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Warum PotashCorp sein Angebot für K+S zurückgezogen hat

Quelle: PotashCorp

Der deutsche Kali-Produzent K+S (WKN:KSAG88)ist standfest geblieben und hat das Übernahmeangebot seines kanadischen Rivalen PotashCorp (WKN:A140BY) in Höhe von 8,7 Milliarden USD als zu niedrig zurückgewiesen, weil die Kanadier ihrer Meinung nach den Wert zu tief angesetzt haben. Vor allem die lukrative Legacy Mine, die bei PotashCorp quasi um die Ecke liegt, galt als zu niedrig bewertet. Und K+S hat sein Ziel erreicht: PotashCorp hat sein Angebot zurückgezogen.

Obwohl K+S behauptet, dass Potash versucht hätte, die Kontrolle über die Mine zu erlangen, wreneil sie vorhatten, de Förderung zu begrenzen, damit sie die Preise für Kali in die Höhe treiben können, konnte diese Theorie doch nicht über die insgesamt schwächelnde Branche hinwegtäuschen. Wenn überhaupt, dann hat PotashCorp den Wert viel zu hoch veranschlagt und riskiert, seine Aktionäre zu verärgern, weil man für ein Asset mit minderem Wert zu viel auf den Tisch legt.

Trennung im Bösen

Seitdem der russische Kali-Produzent Uralkali seinen Vertrag mit dem Geschäftspartner Belaruskali hat auslaufen lassen, um mehr Marktanteile zu erlangen, sind die Kali-Preise im Keller. Die beiden hatten etwa 43 % des weltweiten Kali-Exports unter Kontrolle, aber nach ihrer Trennung sauste der Preis im letzten Jahr von knapp 400 USD pro Tonne auf 305 USD pro Tonne.

Dieses Jahr gingen die Produzenten davon aus, dass man den Kunden höhere Preise zumuten könnte, aber Belaruskali hat ein Abkommen mit China für nur 315 USD pro Tonne geschlossen, um die Position auf dem Markt zu sichern. Uralkali hat gleich darauf die Kosten ebenfalls gesenkt.

Es folgten Canpotex, die Marketing-Organisation von PotashCorp, Mosaic und Atrium, die alle ebenfalls Verträge mit China unterschrieben – „zu gängigen wettbewerbsfähigen Preisen“, versteht sich.

Kalipreise selber fallen weiter, wurden Ende August bei etwa 303 USD pro Tonne gehandelt.

Den Laden dichtmachen

Als Antwort darauf treten die Kaliproduzenten auf die Bremse und fahren die Produktion zurück. Mosaik etwa nahm neulich von der Prognose für 2015 Abstand, die man erst im August mit den Zahlen für das Q2 herausgegeben hatte. Man ging von Preisen zwischen 260 USD und 280 USD pro Tonne aus, dazu eine Förderung von 1,6 bis 2 Millionen Tonnen – mittlerweile erwartet man Ergebnisse am unteren Ende des Spektrums. Im Vergleich dazu gab PotashCorp bekannt, dass man im Q2 273 USD pro Tonne bekommen konnte.

Als Reaktion darauf begrenzte Mosaic die Kali-Produktion seiner Colonsay-Mine in Kanada, indem man die Wartungszeiten vergrößerte.

Ähnlich dazu hat der Minen-Riese BHP Billiton die Erwartungen zurückgeschraubt: die neue Janssen Mine in Saskatchewan wird nicht vor 2020 mit der Produktion beginnen. BHP hält mehr als die Hälfte der Kali-Förderflächen in Saskatchewan und hat Kali als „die fünfte Säule“ seiner Investment-Strategie betitelt.

Höhere Ziele

K+S ging davon aus, dass die Kaufabsicht von PotashCorp darin bestand, dass man die Deutschen opfert, um die Profite zu vergrößern. K+S hat nach wie vor vor, die Legacy Mine im nächsten Jahr an den Start zu bringen.

PotashCorp beruhigte die Kritiker, indem man versicherte, dass keine Jobs verloren gehen sollten, keine Minen geschlossen werden oder das Salz-Business von K+S dicht gemacht werden sollen. Man wies darauf hin, dass die Legacy Mine nach wie vor eröffnet werde und die Erzeugnisse sogar durch Canpotex exportiert werden würden. Man versicherte sogar, dass niemand bei K+S den Job verlieren würde, und dass man in den nächsten fünf Jahren nach der Übernahme keine Projekte stoppen wolle.

Aber angesichts der Unnachgiebigkeit von K+S, ein annehmbares Angebot auszuhandeln sowie der schlechten Situation auf dem Markt, gab es keine sinnvolle Möglichkeit einer Übereinkunft. Als er das Übernahmeangebot zurückzog, sagte PotashCorps CEO Jochen Tilk: „Angesichts des schwachen Markts und der fehlenden Bereitschaft bei K+S haben wir beschlossen, dass ein Fortführen der Bemühungen nicht weiter im besten Interesse für unsere Aktionäre ist.“

Teures Angebot

Seit dem ersten Angebot im Juni haben PotashCorps Aktien ein Drittel an Wert verloren. Man geht davon aus, dass die Preise weiter sinken. Der harte Konkurrenzdruck der Branche könnte dazu führen, dass man die Produktion nach oben schraubt, um mehr Anteile am Markt zu bekommen – was insgesamt alle Beteiligten schwächen dürfte. Hätte man 8,7 Milliarden USD in diesem Markt ausgegeben, hätten sich nicht wenige Aktionäre zu Recht beschwert. Etwas ähnliches passierte bei Gold, als Barrick Gold für Zukäufe massiv zu viel zahlte und dann nach dem Preisverfall für Gold Milliarden an Assets abschreiben musste.

K+S und die Legacy Mine haben sicherlich noch Wert, vor allem über den Zeitraum von 20 Jahren – aber nicht zu jedem Preis. Und das bedeutet, dass K+S-Investoren nur bleibt, sich sehnsüchtig an jene Zeiten im Sommer zu erinnern, an denen das Angebot on PotashCorp vorlag und eine rentable Fusion möglich gewesen wäre.

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The Motley Fool hält keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel von Rich Duprey erschien am 7.10.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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