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Ferrari: Was du über den Börsengang wissen musst

Was

Fiat Chrysler (WKN:A12CBU) verkauft 10 % seiner Tochterfirma Ferrari beim Börsengang am Mittwoch. Die Aktie soll laut einem Prospekt von Ferrari bis zu 52 USD kosten.

Ferrari N.V., eine niederländische Holdinggesellschaft, die 90 % von Ferrari S.p.A. besitzt, wird an der New Yorker Börse unter dem passenden Ticker „RACE” gelistet.

(Ferrari S.p.A. ist das Unternehmen selbst. Die übrigen 10 % werden von Piero Ferrari, dem Sohn des Gründers Enzo Ferrari gehalten und er verkauft nicht.)

BILDQUELLE: FERRARI

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Und weiter?

Der Kurs wird wahrscheinlich einen Sprung machen, zumindest am Anfang. Bloomberg berichtete letzte Woche, dass die Nachfrage das Angebot deutlich übersteige. Da am Anfang nur 10 % der verfügbaren Aktien gehandelt werden, wird die Nachfrage wohl sehr groß sein.

Aber das wird sich wahrscheinlich im Lauf der Zeit ändern und zwar aus ein paar Gründen.

1.) Das Angebot an Ferrari-Aktien wird sich deutlich erhöhen. Es wird zwar nur ein Neuntel von Ferrari N.V. bei der Erstemission angeboten, aber der Rest wird in den nächsten Monaten an die Aktionäre von FCA verteilt.

2.) Ferrari ist zwar eine extrem wertvolle Marke und ein profitables Unternehmen, aber die Wachstumsaussichten sind begrenzt. Ferrari begrenzt die Produktion auf 7.000 Fahrzeuge pro Jahr, um die Exklusivität (und damit die Preissetzungsmacht) zu behalten. Diese Zahl könnte im Lauf der Zeit etwas steigen, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie jemals 10.000 Stück pro Jahr übersteigen wird.

(Ein Grund dafür: Solange die weltweiten Verkaufszahlen von Ferrari unter 10.000 Stück bleiben, kommen die US-Standards für Kraftstoffeffizienz nicht zum Tragen. Große und starke Benzinmotoren stehen bei Ferrari im Mittelpunkt und das Unternehmen hat keine Pläne, das in absehbarer Zeit zu ändern. Einen kleinen, sparsamen Ferrari zu bauen, nur um die Standards der Regelhüter zu erfüllen, könnte darüber hinaus auch die Marke schädigen.)

Die Produktion zu beschränken, ist sehr sinnvoll für das Geschäft von Ferrari. Aber es bedeutet auch, das das jährlich Wachstum, das die Investoren erwarten, nur schwer zu erreichen sein wird.
Und das bedeutet, dass bei all dem Glanz, den Ferrari verströmt, die Aktie vielleicht keine so tolle Investition sein wird.

Das wird momentan noch vom schwächelnden Luxusmarkt in China unterstrichen. Bis vor Kurzem sah es noch so aus, als könnte China der beste Ort für Ferrari sein, um mehr Autos zu verkaufen ohne die Exklusivität zu unterwandern. Aber diese Gelegenheit scheint schon vorbei zu sein.

3.) Ferraris sind spektakulär, aber die Entwicklungskosten sind sehr hoch. Das Wall Street Journal merkte erst kürzlich an, dass die Forschungs- und Entwicklungskosten von Ferrari 2014 etwa 20 % der Einnahmen ausmachten. Das ist fast das Doppelte der Ausgaben von Porsche und etwa vier- bis fünfmal so viel wie die meisten Autobauer ausgeben.

Das bedeutet, dass die Kosten bei Ferrari immer verhältnismäßig hoch sein werden. Die Preissetzungsmacht des Unternehmens ist beeindruckend, aber die Margen sind nur gut: Das liegt größtenteils bei den Entwicklungskosten. Und das wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern.

Und jetzt?

In den ersten Stunden und Tagen nach der Erstemission werden sich die Investoren um die Aktie streiten. Das könnte zu stark steigenden Kursen führen – aber das wird nur kurzfristig so sein.

Wenn du ein Stück des besten Autoherstellers der Welt haben möchtest, dann glaube ich, wäre es besser, ein bisschen zu warten. Der Kurs wird wahrscheinlich wieder fallen, wenn der anfängliche Ansturm sich gelegt hat und wenn FCA die restlichen Aktien an seine Aktionäre verteilt hat und diese dann nach und nach an der Börse angeboten werden.

Nach ein paar Monaten werden wir ein besseres Bild davon haben, was für eine Anlage Ferrari in den nächsten Jahren sein wird. Wenn es eine Kaufgelegenheit geben sollte, dann in ein paar Monaten. Also bleib dran.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.
Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 20.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.