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Darum halte ich mich von BHP Billiton und Rio Tinto fern

Foto: Pixabay, MemoryCatcher

Es war ein hartes Jahr für Rio Tinto (WKN:852147) und BHP Billiton (WKN:863578) . Innerhalb eines Jahres sind die Aktien von Rio um 16,6 %, die von BHP um 20,3 % gefallen.

Solche Einbrüche ziehen natürlich Schnäppchenjäger an. Obwohl ich mich selbst als einen wertorientierten Anleger bezeichnen würde, halte ich mich fern von Rio und BHP.

Eines der schwersten Dinge beim wertorientierten Investieren ist es zu lernen, wie man Fallen vermeidet. Diese sogenannten Wertfallen sind schwer zu erkennen und sie zu finden ist keine exakte Wissenschaft. Die meiste Zeit werden Investoren in diese Falle hineingezogen ohne es zu merken.

Ich will damit nicht sagen, dass BHP und Rio Wertfallen wären, obwohl es Beweise gibt, die genau das nahelegen. Die beiden Unternehmen haben keine Preissetzungsmacht, was es fast unmöglich macht, sie langfristig zu bewerten. Preissetzungsmacht erlaubt es ihnen, die Preise für ihre verkauften Güter selbst zu bestimmen und stetige Gewinnmargen auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus führt sie normalerweise zu hohen und stabilen Renditen.

Marktkräfte

BHP und Rio produzieren Rohstoffe, deren Preise am Ende des Tages vom Markt bestimmt werden. Ohne Preissetzungsmacht sind die beiden den Marktgegebenheiten schutzlos ausgeliefert. Das wiederum bedeutet, dass Investoren für eine akkurate Bewertung wissen müssen, wie sich der Markt in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren entwickeln wird.

Leider ist es unmöglich, das vorherzusehen und wir werden uns auf ein bestimmtes Maß an Schätzungen verlassen müssen.

Die Sache mit dem Schätzen

Selbst die besten Analysten in der City von London, die den Rohstoffsektor auswendig kennen, haben Schwierigkeiten damit, den Rohstoffmarkt genau vorherzusagen. Hier ein Beispiel: Vor einem Jahr hatten die Analysten noch erwartet, dass BHP einen Gewinn pro Aktie von 2,69 USD für 2016 und 3,01 USD für 2017 melden würde.

Die aktuellen Prognosen sind deutlich niedriger angesetzt als die von vor 12 Monaten. Die Analysten erwarten jetzt einen Gewinn pro Aktie von 0,78 USD für 2016 und 1,03 USD für 2017. Das sind jeweils 71 % und 66 % weniger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig haben die Analysten die Gewinnschätzungen für 2015/2016 um 56 % reduziert.
Worum es hier geht, ist, dass die Zukunft für die Minenunternehmen extrem unsicher ist. Daher ist es auch fast unmöglich, eine genaue Bewertung für diese Unternehmen zu geben.

Im Moment werden BHP und Rio bei einem künftigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 und 13,3 gehandelt. Aber wie weiter oben schon erwähnt, basieren diese Zahlen nur auf den aktuellen Rohstoffpreisen. Wenn die Rohstoffpreise weiter fallen oder steigen sollten, dann würden diese Prognosen nicht mehr zutreffen.

Daher könnten BHP und Rio gute Einkommensinvestitionen sein. Rio bietet derzeit eine Dividende von 6,5 % und BHP eine Rendite von 7,8 %. Obwohl es ohne Preissetzungsmacht schwer zu sagen ist, wie lange sie sich die Dividendenzahlungen noch leisten können.

Wenn man entweder Rio oder BHP als Einkommensquelle gekauft hätte, dann wäre es jetzt vielleicht klug zu verkaufen und sich woanders nach Einkommensmöglichkeiten umzusehen.

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Dieser Artikel wurde von Rupert Hargreaves  auf Englisch verfasst und wurde am 07.10.2015 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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