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Aktien im Rückblick: VW-Skandal zieht den Gesamtmarkt ins Minus

Foto Wikimedia Commons

Was in der vergangenen Woche über die Nachrichtenticker lief, taugte nicht als Werbung für börsennotierte deutsche Unternehmen. Wenn ein DAX-Schwergewicht wie Volkswagen (WKN:766403) einräumen muss, dass man Kunden und Behörden bewusst in die Irre geführt hat, schadet dies dem Ruf aller exportorientierter Unternehmen – und natürlich den Aktienkursen.

Auch wenn es die in dieser Woche arg gebeutelten VW-Aktionäre nicht tröstet, sei hier angemerkt, dass der Skandal um manipulierte Abgaswerte den Wolfsburger Konzern und seine Anteilseigner kurz- und mittelfristig zwar viel Geld kosten kann, aber trotzdem Chancen bietet. Denn wenn in Vorstand und mittlerem Management nicht nur Köpfe rollen (der Rücktritt von Vorstandschef Winterkorn und der Rausschmiss weiterer Konzernvorstände ist sicher nur der Anfang), sondern auch Missstände bei der Unternehmenskultur beseitigt werden, kann sich dies auszahlen. Langfristig orientierte Anleger sollten die Affäre deshalb als Chance für einen Neuanfang begreifen.

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Dass der VW-Skandal den gesamten deutschen Aktienmarkt in die Grütze gezogen hat, ist nicht verwunderlich, aber es wird nicht mehr lange dauern, bis die Marktteilnehmer wieder zwischen einzelnen schwarzen Schafen und dem Rest der Herde unterscheiden können…

Was war an der Börse los?

Ohne Rückenwind von der Wall Street wäre der DAX (WKN:846900) mit Verlusten in die Börsenwoche gestartet. Erst nach der freundlichen Eröffnung der US-Börsen konnte sich der Index am Montag in den grünen Bereich vorarbeiten und beendete die Handelssitzung beim Stand von 9.949 Punkten mit einem Plus von 0,3 %.

Im Fokus stand die Aktie von Volkswagen, die wegen des Abgasskandals um 18,6 % einbrach. Die Anteilscheine von BMW (WKN:519000) und Daimler (WKN:710000) gaben rund 1,5 % ab.

Die Talfahrt der VW-Aktie setzte sich am Dienstag fort: Die Anteilscheine des Wolfsburger Konzerns gaben weitere 19,8 % ab. Zuvor hatte das Management mitgeteilt, dass eine ergebniswirksame Rückstellung in Höhe von 6,5 Milliarden Euro vorgenommen werde, um für die finanziellen Folgen des Manipulationsskandals in den USA aufkommen zu können.

Daimler-Papiere verbilligten sich um 7,0 % und BMW-Aktien gaben um 6,0 % nach. Der Gesamtmarkt litt ebenfalls an den Folgen der Dieselabgas-Affäre: Der DAX fiel um 3,8 % auf 9.571 Zähler und schloss damit auf dem niedrigsten Wert seit Anfang Januar.

Am Mittwoch war zur Abwechslung erst einmal Durchatmen angesagt: Der deutsche Leitindex konnte sich um 0,4 % auf 9.612 Punkte verbessern. Angeführt wurde die Standardwerte-Liste von der Volkswagen-Aktie, der von Schnäppchenjägern nach dem Rücktritt des Vorstandschefs Martin Winterkorn ein Kursplus von 5,2 % spendiert wurde. Papiere der Lufthansa (WKN:823212) legten 4 % zu und profitierten damit von anhaltend niedrigen Treibstoffkosten.

Am Donnerstag passierte, was viele Marktbeobachter vorhergesagt hatten: Auch BMW wurde in den Dieseldreck-Skandal hineingezogen. Das Qualitätsblatt „Auto Bild“ berichtete, dass auch beim Münchener Konzern Abgaswerte manipuliert worden seien. Die Folge: BMW-Anteilscheine wurden brutal ausgebremst und beendeten den Handelstag mit einem Abschlag von 5,2 % als schlechtester DAX-Wert. Der Leitindex verlor immerhin 1,9% auf 9.462 Zähler.

Ein versöhnlicher Wochenausklang deutete sich bereits im frühen Freitagshandel an, nachdem die Redaktion von „Auto Bild“ klargestellt hatte, sie habe BMW mit dem Bericht vom Vortag „keinerlei Manipulationsabsichten“ unterstellen wollen. BMW-Papiere gewannen bis zum Mittag rund 5 %. Auch VW-Anteilscheine und Daimler-Aktien konnten sich erholen.

Wie geht es weiter?

Am Montag (28.09.) lassen uns die deutschen Statistiker und Unternehmen in Ruhe ausschlafen: Es sind keine Veröffentlichungen von volkswirtschaftlichen Kennzahlen oder Geschäftsergebnissen angekündigt. Aus den USA erreichen uns Zahlen zu den privaten Einkommen und Ausgaben im August.

Am Dienstag (29.09.) werden wir über die Entwicklung der deutschen Verbraucherpreise im September informiert. Die US-Statistiker geben Zahlen zum Verbrauchervertrauen im neunten Monat bekannt.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool ein angenehmes Wochenende!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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