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Vier Kursstürze und ein Kaufkandidat: Drägerwerk, Hugo Boss, Manz und Dialog Semiconductor

Foto: pixabay, Republica

Jähe Kursstürze gibt es immer wieder – aber in jüngster Zeit scheinen sie sich zu häufen. Ich habe einmal ein paar der auffälligsten Einbrüche unter die Lupe genommen – und meine Schlüsse daraus gezogen. Hier sind vier Unternehmen, die viel Federn lassen mussten. Welches davon meines Erachtens ein Kauf ist und bei welchen du zurückhaltend bleiben solltest, das erfährst du hier.

Drägerwerk (WKN:555063) – Fit for Growth … ist man noch lange nicht

Nach einem negativen dritten Quartal musste das Unternehmen für Medizin- und Sicherheitstechnik die Jahresprognose kassieren. Zwar stiegen Umsatz und Auftragseingang, aber beim operativen Ergebnis im Konzern lag man mit ca. 23 Mio. Euro im Minus. In zwei Tagen fiel der Kurs bis zum 14. 10. um 20,1 %. Am 16.11. liegt der Kurs der Stämme immer noch 11 % im Minus.

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Wie kam’s: Wie so oft wird China angeführt, wo das Geschäft nicht wie erwartet verlief. Aber auch das Amerika-Geschäft und die Umsätze in Brasilien enttäuschten. Bei der Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern rechnet Dräger für das laufende Jahr nur noch mit 2,5 % bis 4,5 %. Zuvor wurden 5 % bis 7 % angepeilt. Und dann die Sonderbelastungen: Abschreibungen auf Forderungen und Vorratsbestände, sowie Rückstellungen für Qualitätskosten. Der Ausfall von Forderungen und der Austausch von Batterien bei Beatmungsgeräten belasten mit 20 Mio. Euro.

Was will man tun: Das Effizienzprogramm „Fit for Growth“ soll intensiviert werden – was weiteres Geld kosten wird. Gleichzeitig erwartet man in den Wachstumsmärkten in naher Zukunft keine Besserung. Insgesamt keine guten Aussichten für das Unternehmen – und für Investoren.

Hugo Boss (WKN: A1PHFF) – treten Sie ein, junge Frau

Auch beim schwäbischen Bekleidungskonzern aus Metzingen waren im dritten Quartal die Geschäfte in Amerika und China schuld an schlechten Zahlen. Statt in den heimischen Läden zu kaufen, sorgte die starken Nachfrage von Touristen aus Asien und Amerika für ein robustes Europa-Geschäft.

Der eigene Einzelhandel (inklusive Outlets und Online-Stores) verzeichnete eine Umsatzsteigerung von 8 %, dabei legte der Onlinehandel mit 22 % besonders stark zu. Der Umsatz stieg um 4 % auf 744 Mio. Euro. Der Überschuss fiel jedoch um 23 % auf 88,5 Mio. Euro – das schockte die Anleger. Um 12,6 % fiel der Kurs der Vorzüge vom 14.10. bis zum 16.10. Bis zum 16.11. fiel der Kurs um weitere 5,6 %.

Die Folge: Die Prognose für das Gesamtjahr musste gesenkt werden. Also muss sich der Weihnachtsmann noch mächtig ins Zeug legen, denn jetzt hängt alles am Weihnachtsgeschäft.

Wie geht’s weiter: Hugo Boss will das Damensegment weiter ausbauen. Damit lassen sich die die stark wachsende Gruppe modebewusster berufstätiger Frauen ansprechen, gerade auch in China. Wenn das gelingt, hat man ein weiteres starkes Standbein. Zu mehr Profitabilität soll auch der Ausbau des Eigenhandels beitragen. Hugo Boss will im laufenden Jahr rund 65 neue Stores eröffnen.

Manz (WKN:A0JQ5U) – weniger Solar, mehr Energiespeicher

Im Nachbarort Reutlingen residiert die Manz AG. Das Unternehmen entwickelt Produkte für die Energieerzeugung und -speicherung, Displays und Geräte für die E-Mobilität.

Anleger freuten sich zuletzt über gute Nachrichten von neuen Kunden für innovative Produkte wie Anlagen zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien. Dann kam etwas überraschend bei der Ergebnisvorstellung für das dritte Quartal die Nachricht, dass die Prognose für das Gesamtjahr reduziert werden muss.

