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Top Techaktien, die du im Oktober kaufen kannst: Apple, LinkedIn und 3 mehr

Foto: Pixabay, Picsues

Der Oktober ist schon eine ganze Weile da! Daher ist es an der Zeit, einen neuen Blick auf dein Investmentportfolio zu werfen. Ein Panel von Autoren von The Motley Fool hat sich getroffen, um ein Oktoberfest von fantastischen Kaufgelegenheiten aus dem Technologiesektor zusammenzustellen.

Auf den ersten Blick ist das ein bunter Blumenstrauß. Der Geschäftssoftwareentwickler Workday (WKN:A1J39P) scheint nicht viel mit dem Anbieter von Konsumentenelektronik Apple (WKN:865985) gemeinsam zu haben. Es ist sogar noch schwerer, eine Verbindung zwischen dem Hersteller von Touchscreencontrollern Synaptics (WKN:529873) und dem Internetinfrastrukturmanager Internap (WKN:A0J368) zu ziehen. Und wie passt das geschäftsorientierte soziale Netzwerk LinkedIn (WKN:A1H82D) da rein?

Aber sie haben eine ganz wichtige Eigenschaft gemeinsam. Sie alle bieten einen exzellenten Wert für langfristige Investoren.

Willst du mehr wissen? Dann lies hier weiter, um tiefer in die 5 top Aktien aus dem Technologiesektor einzusteigen:

Tim Beyers (Workday): Kein Unternehmen kann sich der Aufgabe entziehen, sein Personal, die Buchhaltung, das Inventar und andere Unternehmensbereiche zu verwalten und zu steuern. In der Softwarebranche wird das Verwalten eines Unternehmens als „Enterprise Ressource Planning“ oder ERP bezeichnet.

Niemand ist besser darin, installierbare ERP-Software anzubieten als SAP. In der Cloud sieht das allerdings ganz anders aus. Hier ist Workday dabei, sich als Führer zu etablieren.

Vor drei Jahren machte Workday fast täglich Schlagzeilen, als einer der heißesten Börsengänge. In letzter Zeit haben sich die Aktien etwas abgekühlt. Darum mag ich sie. Immer wenn die Verbesserungen des Geschäfts die Verbesserungen des Aktienpreises übertreffen, ist das eine Gelegenheit für Investoren. Das ist genau, was wir hier sehen. Das Diagramm zeigt es:

WDAY Daten von YCharts

WDAY Daten von YCharts

Beachte die Abweichung. Workday ist zwar seit seinem Börsengang im Plus, aber im letzten Jahr hat es fast 15 % abgegeben, obwohl sein Umsatz um 68 % gestiegen ist und sich sein operativer Cashflow mehr als verdoppelt hat. Alles deutet darauf hin, dass Workday gut an seinen bestehenden Kunden verdient und immer neue hinzugewinnt.

Auch die Geschichte ist interessant für mich. Der Mitgründer und Vorsitzende Dave Duffield half dabei, PeopleSoft in einen würdigen Gegner von Oracle zu verwandeln, den CEO Larry Ellison schließlich für 10,3 Milliarden USD kaufte.

Heute, zehn Jahre nach dem Beginn von Workday, hält Duffield laut S&P Capital IO noch 35,08 % an dem Unternehmen. Wenn die normalen Aktionäre gewinnen, dann gewinnt auch er. Dies ist historisch eine mächtige Kombination, von der ich erwarte, dass sie sich auch hier bezahlt macht.

Andrew Tonner (Apple): Obwohl diese Wahl mir gute Chancen einräumt, beim “Preis für die unkreativste Aktienwahl“ zu gewinnen, denke ich, dass der kürzliche Rückgang des Aktienpreises ein guter Einstiegspunkt für langfristige Investoren ist.

fool-flickr-aapl-logo-on-black_largeVielleicht sind es die Anleger müde, ständig zu hören, in Apple zu investieren. Allerdings beruht das Interesse der Anlegergemeinschaft an dem weltgrößten, öffentlich gehandelten Unternehmen auf Leistung. Apple wird gegenwärtig zu dem 13-Fachen seines Gewinns der letzten zwölf Monate gehandelt. Zum Vergleich liegen der S&P 500 bei 18,9 und der NASDAQ bei 21,5.

