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Nach einem turbulenten Q3 – was bringt die Berichtssaison für die deutsche Autoindustrie?

Quelle: Martin Abegglen @ flickr

Die deutsche Autoindustrie hat ein schwieriges Quartal hinter sich: sowohl die Konjunkturabkühlung in China als auch der VW-Abgasskandal haben an der Börse (und auch außerhalb) für schlechte Stimmung gesorgt. Die Volkswagen AG (WKN:766403) war natürlich am meisten betroffen, aber ihre Rivalen Daimler AG (WKN:710000) und die Bayerische Motoren Werke AG (WKN:519000) haben auch an Wert verloren.

Die Berichtssaison hat gerade angefangen – schauen wir uns an, was wir von den Quartalsberichten erwarten können.

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Daimler

Der Automobilhersteller aus Stuttgart wird am 22. Oktober als erstes den Quartalsbericht veröffentlichen. Die Absatzzahlen für das dritte Quartal waren hervorragend: Es wurden 16 % mehr Mercedes-Benz-Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr. Im dritten Quartal hat sich das Wachstum sogar beschleunigt und Daimler hat mehr Autos verkauft als BMW oder Audi. Besonders das China-Geschäft boomt: Trotz aller negativen Nachrichten über die Abkühlung in China hat Daimler es geschafft, das Absatzvolumen in den ersten neun Monaten um 27 % – im September sogar um 46 % – zu steigern.

Trotz dieser Leistung hat die Daimler-Aktie in den letzten drei Monaten 14 % an Wert verloren. Der Großteil dieses Verlustes ist schon vor dem Start des VW-Abgasskandals erfolgt und ist mehr mit der allgemeinen Stimmung über China verbunden – auch wenn Daimlers Ergebnisse in China dieser Stimmung widersprechen. Der Abgasskandal hat Daimler weniger getroffen: Der Aktienkurs ist in der ersten Woche um 16 % gefallen, aber in der Zwischenzeit hat er sich – nachdem CEO Dieter Zetsche ähnliche Verdächtigungen gegen Daimler stark zurückgewiesen hat – größtenteils erholt.

Meine Erwartungen für Daimler sind weiterhin bullish. Die Verbesserung der Margen vom ersten Halbjahr sollte auch demnächst für stark erhöhte Gewinne sorgen. Wie ich in einem früheren Artikel geschrieben habe, ist Daimler meiner Meinung nach ein prima Unternehmen für einen sehr attraktiven Preis und gehört auf die Watchlist von jedem Fool.

Volkswagen

Deutschlands größtes Unternehmen befindet sich in einer der größten Krisen seiner Geschichte. Bis zu elf Millionen Fahrzeuge sind betroffen, CEO Winterkorn ist zurückgetreten, Staatsanwaltschaften ermitteln, eine mögliche Strafe von bis zu 16 Milliarden Euro droht (alleine in den USA) – und die Liste ist wahrscheinlich noch nicht fertig. Der Aktienkurs ist in den letzten drei Monaten um 50 % gefallen, größtenteils seit dem Anfang des Skandals.

In den Absatzzahlen des dritten Quartals ist diese Krise noch nicht spürbar. Die Firma hat 3 % weniger Fahrzeuge geliefert als im Vorjahr und im September war der Rückgang noch geringer (-1,5 %). In den USA, wo „Dieselgate“ angefangen hat, konnte VW im September sogar 6 % mehr Autos verkaufen als im Vorjahr. Natürlich werden wir die tatsächlichen Auswirkungen des Skandals erst in den kommenden Perioden spüren.

Ehrlich gesagt: Der Quartalsbericht am 28. Oktober selbst – bezüglich des operativen Ergebnisses des dritten Quartals – interessiert niemanden. Die wichtigen Fragen, auf die man Antworten sucht, sind:

  • Wie verbreitet ist der Skandal? Wer war in der Abgasmanipulation involviert? Wer hat davon gewusst, und wann?
  • Noch wichtiger: Was sind die Konsequenzen für Volkswagens Zukunft?

Die finanzielle Aussicht für das vierte Quartal und für die kommenden Jahre – Umsatzrückgang, Kosten der technischen Lösung, mögliche Strafen, Auswirkungen der notwendigen Maßnahmen, wie zum Beispiel die Reduzierung der notwendige Investitionen – wird in den kommenden Wochen und Monaten für viel wichtigere Diskussionen sorgen als das Quartalsergebnis selbst. Es gibt noch viele offene Fragen, und ich schätze die Aktie bleibt volatil.

BMW

Die Münchner Firma hat mich im zweiten Quartal enttäuscht: Trotz steigendem Absatzvolumen ist die Profitabilität stark gesunken. Trotzdem hat BMW in den letzten drei Monaten mit -7 % am wenigsten an Wert verloren. Die Ergebnisse des dritten Quartals werden am 3. November veröffentlicht und ich bin gespannt, ob die Geschichte sich wiederholt.

Im dritten Quartal wurden 7 % mehr Autos verkauft als im Vorjahr. Nach ein paar Monaten Rückgang in China hat BMW im September wieder zweistelliges Wachstum erreicht. Die Absatzzahlen sind also weiterhin gut, auch wenn Daimlers Wachstum – meistens wegen China – noch besser ist.

Ich sehe zwei große Fragezeichen für den Quartalsbericht:

  • Was passiert mit der EBIT-Marge? Im zweiten Quartal gab es einen starken Rückgang, wird dieser Trend weitergehen? Falls ja, was sind die Gründe und was wird das BMW-Management dagegen tun?
  • Was ist BMWs Prognose für das letzte Quartal und für 2016? Gibt es irgendwelche Annahmen wie der Abgasskandal auf die Ergebnisse von BMW einwirkt?

Foolishes Fazit

Das dritte Quartal war turbulent, geprägt vom Abgasskandal und der Abkühlung in China. Volkswagen wurde am meisten getroffen, aber trotz eines Rückgangs von 50 % birgt die Aktie immer noch viele Risiken. Sowohl die BMW- als auch die Daimler-Aktien sind billiger geworden und bieten eine attraktive Einstiegsmöglichkeit – man muss aber anmerken, dass von den zweien Daimler ein positiveres Momentum hinter sich hat, während BMW mit mehreren Problemen (ein älteres Portfolio und Margenrückgang) kämpft.

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Miklos Szekely besitzt Aktien von Daimler. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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