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Wie Milliardäre mit Kurskorrekturen umgehen

Foto: The Motley Fool

Der Dow Jones Industrial Average steckt immer noch in der Kurskorrektur fest und der Markt macht jeden Tag dreistellige Bewegungen. Da kann man als Investor schon mal Angst kriegen. Diese Kurskorrekturen und die Volatilität sind natürlich unangenehm, aber kein Grund zu Panik. Die erfolgreichsten Investoren der Welt freuen sich über diese Schwächephasen und nutzen die Gunst der Stunde, um gute Investitionen zu günstigen Preisen zu bekommen. Hier ist eine Lektion von zwei der weltbesten Investoren, die dir helfen, alles ins richtige Licht zu rücken.

Nicht der Herde folgen

Wir haben es alle schon gehört: “Günstig kaufen, teuer verkaufen.” Aber die Realität sieht anders aus. Wenn der Markt boomt, sehen die Leute wie alle anderen Geld verdienen, werden gierig und kaufen, wenn die Aktien teuer sind. Wenn der Markt dann abstürzt, bekommen sie Angst, noch mehr Geld zu verlieren und verkaufen, wenn die Preise unten sind.

Diese traurige Realität ist der Grund, warum der durchschnittliche Anleger in den letzten 20 Jahren nur 2,5 % pro Jahr verdient hat, während ein S&P-500-Indexfond fast viermal soviel geschafft hätte.

Die erfolgreichsten Investoren wissen, dass wenn man langfristig wirklich Geld verdienen will, man das Gegenteil der Masse machen muss. Ein berühmter Ratschlag von Warren Buffett besagt: „Sei gierig, wenn die anderen Angst haben und habe Angst, wenn die anderen gierig sind.”

Milliardäre wie Buffett und Carl Icahn haben Milliarden von Dollar mit Aktien verdient, die alle anderen verkauft haben. Buffett hat beispielsweise 2011 5 Milliarden USD in Bank of America (WKN:858388) investiert. Seither hat sich diese Investition fast verdreifacht. Icahn hat 10 % von Netflix (WKN:552484) Ende 2012 gekauft, als die Aktie gerade mal ein Zehntel seines aktuellen Preises kostete. Diese Investoren (und andere) finden versteckte Werte wenn alle anderen nur nach Gründen zum Verkaufen suchen.

Die gute Nachricht ist, dass du dasselbe machen kannst. Sieh dir ein an, was Buffett und Icahn in letzter Zeit gekauft haben und warum sie gekauft haben.

Was machen die Milliardäre jetzt?

Sowohl Buffett als auch Icahn haben in letzter Zeit recht viel investiert. Es ist nicht überraschend, dass sie in Energieaktien investiert haben, die dieses Jahr abgestürzt sind. Einige Unternehmen sind natürlich aus gutem Grund da unten (hohe Schulden, Cashflow-Probleme etc.), aber es gibt auch solche, die immer noch eine strahlende Zukunft vor sich haben.

Zum Beispiel hat Buffett über seine Firma Berkshire Hathaway (WKN:854075) gerade bei Phillips 66 (WKN:A1JWQU) nachgekauft und damit auf 58 Millionen Aktien aufgestockt. Das sind etwa 10 % des Unternehmens. Als er nach dem Kaufgrund gefragt wurde, gab er eine überraschend einfache Antwort. Er hatte nicht gekauft, weil er ein Stück des Geschäfts mit Raffinerien oder Chemikalien haben wollte. Er sagte, die Firma und das Management würden ihm gefallen. Zusammen mit einem niedrigen Kurs-Gewinn- Verhältnis von 10 und einer starken Bilanz mit wenig Schulden ist es eine klassische Buffettinvestition.

