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Wendet sich jetzt das Blatt für BP und Royal Dutch Shell?

Foto: Wikimedia Commons

Du magst dich vielleicht fragen, wie lange es mit dem Rohstoffsektor noch so weiter geht. Irgendwann muss das doch ein Ende haben. Naja, es könnte sein, dass sich das Blatt bald wendet für die FTSE-Schwergewichte BP (WKN:850517) und Royal Dutch Shell (WKN:A0D94M).

Momentan steht für die beiden ja alles auf Messers Schneide. Sie werden beide beträchtlich niedriger gehandelt als noch vor fünf Jahren und sind in den letzten 12 Monaten, während es mit dem Ölpreis steil abwärts ging, um 30% (BP) und um 35% (Shell) gefallen.

So ein komisches Gefühl

Die Aktionäre könnten aber noch mehr zu leiden haben, falls der Ölpreis noch weiter fallen sollte. Goldman Sachs hat seine Prognose für die Sorte Brent für 2016 von 62 USD auf 49,50 USD pro Barrel gesenkt und eine Warnung ausgegeben, der Preis könnte sogar bis auf 20 USD abrutschen, sollte die Nachfrage weiter sinken. Dann würden sich BP und Shell auf sehr dünnem Eis bewegen und könnten auch gezwungen sein, ihre Dividendenzahlungen einstellen zu müssen.

Gleichzeitig hat Goldman Sachs aber auch BP hochgestuft, von “verkaufen” auf “neutral”. Sie sehen, dass billiges Öl eine Herausforderung für BP ist, aber sie behaupten auch, dass ein weiterhin niedriger Ölpreis es BP erlauben würde “mehr Werte aus seinen Dienstleistungen zu gewinnen und die Kosten in den vorgeschalteten Betriebszweigen zu senken”. Das ist einer der Vorteile einer vertikal integrierten Ölfirma.

Aber der Hauptgrund für die Hochstufung scheint der günstige Aktienkurs von BP zu sein, da man dem FTSE World Europe seit der Herabstufung am 16. Mai um 15% hinterherläuft. Shell ist auch billig mit einer Bewertung von gerade einmal dem 8fachen seiner Gewinne und beide bieten sagenhafte Dividenden. BP wirft momentan 7,35% ab, während es bei Shell 7,24% sind.

So oder so…

Irgendwann wird sich das Blatt wenden und das könnte sehr plötzlich passieren. Der letzte Woche veröffentlichte Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) legte nahe, dass Saudi Arabien den Preiskrieg gegen die US Schieferölproduktion gewinnen würde und dass die Nicht-OPEC-Ölförderung im nächsten Jahr um eine halbe Million Barrel auf 57,7 Millionen Barrel pro Tag fallen werde. Sobald man sich des Sieges sicher sei, könnten die Saudis die Zapfhähne wieder zumachen. Riyads Gewinnschwelle liegt bei 90 USD pro Barrel und häuft gerade ein dickes Defizit an, um seine ausufernden Sozialausgaben zu decken, um Unruhen im Land zu vermeiden.

Das kleinste Gerücht, die Saudis könnten die Produktion verringern, würde den Ölpreis wieder nach oben schießen lassen, wobei BP und Shell in diesem Aufwärtsstrudel mitgesogen würden. Aber es könnte auch ganz anders kommen. Die riskante Schieferölförderung wird nicht das einzige Opfer des billigen Öls sein, das teure Nordseeöl steht noch schlechter da, was das Angebot auch weiter eingrenzen könnte.

Im besten Fall

Die Experten der IEA erwarten, dass der weltweite Ölbedarf in diesem Jahr ein Fünfjahreshoch von 1,7 Milliarden Barrel pro Tag erreichen wird. Die Lagerbestände der USA gehen zurück. China wird wahrscheinlich auf die Schwäche am Aktienmarkt mit weiteren Stimuluspaketen antworten, um das Wachstum zumindest zeitweise anzukurbeln. Die Republikaner im amerikanischen Kongress könnten Obamas Abkommen mit dem Iran immer noch schachmatt setzen und damit dem Nachschub den Hahn abdrehen. Sollte sich die Federal Reserve in diesem Herbst kompromissbereit zeigen und der Dollar würde sich etwas abschwächen, könnte der Ölpreis steigen.

Irgendwann wird das Blatt sich wahrscheinlich zugunsten eines höheren Ölpreises wenden. Es ist immer noch schwarzes Gold, das Lebenselixier der Weltwirtschaft. Bei den momentanen Tiefpreisen könnte man als Investor von BP und Shell hier mit den Gezeiten spielen. Es mag vielleicht gerade Ebbe sein, aber danach kommt auch wieder irgendwann die Flut.

Die beiden bieten sagenhafte Dividenden. Die Sorge besteht nur, dass diese nicht mehr lange tragbar sein könnten.

Aber es gibt ja auch noch andere gute Dividendenaktien im FTSE 100 mit sichereren Renditen und mit mehr Preisstabilität, wenn du weißt, wo du suchen musst.

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Dieser Artikel wurde Harvey Jones von auf Englisch verfasst und wurde am 14.09.2015 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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