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VW: Steigende Kosten und unbeantwortete Fragen

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Volkswagen (WKN:766400) gab am Donnerstag an, gerade einige Ausführungen des neuesten EA 288-Dieselmotors darauf zu prüfen, ob auch dieser mit der Manipulationssoftware ausgestattet worden war. Diese schaltet unter Testbedingungen das Abgaskontrollsystem an, um dadurch die Ergebnisse zu verfälschen.

VW hat bereits zugegeben, 11 Millionen Fahrzeuge mit dieser Software verkauft zu haben. Diese Fahrzeuge waren allerdings mit einer älteren Ausführung des Motors ausgestattet. Das Unternehmen behauptet, die neueren Motoren würden alle die gesetzlichen Auflagen erfüllen.

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Aber auch diese Behauptung wird inzwischen in Frage gestellt und ist nur eine der vielen offenen Fragen auf einer Liste, die immer länger wird.

DIE VW-ZENTRALE IN WOLFSBURG. BILDQUELLE: VOLKSWAGEN.

DIE VW-ZENTRALE IN WOLFSBURG. BILDQUELLE: VOLKSWAGEN.

Allein die Rückrufe werden ein Vermögen kosten

Am Freitag waren es genau fünf Wochen, seit die amerikanische Umweltbehörde EPA VW beschuldigt hatte, bei den Emissionstests betrogen zu haben und wir wissen immer noch nicht, was passiert ist oder warum.

Wie es aussieht, geht es dem neuen Management von VW da ähnlich.

Der Skandal hat das Unternehmen schwer getroffen. Die Aktie hat etwa ein Drittel ihres Wertes verloren, der ehemalige CEO Martin Winterkorn war gezwungen zurückzutreten und mehrere hochrangige Führungskräfte wurden „suspendiert” oder unfreiwillig beurlaubt, während die Nachforschungen weitergehen.

In der Zwischenzeit steigen die Kosten immer weiter. Bei einigen der betroffenen Autos reicht wahrscheinlich ein Softwareupdate, aber bei vielen anderen wird eine Nachrüstung erforderlich sein, um die Emissionsstandards in den USA und Europa zu erfüllen.

Hierbei ist es nicht mit einem einfachen Austausch der betroffenen Bauteile getan. Ein komplett neues System wird eingebaut werden müssen, um die Abgase sauber zu bekommen. Die Reparatur soll mehrere Stunden dauern und könnte VW 1000 USD oder mehr pro Fahrzeug kosten

Es wurden etwa 482.000 betroffene Modelle von VW und Audi in den Vereinigten Staaten verkauft. Und die werden alle repariert werden müssen. Aber dann gibt es laut Angaben von VW noch etwa 3 Millionen Fahrzeuge in Europa, die auch die Nachrüstung brauchen werden.

Sollten noch mehr Fahrzeuge betroffen sein, dann könnte die Rechnung sogar noch höher werden. Bereits jetzt ist klar, dass die Kosten ausufernd sein werden.

Gerichtsverfahren, Untersuchungen und verstimmte Kunden – und Händler

Die Analysten korrigieren ihre Gewinnprognosen für VW gerade nach unten. Das Unternehmen hatte schon angegeben 6,5 Milliarden EUR aus den Gewinnen des dritten Quartals zu nehmen, um die Kosten des Skandals zu tragen. Aber es wird langsam klar, dass das nicht einmal annähernd ausreichen wird, um nur die kurzfristigen Kosten zu decken.

Zuerst einmal muss VW die neuen Abgassysteme entwerfen, bauen, testen, herstellen und in alle Autos einbauen, die nicht nur ein Softwareupdate brauchen. Dann kommen noch die Entschädigungen für die Händler dazu, die das 2016er Modell auf Lager haben, es aber jetzt nicht verkaufen dürfen. (Die EPA hat den Verkauf von Fahrzeugen von VW mit Dieselmotor gestoppt, bis bewiesen ist, dass VW auch hier nicht betrogen hat.)

BILDQUELLE: VOLKSWAGEN.

VW wird auch die Besitzer der Autos entschädigen müssen, die den Diesel wegen der guten Fahrleistung und seiner Sparsamkeit gekauft haben. Es ist wahrscheinlich, dass die Nachrüstung eben die Fahrleistung oder die Sparsamkeit in Mitleidenschaft ziehen wird, vielleicht auch beide. Laut Bloomberg wurden schon mehr als 300 Klagen gegen VW eingereicht.

Die Kosten dafür könnten VW noch lange nachhängen. Vor Bekanntwerden des Skandals waren über 20 % der Verkäufe von VW in den USA Dieselfahrzeuge. Viele Besitzer waren jahrelang treue Kunden von VW. Diese Treue wird jetzt natürlich in Frage gestellt. Andere Autohersteller wie Toyota, die gerade ein neues Modell des Prius auf den Markt bringen, machen gerade nicht ganz subtile Andeutungen in Richtung der empörten VW-Kunden.

Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass VW dazu gezwungen sein könnte, die Autos – zumindest in den USA – zu den ursprünglichen Preisen zurück zu kaufen. Eine Analyse der Associated Press schätzte die Kosten des Rückkaufes der 482.000 betroffenen Fahrzeuge in den USA auf 6,9 Milliarden USD.

Und das gilt nur für die USA. Es gibt noch viel mehr von diesen Fahrzeugen in Europa und dem Rest der Welt. VW ist bei weitem der größte Autohersteller in Europa. Da könnte der Skandal helfen, einige Kunden in die Arme von Konkurrenten wie Ford (WKN:502391) und General Motors (WKN:A1C9CM) zu treiben. Dann würde VW auch noch mit verlorenen Marktanteilen in der Heimatregion für den Skandal bezahlen.

Wann wird die gebeutelte Aktie ein Kauf?

Bei all den Reparaturen, Strafzahlungen, Gerichtsverfahren und Umsatzrückgängen ist schon mal klar, dass das alles ein Vermögen kosten wird. Die Schätzungen gehen in alle Richtungen, aber nur wenige liegen unter 20 Milliarden EUR und einige sind sogar über 30 Milliarden EUR.

VW kann es sich wahrscheinlich leisten und wird den Skandal überleben, wenn sie es schaffen die Zahlungen auf mehrere Jahre zu verteilen. Das Unternehmen verfügte Ende Juni noch über 21 Milliarden EUR an verfügbarer Nettoliquidität (Cash plus Kreditrahmen minus Schulden) und hat seither Maßnahmen ergriffen, um die Ausgaben zu senken und weitere Mittel aufzutreiben.

Es scheint klar, dass VW nach dem Skandal ein anderes Unternehmen sein wird als der Autoriese mit den tiefen Taschen, den wir in den letzten Jahren gesehen haben. Aber die lange Liste mit den offenen Fragen macht es schwer zu sagen, ob man in diese Zukunft jetzt investieren sollte. Wenn du dir überlegst zu kaufen, würde ich dir raten abzuwarten, bis wir mehr wissen.

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Motley Fool empfiehlt Ford und General Motors.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 24.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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