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Warum Aixtron trotz der guten Nachrichten heute nur etwas für Zocker bleibt

Bis vor kurzem erregte Aixtron (WKN:A0WMPJ), der Spezialmaschinenbauer aus Herzogenrath, hauptsächlich durch negative Schlagzeilen Aufmerksamkeit. Seit 2011 ging es bei dem Spezialisten für Beschichtungsanlagen für die Halbleiterindustrie nur noch bergab. Jetzt scheint Licht am Ende des Tunnels. Machen die jüngsten Quartalszahlen Aixtron zu einem aussichtsreichen Kandidaten für ein Turnaround und vielleicht sogar attraktiv für langfristig orientierte Investoren? Meine Antwort: jein. Hier sind die Gründe.

Eine Leidensgeschichte

Aixtron produziert Chipanlagen zur Herstellung von Leuchtdioden (LED), die zum Beispiel in der Unterhaltungselektronik, Automobilindustrie und bei industrieller Beleuchtung zum Einsatz kommen.

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Klingt eigentlich nach einer Wachstumsstory.

Aber falsch gedacht, Aixtron schrieb seit 2012 tiefrote Zahlen. Kontinuierlich. Ebenso rot gefärbt waren die Kurse der Aktie. Aixtron wartete auf einen neuen Investitionszyklus in der Branche. Von 2009 bis Mitte 2011 zeigte uns das Unternehmen, wie so ein Zyklus aussehen kann. Doch seitdem hungerte das Unternehmen und mit ihm seine Investoren. Von April 2011 bis Ende Juli 2015 hatte der Kurs um über 85 % nachgegeben.

Und dann die Überraschung

Obwohl Aixtron noch wenige Wochen zuvor eine Umsatzwarnung ausgegeben hat, präsentierte das Unternehmen für das dritte Quartal 2015 erstmals wieder einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 4,1 Mio Euro. Der Umsatz stieg im Vergleich zum zweiten Quartal um 35 %.

Ist das das Zeichen für einen neuen Investitionszyklus? Der Turnaround?

In der Tat scheint Aixtron zurzeit einiges richtig zu machen. Die Bruttomarge verbesserte sich im Vergleich zum vorherigen Quartal durch einen günstigen Produktmix und geringere Betriebsaufwendungen von 9 % auf 33 %. Der Weg des Sparens, der beschritten wurde um die anhaltende Auftrags-Durststrecke zu kompensieren.

Und das hilft auch der EBIT-Marge – EBIT = Earninngs Before Interest and Taxes = Gewinn vor Zinsen und Steuern oder operativer Gewinn. Diese stieg im Vergleich zum zweiten Quartal von -44 % auf 3 %. Und vergleicht man die ersten 9 Monate 2014 mit den ersten 9 Monaten 2015, so erkennt man ebenfalls eine klare Verbesserung von -29% auf -19%.

In diesen Zahlen sind noch keine Aufträge des chinesischen Großkunden San‘an enthalten. Nachdem zunächst darüber spekuliert worden ist, ob dieser wichtige Kunde seine Aufträge storniert habe, klärte Aixtron auf: Die Aufträge seien nur verschoben, nicht jedoch storniert. Also weiterhin ein vielversprechender Katalysator für mehr Umsatz.

In Aixtron schlummert also durchaus Potenzial.

Ist Aixtron jetzt ein Investment für Foolishe Langfristanleger?

Meine Meinung hierzu ist nein, zumindest noch nicht.

Ein Quartalsgewinn nach einer Serie von Verlustjahren ist erfreulich und ein Schritt in die richtige Richtung, aber die Risiken überwiegen. So ist es noch lange nicht in Stein gemeißelt, dass Aixtron auch in den kommenden Quartalen – geschweige denn Jahren – Gewinne einfahren kann. Benjamin Grahams Mr. Market (die personifizierte Börse) reagierte zwar euphorisch auf die guten Neuigkeiten, doch genauso depressiv wird er meiner Ansicht nach verstimmt sein, wenn Aixtron statt eines weiteren Gewinns wieder einen Verlust einfährt und/oder seine Absatzprognose (weiter) senken muss.

Für mich kommen Unternehmen nur als Investment in Frage, wenn sie über einen Zeitraum von einigen Jahren mit Ertragssicherheit überzeugen konnten. Na klar, auch der Preis einer Aktie spielt eine Rolle: Ist die Aktie günstig, oder teuer bewertet? Aber auch hier liegt ein Problem, denn unter derartigen Randbedingungen, wie sie bei Aixtron und seinem Absatzmarkt vorliegen, kann und möchte ich jetzt noch keine Bewertung des Titels vornehmen, von einer Prognose ganz zu schweigen.

Ich sage nicht, dass man mit Aixtron kein Geld verdienen kann. Wird das Unternehmen weiterhin Gewinne einfahren – im besten Falle steigende –, kann der Titel durch die Decke gehen. Doch jeder, der hier jetzt investiert, muss aus den oben genannten Gründen meiner Ansicht nach bereit sein zu zocken.

Selbst wenn ich den ersten Teil der Rallye verpassen sollte, warte ich lieber ab und investiere erst, wenn Aixtron gezeigt hat, dass es wieder regelmäßig Gewinne einfahren kann.

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Robert Schleifenbaum besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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