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Jetzt mal Klartext: Ist die VW-Aktie ein Schnäppchen oder eine Falle?

Foto: Wikimedia Commons, tpsdave

Nun sind einige Wochen vergangen, in denen Investoren den Volkswagen (WKN:766400) Abgasskandal verdauen konnten. Für uns Zeit, einen Blick auf das Unternehmen und die Aktie danach zu werfen: Ist sie nun ein Kauf oder nicht? Wir haben zwei Fools mit unterschiedlicher Meinung dazu gefragt. Hier liest du, was sie darüber denken.

Ralf Anders (Bulle)

Eine bewährte Investoren-Regel heißt „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“. Natürlich muss man diesen Grundsatz gegen die entgegengesetzte Regel „Greife nicht in ein fallendes Messer!“ abwägen. Letztere trifft allerdings vor allem dann zu, wenn übergeordnete Trends einfach zu stark sind, um auf eine Erholung hoffen zu können. Dies ist bei VW aus meiner Sicht nicht der Fall.

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Selbstverständlich stellt der Skandal eine ordentliche Delle im Geschäftsverlauf des Konzerns dar. Aber VW ist robust genug, sich zügig davon zu erholen und möglicherweise sogar gestärkt aus der ganzen Sache herauszukommen. Schließlich hat die Volkswagen-Gruppe ein fast unglaubliches Einkaufs- und Investitionsprogramm hinter sich, darunter die beiden Übernahme-Dramen zum einen mit Porsche und zum anderen im LKW-Bereich mit MAN und Scania. Gleichzeitig wurden mehrere Fabriken aus dem Boden gestampft und die Forschungsausgaben auf ein Rekordniveau getrieben.

Das alles muss erst einmal verdaut werden. Dass der Konzern in den letzten Jahren von Erfolg zu Erfolg geeilt ist, war in diesem Zusammenhang eher hinderlich. Schließlich mussten alle Ressourcen dafür aufgewendet werden, der steigenden Nachfrage hinterherzukommen. Dabei ist sicherlich strukturell einiges liegengeblieben, sodass die aktuelle Denkpause durchaus nützlich sein kann, um das ein oder andere tiefergehend zu analysieren und sich strategisch weiterzuentwickeln.

Zu beachten ist auch, dass der Konzern nicht nur aus den beiden Marken VW und Audi besteht, die jetzt am stärksten betroffen sind. Produziert werden auch Schiffsmotoren, Kraftwerke, Turbomaschinen, Baufahrzeuge, Busse, Motorräder, Supersportwagen, Großgetriebe, Gleitlager und vieles mehr. All dies gibt der Gruppe die Stabilität, die sie jetzt benötigt. In vielen dieser Produktsegmente sind die Tochterunternehmen ausgezeichnet aufgestellt, zum Teil sogar Weltmarktführer.

Schließlich ist auch davon auszugehen, dass die außerordentlich hohen Forschungsinvestitionen im Automobilbereich in den kommenden Jahren in herausragende Innovationen überführt werden können. Vieles wird davon abhängen, ob es in den nächsten beiden Jahren gelingt, erfolgreiche Hybrid- und Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen. Ich bin überzeugt, dass der Konzern das Zeug dazu hat. Der Diesel-Skandal wird dann allmählich in den Hintergrund rücken.

Die Volkswagen-Aktie hat rund 60 % von der Spitze im März abgegeben, sodass die Marktkapitalisierung gerade noch bei etwa 58 Mrd. EUR beim aktuellen Kurs vom 15. Oktober liegt. Selbst wenn man von einer Durststrecke von drei Jahren ausgeht, bis VW wieder zur alten Profitabilität zurückkehrt, ist diese Bewertung meiner Meinung nach bei weitem zu niedrig.

Andreas Meyer (Bär)

„Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.“ Dieses Zitat, liebe Fools, gehört an der Börse genauso zum Alltag wie auch in unsere Gesetzgebung. Ähnlich könnte man derzeit die Situation beim Wolfsburger Autobauer beschreiben. Die jüngsten Schreckensnachrichten im Zuge des sogenannten „Dieselgate“, welche derzeit über das einstige Vorzeigeunternehmen hereinprasseln, lassen auch die Aktie am Markt verrücktspielen.

Fast täglich erreichen uns Nachrichten, die das Ausmaß des Skandals auf ein neues Niveau treiben. Neben der initialen „Schummel-Software“ hat man im Zuge der Untersuchungen beispielsweise auch den Einsatz eines weiteren bis dahin unentdeckten Manipulationsprogramms zugegeben. Erst am vergangenen Wochenende wurde bekannt, dass Ermittler die Büros in Frankreich durchsuchten und Volkswagen gar gegen das Europarecht verstoßen hat. Demnach lässt sich bisher nur im Dunkeln erahnen, was auf die Aktionäre noch zukommen könnte.

Weiterhin rollt eine Welle von Strafen auf das Unternehmen zu. Allein in den USA ermitteln drei Behörden, die jeweils für sich Strafen verhängen können. Dabei sind die 18 Mrd. USD der US-Umweltbehörde EPA noch lange nicht das Ende. Durch Schadensersatzforderungen mit zusätzlich strafendem Charakter könnten sich diese Summen merklich erhöhen. Ausgang ungewiss!

Hinzu kommen mögliche Klagen sowohl durch Aktionäre als auch von Endkunden. Erstere pochen darauf, dass VW die Untersuchungen in den USA früher hätte bekanntgeben müssen. Für den VW-Fahrer hingegen hat ein Anwalt laut eines FAZ Artikels einen entstandenen Schaden von ca. 7.000 EUR ermittelt. Bei potentiell elf Millionen betroffenen Fahrzeugen könnte also auch hier ein immenser Kostenfaktor entstehen. Dabei gehe aber auch ich davon aus, dass ein Großteil der Besitzer sein Auto schlichtweg umrüsten lässt.

Zu guter Letzt hat der neue CEO Müller angekündigt, diesen Belastungen mit Hilfe eines strikten Sparprogramms und bereits 6,5 Mrd. EUR an Rückstellungen entgegenzuwirken. Ein Sparprogramm hingegen geht vor allem langfristig immer zu Lasten der Leistung, sei es im Marketing oder gar in der Forschung und Entwicklung. Inwiefern dies den Konzern zurückwirft ist offen. Klar hingegen ist, dass dies mit Sicherheit Einfluss auf Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung nehmen wird.

Unterm Strich komme ich für mich zu dem Entschluss, das Papier aktuell nicht anzurühren. Die aus meiner Sicht mit Sicherheit eintretenden Einflüsse auf das Fundament des Konzerns sind derzeit schlichtweg nicht absehbar. Die Höhe der Kosten, welche den Unternehmenswert mindern könnten, wie auch die nicht absehbaren Auswirkungen auf künftige Umsätze z. B. durch Imageverlust sorgen für viele Risiken. Diese bin ich als Fundamentalist nicht bereit einzugehen. Und da all die genannten Faktoren keine nachhaltige Analyse der Zahlen oder Unternehmensentwicklung zulassen, scheint dies das derzeit einzig logische Fazit zu sein.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. Andreas Meyer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. 

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