Was war passiert:  Auch hier war China schuld, die konjunkturelle Abkühlung dort führte zur zurückhaltenden Investitionsbereitschaft bei den asiatischen Kunden. Die Folge: Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet der Vorstand nunmehr ein negatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Als Konsequenz will der Vorstand ein Restrukturierungsprogramm einleiten – was natürlich erst einmal Geld kostet. Das erschreckt Anleger. Um -18,8 % fiel der Kurs am 26.10. und verlor bis heute (16.11.) weitere 33,4 %.

Wie geht’s weiter: In Zukunft will sich die Manz AG auf die Wachstumsmärkte Consumer Electronics und Energy Storage fokussieren. Der Solarbereich steht zur Disposition – möglicherweise wird man sich ganz davon verabschieden. Viel hängt davon ab, ob Manz sein Wachstumspotenzial in der automatisierten Fertigung nach individuellem Kundenwunsch in regionalen Absatzmärkten entfalten kann. Ein erster Schritt ist die Kooperation mit Adidas (WKN:A1EWWW) bei der lokalen Schuhproduktion in „Speedfactories“. Sie ermöglicht es Adidas zukünftig, Schuhe individuell, ressourcenschonend und wirtschaftlich am Ort des Verbrauchers herzustellen.

Dialog Semiconductor (WKN:927200) – typischer Fall von Übertreibung

Einmal die Prognosen nicht übertroffen und schon geht’s rasant bergab: Dialog Semiconductor hat die Wachstumserwartungen der Analysten nicht erfüllt. Ein Umsatzplus von 18 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 330,4 Mio. US-Dollar war nicht genug.

Dazu kommt noch die Ankündigung der beabsichtigten Übernahme des Konkurrenten Atmel (WKN:882557) für 4,6 Mrd. US-Dollar. Das sind etwa 50 % mehr als der eigene Marktwert heute – ­kein Pappenstiel. Das war wohl für etliche Anleger zu viel der Verunsicherung. Die Aktie rauschte am 26.10. um 20,3 % in den Keller und steht heute noch um 8,8 % tiefer.

Gute Prognosen. Für die letzten drei Monate prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz von 430 bis 460 Mio. US-Dollar. Dies entspräche einem Jahresumsatz von 1,4 Mrd. US-Dollar – eine Steigerung um gut 20 % zu 2014.

Wie geht’s weiter: Die Ausrichtung auf das „Internet der Dinge“ ist der richtige Schritt, um sich von der Entwicklung im Markt der mobilen Devices und der Abhängigkeit von Apple abzukoppeln. Denn dort nimmt die Dynamik aufgrund einer zunehmenden Sättigung in den wichtigsten Märkten langsam ab. Ob sich das mit dem Kauf von Atmel realisieren lässt, ist ungewiss. Zwar wird der Kauf als teuer eingeschätzt, doch es ist wichtig, dass sich Dialog Semiconductor von der Abhängigkeit von einem Hauptkunden löst. Auch wenn man in dessen Fahrwasser bisher ganz gut mitgeschwommen ist, wie die jüngste Kurserholung nach den guten Zahlen von Apple gezeigt hat.

Die Meinung eines Fools

Auch wenn Drägerwerk Aufsichtsratsmitglied Grenz am 16. Oktober 300 Aktien im Wert von 18,378 Euro gekauft hat – vorerst drängt sich aus meiner Sicht kein Engagement auf.

Bei Hugo Boss werde ich erst mal das Weihnachtsgeschäft abwarten. Wenn sich dann wieder die Zeichen mehren, dass sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg befindet, kann man ernsthaft über einen Einstieg nachdenken.

Manz ist ein interessantes Unternehmen, das sich zu beobachten lohnt. Für ein Investment braucht es für mich aber noch eine erkennbare Linie – und erste Erfolge bei der Implementierung von Industrie 4.0 in die Produktionslösungen. Warten wir’s ab.

Trotz aller Skepsis sieht es im Gegensatz zu den anderen dreien bei Dialog gut aus. Die Geschäfte laufen gut und das Management erkennt, wo in Zukunft das Geld verdient wird – im Internet der Dinge. Wenn man den Wandel vom Apple-Abhängigen zum wachstumsstarken Marktführer in den Bereichen Mobile Power, Internet der Dinge und Automotive wird, kann das eine Erfolgsstory werden. Ich setze darauf und bin nach dem Absturz eingestiegen.

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Werner Block besitzt Dialog Semiconductor. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple.

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