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3 Solide Tech-Aktien für Value-Investoren: IBM, Amazon und Cisco

Foto: Pixabay, blickpixel

Beim Investieren hört man selten die Worte „Wertaktien“ und „Technologie“ im selben Satz. Bei der wahnsinnigen Geschwindigkeit, mit der sich die Technologie weiterentwickelt, gehört es fast schon zur Normalität vielversprechende Tech-Aktien extrem steigen und gleich wieder fallen zu sehen.

Aber das muss nicht heißen, dass man keine soliden, unterbewerteten Aktien in diesem Bereich finden kann. Im Gegenteil! Im Folgenden erfährst du, warum unsere Autoren glauben, dass Cisco (WKN:878841), Amazon.com (WKN:906866), und International Business Machines (WKN:851399) vielversprechende Kandidaten für das Portfolio eines Value-Investors sind.

Andres Cardenal (IBM):

IBM bietet ganz klar einen attraktiven Einstiegspreis für Investoren. Big Blue, so der Spitzname von IBM, wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 12,5 bewertet und ist damit deutlich günstiger als der Durchschnitt im S&P 500 Index, der bei etwa 18,4 liegt.

BILDQUELLE: IBM.

BILDQUELLE: IBM.

Doch auch für Dividendeninvestoren gibt es gute Gründe, IBM zu kaufen. Beim aktuellen Kurs beträgt die Dividende 3,6 %. Das ist nicht schlecht für ein Unternehmen mit einem makellosen Dividendenwachstum in den letzten Jahrzehnten. IBM zahlt seit 1916 durchgehend eine Dividende und hat diese in den letzten 20 Jahren auch jedes Jahr erhöht. Das beinhaltet auch eine großzügige Dividendenerhöhung von 18 % für 2015.

Das Einnahmenwachstum war in den letzten Jahren enttäuschend, da das Unternehmen seine lahmenden Sparten abstößt, um sich in Zukunft besser auf aussichtsreiche Wachstumsmöglichkeiten zu konzentrieren. Das könnte auch der Grund sein, warum IBM gerade so günstig ist.

Solche Umstellungen sind nur selten einfach, aber IBM hat das Markenimage und die strategischen Ressourcen, um sich den neuen Trends der Industrie anzupassen. Darüber hinaus macht man gute Fortschritte in wichtigen Wachstumsfeldern wie Clouddiensten. Die Einnahmen aus dem Cloudgeschäft wuchsen in der ersten Jahreshälfte um unglaubliche 70 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum und generierten fast 8,7 Milliarden USD im letzten Jahr.

IBM befindet sich in einer dynamischen und schwierigen Industrie. Falls das Management aber den Umsatz steigern kann, dann bietet die Aktie beträchtliches Potenzial.

Steve Symington (Amazon.com):

Ob du es glaubst oder nicht, ich glaube die Aktie von Amazon ist eine der günstigsten auf dem Markt und das obwohl Amazon berüchtigt für schwankende Gewinne ist.

Jeff Bezos, der CEO von Amazon, hat immer klar gesagt, dass man sich primär darauf konzentriere, Shareholder Value durch Umsatzwachstum, den Gewinn von Marktanteilen und die Steigerung des freien Cashflows zu schaffen. Das ergibt auch Sinn, da Amazon im Einzelhandel tätig ist und daher unweigerlich mit niedrigen Gewinnmargen arbeiten muss.

Aber viele Investoren waren positiv überrascht, als Amazon im letzten Quartal die Erwartungen weit hinter sich ließ und die Einnahmen um 20 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern konnte. Gleichzeitig vervierfachte sich der freie Cashflow und – jetzt kommt vielleicht das größte Gegenargument gegen das Bärenszenario – man stellte seine Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis, solide Gewinne zu erwirtschaften. Dies war dank eines explosiven Wachstums im Bereich Web-Dienste mit seinen höheren Margen möglich.

Das soll aber nicht heißen, dass Amazon zukünftige Gewinne vermeiden wird, wenn sie bessere Wachstumsmöglichkeiten finden. Aber diese Ergebnisse sollten dem ungeduldigen Markt als Erinnerung dienen, wie fürstlich Amazon langfristige Anleger für ihre Geduld belohnt hat. Daher bin ich, auch nachdem die Aktie dieses Jahr schon 60 % gestiegen ist, immer noch davon überzeugt, dass Amazon eine attraktive unterbewertete Aktie ist.

Tim Green (Cisco):

Tech-Aktien und Value-Aktien sind normalerweise nicht dasselbe, aber der Netzwerkgigant Cisco ist hier eine Ausnahme. Sie dominieren den Markt für Switches und Router und sind dabei, zu einer Macht in den Bereichen Server- und IT-Sicherheit zu werden. Da immer mehr Geräte über die Cloud miteinander verbunden werden und damit immer größere Datenmengen produziert werden, ist Cisco in einer optimalen Position, um von diesem Trend zu profitieren, genau wie in den Anfangstagen des Internets.

BILDQUELLE: CISCO.

BILDQUELLE: CISCO.

Diese Dominanz erlaubt es Cisco, jedes Jahr unglaubliche Profite zu realisieren. Im Rechnungsjahr 2015, das am 25. Juli endete, erwirtschaftete Cisco 9 Milliarden USD an GAAP-Nettoeinnahmen und 11,3 Milliarden USD an freiem Cashflow bei 49,2 Milliarden USD an Einkünften. Die Aktie ist vielleicht nicht ganz billig, da das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,5 (basierend auf den GAAP-Nettoeinnahmen) und die massiven Barmittel die Zahlen etwas verwässern.

Momentan verfügt Cisco über 60,4 Milliarden USD an flüssigen Zahlungsmitteln bei 25,4 Milliarden USD Schulden. Das ergibt eine Netto-Cash-Position von 35 Milliarden USD, was etwas mehr als ein Viertel von Ciscos Marktkapitalisierung ausmacht. Ohne diese flüssigen Mittel liegt Ciscos wahres Kurs-Gewinn-Verhältnis bei etwa 10,5. Das macht Cisco zu einer der billigsten Tech-Aktien auf dem Markt.

Ciscos Dominanz in seinen Kernmärkten und die ultrastarke Bilanz machen das Unternehmen zu einer grundsoliden Tech-Aktie. Wie alle Technologieunternehmen muss sich auch Cisco vielen Herausforderungen stellen, wie dem Absatzeinbruch in China oder Software-Defined Networking. Aber wenn du ein gutes Tech-Unternehmen zu einem günstigen Preis suchst, dann sieh dir Cisco an.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.com. Motley Fool empfiehl Cisco Systems.
Dieser Artikel wurde von Steve Symington auf Englisch verfasst und wurde am 30.09.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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