzte Wien in Angst und ein Sturm auf die Banken brach los. Peter Coy von Bloombergs beschreibt, was dann geschah:

Die Panik in Wien lies Banken in Amsterdam und Warschau zusammenbrechen. Im Juni und Juli griff die Angst auf Deutschland über und von dort aus auf Lettland, die Türkei und Ägypten (und wenige Monate später auf England und die USA).

1931 schrieb der Economist von einem sich ausdehnenden Kreis von Misstrauen und finanziellen Schwierigkeiten, die sich in Europa nach dem Zusammenbruch von Credit-Anstalt ausbreiten. Der Wirtschaftswissenschaftler Roland Vaubel schrieb, dass der „Zusammenbruch von Credit-Anstalt eine Kettenreaktion auslöste: den Sturm auf die deutschen Banken, die Geldabzüge aus London, die großen Abhebungen von New York und andere Bankenzusammenbrüche in den USA“.

Du fragst dich vielleicht: Was wäre, wenn Credit-Anstalt von kompetenteren Leuten geleitet worden wäre? Was, wenn die österreichische Regierung eine vernünftige Rettung durchgeführt hätte? Es ist gut möglich, dass die schlimmsten Folgen der großen Depression vermieden worden wären. Wenn dies passiert wäre, dann würde jedes Lehrbuch, jedes Aktienmarktmodell, jede Gewinnerwartung, jedes Worst-Case-Szenario von heute anders aussehen. Alles nur, weil ein Mann namens Zoltan vor 84 Jahren einen schlechten Tag hatte.

Oder schau dir die letzte Finanzkrise an. Sie wurde richtig unangenehm, als Lehman Brothers zusammenbrach und das Vertrauen in das Weltfinanzsystem mit sich riss. Aber Lehman Brothers wurde beinahe von der Bank Barclays gerettet, die anbot, Lehman Brothers mit Hilfe der Regierung zu kaufen. Allerdings wurde der Deal durch rechtliche Hürden unmöglich. Ben Bernanke schrieb in seinen Memoiren:

Laut britischem Recht durfte Barclays keine Garantie für Lehmans Verbindlichkeiten abgeben, bis die Übernahme durch die Aktionäre von Barclays genehmigt ist. Dieser Prozess könnte Wochen oder Monate dauern. …Hank [Paulson] bat Alistair Darling, Chef des Finanzministeriums, für einen Erlass der Genehmigungspflicht durch die Aktionäre. Darling weigerte sich zu kooperieren, da das Aufheben der Regel die „Rechte von Millionen Aktionären kaputtmachen würde.“

Du fragst dich vielleicht: Was wäre passiert, wenn die Aufhebung durchgekommen wäre? Gesetze wurden während der Krise an allen Ecken und Enden umgangen. Wenn die Aufhebung genehmigt worden wäre, hätten die Ereignisse nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers, die die Arbeitslosenzahlen auf 10 % anschwellen liesen, vermieden werden können. Und heute würde die Risikobesessenheit von Lehmans – Black Swans, Fat Tails, Too Big to Fail, Hedging, Reform – vollkommen anders angesehen werden. Alles nur, weil ein Mann Namens Alistair an einem sonnigen Septembertag nicht offen für eine Änderung war.

Diese Liste kann unendlich fortgesetzt werden. Was, wenn Alexander Fleming Penicillin nicht entdeckt hätte? Was, wenn Die Sowjetunion nicht zusammengebrochen wäre? Was, wenn Steve Jobs keinen Krebs bekommen hätte? Was, wenn Barack Obama stattdessen erkrankt wäre? Was, wenn Bill Clinton Osama Bin Laden 1998 töten hätte lassen, als er wusste, wo er sich aufhält? Was, wenn Sadam Hussein sich 2003 gestellt hätte und einen Billionen USD teuren Krieg vermieden hätte? Was, wenn die Taliban Bin Laden 2001 ausgeliefert hätten und somit einen weiteren Billionen USD teuren Krieg vermieden hätten? Was, wenn ein paar Leute aus Florida im Jahre 2000 anders gewählt hätten und Al Gore Präsident geworden wäre und diese Billionen USD anders ausgegeben hätte?

Das ist alles Spekulation. Aber es ist alles im Rahmen der Möglichkeiten. Dies sollte jeden, der versucht, die Zukunft durch das Verknüpfen der Vergangenheit vorherzusagen, ganz kleinlaut werden lassen.

Aber hier ist das Problem: Heute Morgen las ich eine Überschrift: „Die Welt im Jahre 2050. Wird die Verschiebung der weltweiten Wirtschaftsmacht anhalten?“

Ich kann diese Frage beantworten, wenn du mir sagst, wer deine Nachfahren im Jahre 2127 sein werden.

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Dieser Artikel wurde von Morgan Housel auf Englisch verfasst und am 25.11.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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