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BP: Höhere Gewinne dank des Raffineriegeschäfts

Foto: BP plc

Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand ein gutes Quartal bei BP (WKN:850517) erwartet hätte bei den aktuell niedrigen Öl- und Gaspreisen. Aber am Dienstag verkündete das Unternehmen überraschend Gewinne, die besser als erwartet waren. Das lag an gutem Timing und den Gewinnen aus dem Downstream-Segment im Bereich Raffinerie und Einzelhandel. Dieser Anstieg im Raffineriegeschäft hätte nicht zu einem besseren Zeitpunkt kommen können, denn die Gewinne aus der Produktion und die Beteiligung an Rosneft verhalten sich genau so, wie CEO Bob Dudley vorhergesagt hatte. Wir werden es noch länger mit niedrigen Ölpreisen zu tun haben.

Die Zahlen

Die normalisierten Quartalsgewinne pro Aktie lagen bei 0,60 USD. Das ist ein deutlicher Rückgang verglichen mit den 0,90 USD aus dem Vorjahresquartal, aber das war zu erwarten. Trotzdem übertraf BP bei Weitem die Erwartungen der Analysten von S&P Capital IQ von 0,36 USD pro Aktie.

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Die Aufgliederung der Gewinne in der folgenden Grafik zeigt, dass das Downstream-Geschäft andere Schwächen ausgleichen konnte.

QUELLE: BP DRITTER QUARTALSBERICHT, GRAFIK DES AUTORS

QUELLE: BP DRITTER QUARTALSBERICHT, GRAFIK DES AUTORS

Die Höhepunkte

Selbst wenn die Gewinne aus dem Upstream-Geschäft 77 % geringer waren als im Vorjahreszeitraum, so konnte man doch eine leichte Verbesserung verglichen mit dem letzten Quartal sehen. Das ist eine beeindruckende Leistung, denn der durchschnittliche Einzelhandelspreis für Öl und Gas war niedriger als im zweiten Quartal.

Erzielte Preise Q3 2014 Q2 2015 Q3 2015
Rohöl (USD pro Barrel) 91,42 56,69 44,01
Erdgas (USD pro tausend Kubikfuß) 5,4 3,8 3,49
Durchschnittspreis (USD pro Barrel Öläquivalente) 61,61 40,04 33,25

QUELLE: BP QUARTALSBERICHT

Zwei Gründe ermöglichten es, die Upstream-Gewinne trotz der miserablen Preise zu verbessern: 1.) Die Gesamtproduktion erhöhte sich um 4,4 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. 2.) Die zusätzliche Produktion kam von außerhalb der USA und Europa. Die Produktion im Rest der Welt erhöhte sich um 23 %, damit konnte ein Anstieg der Gesamtproduktion von 11 % im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden.

Ein anderer Aspekt, der ein wenig Bewunderung verdient hat, sind die Downstream-Gewinne. Teil dieser Ergebnisse kommen aus dem fantastischen Raffineriegeschäft. Der European Refining Margin Indicator für das Quartal erreichte 58,10 USD pro Tonne. Das ist der höchste Wert seit über 10 Jahren. Man muss BP dafür ein Lob zukommen lassen, dass sie einige der kleineren Raffinerien mit weniger Leistung verkauft haben und sich auf das Portfolio aus großen Raffinerien konzentriert haben, die in jedem Marktumfeld gut abschneiden.

Die Tiefpunkte

Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass die Gewinne aus dem Upstream-Geschäft momentan absolut miserabel sind. Die Öl- und Gasproduktion Lower 48 wurde intern „abgespalten”, um mehr Handlungsspielraum bei der Förderung von Schieferöl zu haben. Aber sowohl Lower 48 als auch die Förderung in den USA verlieren bei den aktuellen Preisen weiterhin Geld.

CEO Bob Dudley sagte, das Unternehmen erwarte nicht, dass der Ölpreis vor 2016 auf über 60 USD steigen werde. Sollte sich das bewahrheiten, dann wird sich das Unternehmen weiterhin auf das Downstream-Geschäft verlassen müssen, um die Verluste im Upstream-Bereich wieder auszugleichen – außer BP schafft es, die Produktionskosten noch weiter zu senken.

Ansichten eines Fools

Die Gewinne des letzten Quartals zeigen einmal mehr die Stärke des vertikal integrierten Öl- und Gasgeschäftes. Wenn sie sich nur auf die Gewinne aus der Produktion verlassen müssten, dann könnten sie nicht einmal ihre Erschließungskosten oder die Dividende bezahlen. Das Management hat es dieses Jahr bisher geschafft, die Betriebskosten um etwa 3 Milliarden USD zu senken und einige weniger profitable Geschäftsteile zu veräußern. Sollte Dudley Recht behalten und die Preise steigen erst einmal nicht über 60 USD pro Barrel, dann werden die Geschäftsergebnisse in Zukunft wohl ähnlich aussehen wie in den beiden letzten Quartalen. Das ist nicht gerade ermutigend für die Investoren.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Tyler Crowe  auf Englisch verfasst und wurde am 27.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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