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Warum die BASF-Aktie heute 22 % Aufwärtspotenzial haben könnte

Suchst du nach Aktien, die du am besten dein ganzes Leben lang halten kannst und dir eine stabile jährliche Rendite bringen? Dann könnte BASF (WKN:BASF11) zum aktuellen Kurs genau das Richtige für dich sein. Wenn du dich aber nicht nur auf dein Bauchgefühl verlassen möchtest, erfährst du hier, wieso meiner Meinung nach BASF auch aufgrund der nackten Zahlen derzeit ein äußerst attraktives Investment sein könnte.

Wie du ein gutes Bauchgefühl mit nackten Zahlen ersetzen kannst

Die Firmengeschichte von BASF reicht nun schon 150 Jahre in die Vergangenheit zurück. Das Unternehmen meisterte also Internetblasen und Finanzkrisen ohne in die Verlustzone zu schlittern. Und mit Chemikalien, Agrarlösungen, Öl und Gas dürfte man auch noch in Zukunft gutes Geld verdienen. Mein Bauch sagt also eindeutig ja zu diesem Unternehmen.

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Sollte sich auch in der Zukunft daran nichts ändern, dann wäre die angestrebte Haltedauer – frei nach Warren Buffett – für immer. Das bedeutet aber auch, dass die jährlichen Dividendenausschüttungen die einzigen Rückflüsse sein werden, die du vom Unternehmen erhalten wirst. Mögliche Kursgewinne erhöhen zwar deinen Depotstand, werden aber erst dann realisiert, wenn du die Aktien wieder verkaufst. Im besten Fall also nie.

Deshalb konzentrieren wir uns ausschließlich auf die möglichen Dividendenzahlungen und ermitteln mithilfe des sogenannten Dividend Discount Modell, oder auf Deutsch „Modell der diskontierten Dividenden“, ob der aktuelle Kurs nicht viel zu teuer ist. Also ob auch mein Kopf ja sagt.

Die Dividendenhistorie und die aktuelle Dividende

Hat es das Unternehmen geschafft, in der Vergangenheit die Dividenden nachhaltig zu erhöhen, ist meiner Meinung nach die Chance hoch, dass auch künftig die Dividenden gesteigert werden können.

Seit 2008 konnte das Unternehmen seine Dividenden durchschnittlich um 6,2 % jährlich steigern. In meinen Augen schon einmal ziemlich überzeugend.

Quelle: Eigene Darstellung mit Zahlen von www.boerse-online.de

Quelle: Eigene Darstellung mit Zahlen von www.boerse-online.de

Aber wie nachhaltig ist das Ganze? Die Gewinne pro Aktie stiegen im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 10 %. Die Ausschüttungsquote, also wie viel Euro vom Gewinn an die Aktionäre ausbezahlt werden, ist in diesem Zeitraum also gesunken.

Diese Entwicklung erhöht die Qualität der historischen Dividendensteigerungen. Denn oftmals haben Unternehmen zwar starke Dividendensteigerungen, die Gewinnsteigerungen fallen aber deutlich geringer aus. Die Ausschüttungsquote steigt von Jahr zu Jahr. Langfristig führt ein solches Vorgehen mit Sicherheit zu stagnierenden oder fallenden Dividenden.

Die ewige Rente

Beim Dividend Discount Modell wird der Wert eines Unternehmens bestimmt, in dem alle künftigen Dividenden aufaddiert werden. Bei einer ewigen Haltedauer ist das auf den ersten Blick gar nicht so einfach.

Allerdings gibt es in der Finanzmathematik eine wirklich einfache Formel, die es uns ermöglicht genau dies zu tun: die ewige Rente. Und ja, ewig ist hier wirklich wörtlich zu verstehen.

Oftmals wird die Dividende der ersten drei oder auch fünf Jahre genauer abgeschätzt und die ewige Rente erst danach angewendet. Wir wollen es uns aber etwas einfacher machen und wenden die ewige Rente einfach gleich auf die letzte Dividendenzahlung an.

Aber zunächst einmal zur Formel der ewigen Rente und welche Größen man zur Berechnung der ewigen Rente benötigt.

formel

Sieht nicht nur einfach aus, sondern ist auch wirklich einfach.

Die Bestimmung der Eingangsgrößen

W0 steht für den Wert der ewigen Rente zum heutigen Zeitpunkt. Beim Dividend Discount Modell ist das der heutige Wert der Aktie.

R steht für den Betrag, den du zum heutigen Zeitpunkt jährlich erhältst. Bei unserem Beispiel demnach die Dividendenzahlung von 2015 (2,80 EUR).

Und nun wird es spannend: Der Buchstabe i, der für den Diskontierungszinssatz steht, und der Buchstabe g, welcher für die angenommene jährlich Wachstumsrate steht, sind nämlich die maßgeblichen Einflussfaktoren.

Für g könnte man nun annehmen, dass sich das Wachstum der Vergangenheit auch in der Zukunft fortsetzen wird. Um einen kleinen Sicherheitspuffer einzurechnen würde ich persönlich die 6 % allerdings auf 5 % reduzieren.

Die Wahl des Diskontierungszinssatzes fällt nun schon etwas schwerer. Anhaltspunkte für die Höhe sind die Risiken der Investition und zu welchem Zinssatz du das Geld anderweitig anlegen könntest. Dazu orientiere ich mich an den durchschnittlichen DAX-Renditen bei einer Haltedauer von über 30 Jahren. Diese betrug in etwa 8 %.

Der faire Wert der Aktie nach dem Dividend Discount Modell und auf was du trotzdem achten solltest

Setzt du diese Größe fehlerfrei in die Formel ein, erhältst du einen Wert von exakt 93,33 EUR. Verglichen mit dem aktuellen Kurs von 76,52 (24.11.2015) also 22 % mehr.

Können die Dividenden im Schnitt tatsächlich in der angenommen Größenordnung gesteigert werden, wäre BASF zum heutigen Zeitpunkt ein wirklich attraktives Investment.

Selbstverständlich gehst du aber auch bei diesem Investment Risiken ein. Die Kurse werden zwischendurch wohl auch mal wieder unter 70 EUR je Aktie fallen. Auch mit gelegentlichen Dividendenkürzungen würde ich rechnen. Aber schafft BASF langfristig eine kontinuierliche Steigerung der Dividende, dann ist das Unternehmen wirklich sehr attraktiv. Und deshalb liegen seit einigen Wochen auch BASF-Aktien in meinem Depot.

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Sven besitzt Aktien von BASF. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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