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3 Gründe, weshalb Netflix es Amazon mit seinem neuen Offline-Modus nicht nachmacht

Quelle: Netflix

Netflix (WKN:552484) ist der unangefochtene Champion der Streaming-Dienste, aber Amazon.com (WKN:906866) ist dem Unternehmen letzte Woche mit seinem Offline-Streaming zuvorgekommen.

Einer der größten Wünsche der Netflix-Kunden – die Möglichkeit, TV-Serien und Filme auch offline anschauen zu können – hat Amazon letzte Woche wahr werden lassen. Der führende Online-Händler hat sein Angebot mit einer Offline-Funktion ausgeweitet. Nun können Videos auf Android und iOS Smartphones, den Geräte, die in verbindungsschwachen Gegenden am meisten auf vorab heruntergeladene Inhalte angewiesen sind, gezogen werden. Amazon hatte keine Probleme damit, Netflix in seiner Pressemitteilung zu Vergleichszwecken auch namentlich herauszugreifen.

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„Amazon-Video ist der einzige Online-Abonnement-Video-Streamingdienst, der den Download von Videos ermöglicht. Dies bedeutet, dass Prime-Mitglieder Filme und TV-Serien – im Gegensatz zu anderen Streaming-Diensten wie Netflix – im Rahmen ihrer Mitgliedschaft auch genießen können, wenn ihnen keine Internetverbindung zur Verfügung steht“, heißt es in der Mitteilung.

Amazon wirft den Fehdehandschuh hin, aber das bedeutet nicht, dass Netflix diesen auch aufheben wird – zumindest noch nicht. Schauen wir uns doch die Gründe an, weshalb Netflix dieses Thema ganz gemütlich angeht.

1. Das „Paradoxon der Wahlmöglichkeiten“

Eines der klarsten Anzeichen dafür, dass Netflix nicht den gleichen Schritt gehen wird wie Amazon, findet man in einem Interview mit Chief Product Officer Neil Hunt, der nach Amazons Ankündigung auf einer Messe in Berlin mit Gizmodo UK sprach.

Er war von Amazons Schritt nicht beeindruckt und versuchte damit ganz bestimmt nicht, ein gewisses Gefühl von Neid zu verbergen. Er glaubt, dass die Funktion, Inhalte herunterzuladen, zur Komplexität der Plattform beiträgt. Nutzer verlangen zwar eine Offline-Funktion, werden sie diese aber auch wirklich nutzen? Hier kommt das „Paradoxon der Wahlmöglichkeiten“ ins Spiel. Netflix hat gelernt, dass das Erfolgsrezept darin liegt, Dinge simpel zu halten.

Hunt bezieht sich dabei auf einen Wunsch der Kunden, im Rahmen des 5-Sterne-Berwertungsystems auch halbe Sterne vergeben zu können. Netflix entschied sich, dies auszuprobieren, stellte dann aber fest, dass die graphische Fähigkeit, Bewertungen in Halbsternschritten durchführen zu können, die Anzahl der abgegeben Bewertungen um 11 % senkte.

2. Mit der Zeit sinkt der Bedarf nach Online-Streaming

Natürlich klingt es zunächst nur logisch, einen Offline-Modus einzuführen. Wieso sollte man sich nicht für einen Langstreckenflug eine ganze Staffel seiner Lieblingsserie herunterladen? Wenn man täglich mit dem Bus zur Arbeit fährt oder mit den Kindern auf Reisen ist, ist es natürlich besser, auf digitale Inhalte jederzeit auch offline zugreifen zu können.

Jedoch wird die Internetabdeckung immer besser. Heutzutage verfügen die meisten Flugzeuge über WLAN. Das Gleiche gilt für den Nah- und Fernverkehr. Der Großteil der Smartphones ist in der Lage, eine Internetverbindung über einen mobilen Hotspot für Tablets und andere Geräte, denen es an Konnektivität mangelt, zu teilen. Es wäre großartig, etwas zu streamen, auch wenn einmal keine Internetverbindung vorhanden ist, aber diese seltenen Momente sind es vielleicht nicht wert, Netflix komplexer zu machen.

3. Netflix folgt Amazon nicht

Amazon bietet stückchenweise neue Filme und aktuelle TV-Serien, die bei Netflix nicht angeboten werden, zum Verleih an. Es wird oftmals vermutet, dass sich dieser Ansatz bei Netflix als Goldgrube entpuppen würde. Wenn das Unternehmen beginnen würde – wie Amazon es bereits macht – digitale Versionen seiner Filme und Serien, die nicht auf Netflix’ webbasierten Sammelsurium verfügbar sind, anzubieten, würde dies dann nicht viel mehr Geld in die Kassen spülen?

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch die Frage, ob Netflix heute genauso viele Abonnenten hätte (weltweit 65,5 Mio.), wenn der Videodienst ein Allesanbieter wäre. Einen Verleih und Verkauf von Videos und Videospielen anzubieten, war nicht gerade ein Kassenschlager und hat Amazon nicht geholfen, den wachsenden Rückstand zu Netflix einzuholen.

Netflix will sein Angebot so einfach wie möglich halten. Der oft verspottete Qwikster-Schritt – die Trennung des DVD und Streaming-Angebots – wird heute immer noch von vielen als einer von Netflix’ seltenen Fehlgriffen betrachtet. Aber hat sich dadurch wirklich so viel verändert? Netflix fokussiert alles auf seiner Webseite auf den Streaming-Dienst. Qwikster lebt immer noch – es wird lediglich unter einem anderen Mantel als dvd.netflix.com-Subdomain betrieben.

Netflix weiß, was es tut und in seiner Unternehmensgeschichte hat sich Netflix stets zu helfen gewusst; auch in schwierigen Zeiten. Es war Amazon, das Netflix 2011 zu einer digitalen Datenbank gefolgt ist, nachdem Netflix bewiesen hat, dass diese Idee rentabel ist. Netflix folgt Netflix; und sollte das Unternehmen jemals eine Offline-Funktion anbieten, so wird dies einzig und allein aus eigenem Antrieb passieren.

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Dieser Artikel wurde von Rick Munarriz auf Englisch verfasst und am 08.09.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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