Buffett sagte einmal: “Es ist besser ein sehr gutes Unternehmen zu einem vertretbaren Preis zu kaufen, als ein nur vertretbares Unternehmen zu einem sehr hohen Preis.” Es gibt natürlich Öl- und Gasaktien, die noch mehr abgestürzt sind als Phillips 66, wie du in der Grafik unten sehen kannst. Aber Buffett glaubt, dass es ein sehr gutes Unternehmen ist und hat die Gelegenheit genutzt, günstig zu kaufen. Zusätzlich erwähnte Buffett in einem aktuellen Interview, dass Berkshire plane, etwa 32 Milliarden USD in den nächsten vier bis fünf Monaten zu investieren. Damit deutet er an, dass sich gerade sehr viel Wert im Markt befindet.

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Icahn dagegen hat eine ganz andere Herangehensweise. Er sucht sich Unternehmen mit versteckten Werten und ermutigt diese dann aktiv, diese Werte auch zu nutzen. Erst kürzlich erwarb er einen Anteil von 8,5 % an Freeport McMoran (WKN:896476) , nachdem die Aktie im Zuge der fallenden Rohstoffpreise im vergangenen Jahr um 70 % gefallen war. Das Unternehmen hat die Ausgaben begrenzt und verfügt über große Ölreserven. An der Börse wurde das Unternehmen zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels für nur 80 % seiner Sachwerte gehandelt.
Icahn vergrößerte auch seinen Anteil an Cheniere (WKN:580884), denn er hielt auch dieses Unternehmen auch für unterbewertet. Sein ursprünglicher Anteil erlaubte es ihm auch, sich zwei Sitze im Vorstand zu sichern und seine Anlage könnte sich sehr lohnen, wenn Chenieres Plan aufgeht, das erste amerikanische Exportunternehmen von flüssigem Erdgas zu werden.

Und was sollst du jetzt machen?

Ich sage nicht, dass du jetzt losrennen und Phillips 66, Freeport McMoran oder Cheniere kaufen sollst, nur weil Buffett und Icahn das getan haben. Ich muss aber zugeben, dass ich schon darüber nachdenke Freeport auch zu kaufen bei den aktuellen Tiefpreisen. Du kannst die drei Aktien sogar für weniger kaufen als unsere Milliardäre. Was ich sagen will, ist, dass du diese Prinzipien anwenden solltest, um selbst solche Schnäppchen zu finden.
Suche nach Unternehmen mit starken Bilanzen, günstigen Bewertungen und gutem Management, die aufgrund des Marktumfelds gerade günstig gehandelt werden. Es gibt genügend davon, wenn du ein bisschen nachforschst.

Die Performance als Beweis

Mit genau dieser Strategie hat Berkshire Hathaway solange den Markt hinter sich gelassen.

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Um zu zeigen, wie gut Buffett darin ist, die schlechten Zeiten für sich zu nutzen, sieh dir das an. In den letzten 50 Jahren hat der S&P 500 11mal das Jahr in den roten Zahlen beendet, Berkshire hat den Markt in neuen davon übertrumpft. Es gab nur zwei Jahre seit 1964, in denen Berkshire es nicht schaffte, seinen Buchwert zu steigern: 2001 nach dem Platzen der Tech-Blase und 2008 während der Finanzkrise.

Ich sage nicht, dass du mit dieser Strategie Berkshires langfristigen Durchschnitt von 21,6 % pro Jahr erreichen wirst, aber du wirst trotzdem große Vorteile davon haben, Buffetts Prinzipien zu folgen.

Kauf Aktien, die Warren Buffett kaufen würde...aber nicht kaufen kann

Weißt du, dass es viele gute Aktien gibt, die Warren Buffett nicht kaufen kann? So ist es. Und obwohl er diese Aktien nicht kaufen kann, du kannst es. Um drei dieser zu-klein-für-Buffett Aktien zu sehen, klick hier.

Motley Fool besitzt und empfiehlt und Berkshire Hathaway und Netflix. Motley Fool besitzt Aktien von Freeport-McMoran Copper & Gold. Motley Fool empfiehlt Bank of America.
Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und wurde am 23.09.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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