Trotz dieser Bewertungslücke sieht Apples kurzfristiges Wachstum überzeugender aus als das der meisten seiner Wettbewerber. Der Durchschnitt von 40 Analystenschätzungen liegt bei einem Zuwachs des Gewinns pro Aktie von 32,4 % im laufenden Quartal. Dies wird dadurch unterstützt, dass Apple erneut 13 Millionen iPhone 6s an seinem Erscheinungswochenende verkaufen konnte. Apple wird zudem von dem schrittweisen Anstieg der Verkaufszahlen für die Apple Watch profitieren. Außerdem sollte das iPad Pro das schwächelnde Tabletgeschäft unterstützen.

Auch für die weitere Zukunft sieht es vielversprechend aus. Unser Verständnis von neuen Produktinitiativen wie dem Project Titan zeigen auf eine Marktgelegenheit mit dem Potenzial, Apples Umsatz zu verdoppeln. Apple bietet also seinen Investoren mehr Wachstum bei niedrigerer Bewertung in kurzfristiger Sicht. Zudem gibt es ausreichend Katalysatoren, die ein langfristiges Wachstum unterstützen. Jetzt musst du nur noch an die ständigen Dividendenerhöhungen denken und das Aktienrückkaufprogramm und du wirst hoffentlich erkennen, warum Apple wie ein großartiger Kauf aussieht.

Andery Bylund (Internap): Ich mag es, kurzfristige Rabatte zu jagen. Diese kommen zustande, wenn fundamental solide Unternehmen eine kleine Korrektur erleben, sodass Investoren in wilder Panik die Aktien verkaufen.

Kabelsalat von Eric, on Flickr

Kabelsalat von Eric, on Flickr

Genau das ist mit Internap Ende September passiert. Der Internetinfrastrukturbetreiber senkte seine Umsatzaussicht um 3,4 %, kürzte den EBITDA um 8,3 % und reduzierte sein Gewinnziel für das Jahr um 13,3 %. Der Markt antwortete mit einem Totalumschwung und zog die Aktien von Internap am darauffolgenden Tag 18 % in die Tiefe und im gesamten September um 27 %.

Ganz egal wie du es drehst und wendest, dies ist eine Überreaktion. Internaps Aktien sind auf einem Niveau, welches in der größten Katastrophe gerechtfertigt wäre. Ich muss zugeben, dass es nicht das stärkste Unternehmen auf dem Planeten ist. Investoren von Internap schauen auf vier Quartale in Folge zurück, in denen Gewinn und Cashflow negativ waren. Außerdem schleppt das Unternehmen Schulden in Höhe von 373 Millionen USD mit sich herum. Aber die Umsatzzahlen zeigten deutlich nach oben. Dies zeigt, dass Internap in den kommenden Jahren einen festen Stand in der Branche hat.

Das Beste ist jedoch, dass der Rückgang des Aktienpreises auf einem kurzfristigen Problem beruht. Das Unternehmen rollt gerade eine neue Trafficrouting-Plattform aus und es dauert ein oder zwei Quartale länger, bis die Investition Gewinn abwirft.

Das Management erwartet, bald einen positiven Free Cashflow verkünden zu können. Dann sollte auch das Routingupdate neue Kunden bringen. Das ist alles. Eine kurze Verzögerung, keine gestrichenen Bestellungen oder steigende Marktzinsen.

Das dritte und vierte Quartal 2015 werden ziemlich schwach werden. Aber die langfristige Aussicht ist solide, nur achten die Investoren hier nicht darauf.

Hier ist das Fenster für die Kaufgelegenheit – genau hier und jetzt. Das Unternehmen ist sicher einen zweiten Blick wert, bevor Herr Markt wieder zu Verstand kommt.

Tim Brugger (Synaptics): [Anmerkung des Redakteurs: Tim hat diesen Teil des Artikels geschrieben, bevor Synaptics am 30.09. nach oben gesprungen ist.] Für langfristige Investoren, die gewillt sind, die unvermeidlichen Höhen und Tiefen einer mittelgroßen Aktie zu überstehen, bietet Synaptics einen guten Wert. Seit der Veröffentlichung der Zahlen des vierten Quartals 2015 am 30. Juli haben die Aktionäre einen Absturz um mehr als 20 % des Aktienpreises hinnehmen müssen. Wenn du nur das siehst, könntest du denken, dass die Quartalszahlen ein Schlag ins Wasser waren. Allerdings ist das vollkommen falsch.

