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Ölpreis: Steht ein größerer Anstieg bevor?

Nachdem einem Rückgang im September um 8,4 % und im dritten Quartal um 24 % beginnt der Ölpreis langsam wieder zu steigen. Und diesmal könnte es sogar noch ein bisschen weiter nach oben gehen. Zumindest wenn es nach de CEO von Royal Dutch Shell (WKN:A0D94M) und dem Generalsekretär der OPEC geht. Beide sehen die ersten Anzeichen, dass der Preis wieder steigen könnte.

DER CEO VON SHELL, BEN VAN BEURDEN. FOTO: FLICKR ROYAL DUTCH SHELL.

DER CEO VON SHELL, BEN VAN BEURDEN. FOTO: FLICKR ROYAL DUTCH SHELL.

Ein Licht am Ende des Tunnels

Obwohl er auch nicht gerade bullisch im Moment ist, sagte der CEO von Shell, Ben van Beurden, vor Kurzem den Zuhörern bei einer Konferenz: „ Ich sehe die ersten Anzeichen für eine Erholung des Ölpreises.“ Das größte Anzeichen ist der dramatische Rückgang bei den Öl- und Gasinvestitionen, was zu einem niedrigeren Angebot führen soll. Laut dem Generalsekretär der OPEC Abdalla Salem el-Badri steht das in einer direkten Beziehung zum Ölpreis. Er merkte an: „Weniger Angebot bedeutet höhere Preise.“

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Zusammen haben die Ölfirmen die Ausgaben um 130 Milliarden USD in diesem Jahr gekürzt. Das sind 22,4 % weniger als im letzten Jahr. Diese Reduktion ist laut der Internationalen Energieagentur „der größte Rückgang in der Geschichte“. Es könnten aber noch weitere Kürzungen 2016 folgen. Barclays prognostiziert einen Rückgang von 8 % bei den globalen Investitionen in Öl und Gas, während Citi einen Rückgang von 15 % bis 20 % in den USA vorhersagt.

Dieser Rückgang bei den Ausgaben, besonders in den USA, wo die Ölproduzenten unter der Last der Schulden ächzen, sorgt dafür, dass die Produktion in den USA nach dem dramatischen Wachstum in den letzten Jahren endlich kippt.

US-ROHÖLPRODUKTION DATEN VON YCHARTS

So könnte sich auch die Produktion in Amerika weiter verringern. Mark Papa, der ehemalige CEO von EOG Resources kommentierte erst kürzlich auf einer Konferenz: „Wir werden schon bald einen dramatischen Rückgang der Produktion in den USA sehen.“ Die Produktion könnte einigen Schätzungen zufolge um 1 Million Barrel pro Tag fallen. Spitzenwert waren bisher 9,6 Millionen Barrel. Daher sagte auch el-Badri, die OPEC sehe schon „etwas Licht am Ende des Tunnels“, so dass der Ölpreis wieder steigen könnte.

Jetzt viel Öl bedeutet später wenig Öl

Während höhere Preise kurzfristig gut wären, denn sie würden ja einige Probleme auf dem Ölmarkt lösen und den amerikanischen Produzenten helfen, wäre es langfristig sogar noch besser für alle anderen. Das liegt daran, dass die niedrigeren Investitionen in Öl und Gas nicht nur zu weniger Angebot führen, sondern auch langfristig zu gravierenderen Engpässen bei der Lieferung führen könnten. Denn Projekte mit langer Vorlaufzeit, wie Ölsand und Tiefseeöl werden jetzt eingeschränkt. Der Mangel an größeren Projektinvestitionen könnte auch zu einer deutlichen Reduzierung der zukünftigen freien Kapazitäten führen. Das ist auch etwas, worüber sich van Beurden und el-Badri Sorgen machen.

FOTO: FLICKR ROYAL DUTCH SHELL

Der CEO von Shell merkte an, dass ein solches Szenario von zu wenig Investitionen in wenigen Jahren dazu führen könnte, dass die Preise nach oben schießen und einen neuen Zyklus der Schieferölproduktion in den USA beginnen und damit wieder neue Volatilität schaffen könnten. Dieser potenzielle Preisanstieg ist eine Sorge, vor der der Generalsekretär schon gewarnt hatte. Er sagte: „Wenn man nicht in Öl und Gas investiert, dann wird das Öl irgendwann mehr als 200 USD pro Barrel kosten.“ Es müsste natürlich noch viel passieren, damit es soweit käme, wie eine starke Weltwirtschaft mit großem Bedarf an Öl und das Ausscheiden eines größeren ölproduzierenden Landes. Aber das ist ein Szenario, das in ein paar Jahren durchaus wahrscheinlich erscheint.

Unterm Strich

Momentan ist noch niemand soweit zu sagen, der Abwärtstrend wäre vorbei, aber es gibt Anzeichen dafür, dass der Ölpreis deutlich steigen könnte. Das wäre eine Erleichterung für die Industrie, da es viele in der US-Ölindustrie vor der Pleite bewahren könnte und ihnen die nötigen Mittel zur Verfügung stellen würde, ihre Schuldenlast etwas zu erleichtern. Noch wichtiger wären aber die zusätzlichen Mittel für die größeren Produzenten für weitere Investitionen in größere Projekte. So könnten sie genug Ressourcen für die zukünftige Nachfrage erschließen, was Wucherpreise in Zukunft vermeiden könnte.

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Dieser Artikel wurde von Matt DiLallo auf Englisch verfasst und wurde am 11.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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