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Ist es Zeit, die Aktie von Windeln.de zu kaufen?

Windeln.de (WKN:WNDL11) hatte keinen guten Start an der Börse: Der Aktienkurs des Münchner Onlinehändlers ist seit dem IPO im Mai um 44 % gesunken und liegt heute knapp über 10 EUR. Falls du unseren Rat vor dem Börsengang befolgt hast und eine abwartende Haltung eingenommen hast, kannst du dich also freuen.

Ist es aber jetzt endlich Zeit, in Windeln.de zu investieren? Ich denke ja und ich habe drei Hauptgründe dafür: das starke Wachstumspotenzial, die verbesserte Profitabilität und die günstige Bewertung.

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Anhaltendes Wachstum – sowohl in Europa als auch in China

Die Ergebnisse der ersten Jahreshälfte zeigen, dass die Firma weiterhin stark wachsen kann. Der Umsatz ist in den ersten sechs Monaten um 85 % auf 75 Millionen EUR gestiegen. Das Wachstum ist überall stark: das Geschäft in Europa hat sich um 88 %, das Geschäft in China um 82 % erhöht.

Der europäische Markt für Babys und Kleinkinder hat eine Größe von ungefähr 32 Milliarden EUR (doppelt so viel, wenn wir auch die Kinder zwischen 3-6 Jahren dazurechnen). In diesem Markt wird Windeln.de durch die neuesten Geschäftsentwicklungen einen weiteren Wachstumsschub haben. Das Unternehmen macht momentan große Schritte, seine europäische Präsenz aufzubauen (siehe Karte unten). Dies erfolgt entweder durch neue Markteintritte – wie in Italien durch pannolini.it – oder durch Akquisitionen wie Feedo (präsent in Polen, Slowakei und Tschechien) und Bebitus (tätig in Frankreich, Spanien und Portugal).

windeln-de footprint

Windeln.de Fußabdruck; Quelle: Unternehmenspräsentation

In China gibt es mehrere Gründe für Optimismus bezüglich des Wachstumspotenzials:

  • der grenzüberschreitende Onlinehandel wird immer größer – das Gesamtvolumen sollte sich zwischen 2014 und 2017 von 18 Milliarden EUR auf über 53 Milliarden EUR verdreifachen und im Jahr 2014 betrafen über 40 % dieses Volumens Mutter- und Kinderprodukte;
  • die Geburtenzahlen sollten sich, u.a. infolge der Entspannung der Ein-Kind-Politik, erhöhen;
  • immer mehr Babys werden mit Milchersatz statt Muttermilch gefüttert – der Milchersatz-Verbrauch ist zwischen 2008 und 2014 um 110 % gestiegen;
  • ausländische Qualitätsprodukte werden mehr und mehr nachgefragt, teilweise als Ergebnis der wachsenden Mittelschicht, teilweise aufgrund der vergangenen Skandale mit lokalen Milchersatzprodukten.

Verbesserte Profitabilität

Auch die Margen verbessern sich im Vergleich zum Vorjahr: im ersten Halbjahr ist die Bruttomarge von 23 % auf 26 % gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist immer noch negativ, aber auch die (bereinigte) EBIT-Marge hat sich von -11 % auf -5 % erhöht. Der „windeln.de“-Kernbereich (also ohne das Segment in der Schweiz und den Shopping-Club „windelbar.de“) hat sogar eine positive EBIT-Marge.

Die positive Entwicklung kann auf zwei Hauptgründe zurückgeführt werden. Erstens erhöht sich der Anteil der markenstärkeren Produkte weiterhin. Verbrauchsgüter mit niedrigen Margen (z.B. Windeln und Babynahrung) machen nur 45 % des Gesamtumsatzes aus – im Jahr 2010 lag dieser Anteil noch bei 87 %. Nichtverbrauchsgüter wie Autositze, Spielzeug oder Kleidung haben viel höhere Margen. Gleichzeitig kann das Unternehmen mit dem gestiegenen Absatz verbesserte Einkaufskonditionen mit Lieferanten vereinbaren.

Günstige Bewertung

Das Unternehmen macht Verluste – wir können also das Kurs-Gewinn-Verhältnis nicht gut als Basis für die Bewertung benutzen. Wir können aber das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) als eine gute Alternative verwenden.

Am Tag des IPOs lag das KUV – mit einer Bewertung von 470 Millionen EUR und einem Umsatz in 2014 von 101 Millionen EUR – auf 4,7. Diese Bewertung war relativ hoch. In der Zwischenzeit ist aber der Aktienkurs um 44 % gefallen und der Umsatz ist sehr stark gewachsen. Falls das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte gleich bleiben würde wie in den ersten sechs Monaten, dann würde die heutige Marktkapitalisierung von 266 Millionen EUR einem KUV von 1,4 (auf Umsatzbasis 2015) entsprechen. Dieser Wert ist vergleichbar mit Zooplus (1,1) und Zalando (2,6) – und Windeln.de wächst wesentlich schneller als die anderen zwei E-Commerce-Unternehmen.

Foolishes Fazit

Ich denke, dass Windeln.de in der Position ist, in der Zalando und Zooplus vor ein paar Jahren waren: Das Unternehmen hat sehr hohes Wachstumspotenzial und steigende Margen, und obwohl es immer noch Verluste macht, könnte es in den nächsten paar Jahren profitabel werden. Niemand kann natürlich garantieren, dass es den gleichen Erfolg haben wird wie die anderen zwei Unternehmen. Wenn du aber auf der Suche nach einer attraktiven Wachstumsaktie bist, solltest du dir Windeln.de vielleicht genauer anschauen.

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Miklos Szekely besitzt Aktien von Windeln.de. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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