Touchscreens sind überraschend komplizierte Strukturen. Foto: Synaptics

Touchscreens sind überraschend komplizierte Strukturen. Foto: Synaptics

Die Zahlen des letzten Quartals mit einem Umsatz von 479 Millionen USD waren ein beeindruckender Sprung um 52 % im Vergleich zum Vorjahr. Und es wird noch besser. Dies war das beste Jahr von Synaptics bisher, als sein Umsatz um 80 % auf 1,7 Milliarden USD sprang. Laut dem CFO Wajid Ali, können Investoren erwarten, dass das raketenhafte Wachstum auch im Finanzjahr 2016 andauert. Ali sagte einen Umsatz in Höhe von 450 Millionen USD bis 490 Millionen USD für dieses Quartal voraus. Dies ist eine Verbesserung von 59% bzw. 73 %.

Der Gewinn je Aktie stieg ebenfalls im vierten Quartal und auch auf Jahressicht. Dies geschah trotz gestiegener Kosten für F&E für neue Technologien, wie das vor Kurzem enthüllte „Side Touch“, welches von Xiaomi, einem der am schnellsten wachsenden chinesischen Smartphonehersteller, im neuen Mi4c-Gerät eingesetzt wird.

Trotz der unglaublich starken Finanzzahlen, einer Produktsuite, die Touchscreens, Displays und Fingerabdruck-Lösungen umfasst – alles explodierende Märkte in der mobilen Welt – und einem erstaunlich niedrigen zukünftigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur 8,5 wird Synaptics gegenwärtig mehr als 40 % unter dem Konsenspreis von 84,82 USD der Analysten gehandelt. Es gibt keinen Zweifel, Synaptics verdient einen Platz auf der Liste der fünf Techaktien für Oktober.

Die Perspektive nach dem Preisanstieg: Manche Investoren könnten annehmen, dass Synaptics nicht mehr die gleichen langfristigen Aussichten bietet, nachdem es ein Kaufangebot von 110 USD pro Aktie erhielt und sofort ablehnte und die Aktie dadurch um 15 USD nach oben ging.

Selbst bei einem Aktienpreis von 79 USD zur Zeit, als dieser Artikel geschrieben wurde, bestätigt das Angebot des chinesischen Unternehmens nur, was nach der Veröffentlichung der starken Zahlen aus dem vierten Quartal folgte: Synaptics unglaublich starkes Umsatzwachstum und die positiven Erwartungen geben einen guten, langfristigen Ausblick. Das Preisziel von ungefähr 95 USD pro Aktie und das zukünftige KGV von nur 10 zeigen auf eine Sache: Synaptics bleibt eine solide, langfristige Gelegenheit.

Andres Cardenal (LinkedIn): Die Aktie von LinkedIn notiert 30 % unter dem Höchstpreis des letzten Jahres. Daher sieht sie wie eine Gelegenheit für Investoren aus, in ein disruptives Wachstumsunternehmen zu investieren, welches langfristiges Potenzial hat und zu einem günstigen Preis angeboten wird.

LinkedIn ist der unangefochtene Führer bei geschäftlichen Kontakten über das Internet. Das Unternehmen hat fast keinen nennenswerten Wettbewerb in seinem Kerngeschäft. Die Plattform beherbergte am Ende des zweiten Quartals fast 380 Millionen Mitglieder und 37.425 Unternehmen. Seine enorme Größe ist eine wichtige Quelle für seinen Wettbewerbsvorteil in dem Geschäft.

Foto: LinkedIn

Foto: LinkedIn

LinkedIn erwirtschaftet den größten Teil seines Umsatzes durch Talentlösungen. Dies heißt, dass Unternehmen LinkedIn bezahlen, um mögliche Jobkandidaten zu finden und anzusprechen. Diese Sparte trug zu 62 % zum Gesamtumsatz bei. Das Verkaufsvolumen wuchs im zweiten Quartal um 38 % im Jahresvergleich.

Der Umsatz aus den Premiumdiensten wuchs um 22 % und machte damit 18 % des Gesamtumsatzes aus. Die Werbesparte wuchs um 32 % und stellte somit 20 % des Umsatzes.

Die unterschiedlichen Segmente von LinkedIn erwirtschaften ein schnelles Umsatzwachstum. Daher sollte das Unternehmen auch in den kommenden Jahren rentabel sein, wenn das Geschäft reift und Investitionen notwendig werden, um den Umsatzverfall zu kompensieren. Das kräftige Umsatzwachstum in Kombination mit den steigenden Gewinnmargen sprechen für eine Investition in LinkedIn in den kommenden Jahren.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und LinkedIn. The Motley Fool besitzt Aktien von Oracle.

Dieser Artikel wurde von Anders Bylund auf Englisch verfasst und am 04.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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