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Deutsche Bank Aktie: Soll man jetzt diese weltberühmte Bank kaufen?

Foto: Deutsche Bank

Die Deutsche Bank (WKN:514000) ist die größte Bank in Deutschland und eine Konstante in der globalen Finanzwelt. Wie viele ihrer Großbankenbrüder auf der ganzen Welt musste sie durch schwere Zeiten gehen und die Aktie wird nun zu einem Preis gehandelt, der wie ein großer Rabatt aussieht.

Was sollten Investoren nun mit der Aktie machen? Im Folgenden gebe ich dir einen sehr überzeugenden Grund, die Aktie jetzt zu kaufen (Tipp: Ich habe den Grund bereits genannt.) Allerdings teile ich mit dir auch, warum sich Investoren von dem Bankenriesen fernhalten sollten.

Aber lass uns zuerst überlegen, was die Deutsche Bank zu der deutschen Bank macht.

Ein DAX-Urgestein

Diesen Monat bietet Fool.de eine neue tägliche Serie über Dax-Aktien, in der alle 30 DAX-Unternehmen angesprochen werden sollen. In dieser Serie wollen wir dir helfen, die 30 DAX-Unternehmen besser zu verstehen.

Viele von uns kennen die Deutsche Bank, jedenfalls zu einem gewissen Grad, aufgrund der Filialen in Deutschland und der ganzen Welt.

Aus Sicht eines Investors hilft beim Verständnis ein Vergleich mit dem heimischen Erzrivalen Commerzbank (WKN:CBK100). Hier sind drei Schlüsselpunkte, in denen sich die Deutsche Bank unterscheidet.

  1. Größe: Die Deutsche Bank ist nicht nur ein kleines bisschen größer als die Commerzbank, sie ist viel größer. Laut S&P Capital IQ lag der Umsatz der letzten zwölf Monate bei 34,6 Milliarden Euro. Damit ist er vier Mal so groß wie der der Commerzbank. Diese Größe kann es schwer machen, eine Bank zu steuern, aber es kann auch zu Größendegressionseffekten führen und die Zusammenarbeit mit multinationalen Unternehmen ermöglichen.
  2. Geschäftsmix: Die Commerzbank konzentriert sich hauptsächlich auf private Kunden und den berühmten Mittelstand. Zwar hat die Bank eine Corporate & Markt-Abteilung, jedoch spielt diese eher eine unterstützende Rolle. Bei der Deutschen Bank ist die Sparte Corporate Banking und Wertpapiere deutlich größer als andere Sparten. Daher hat sie auch großen Einfluss auf den Gewinn. Dieser Arm der Bank ist eine globale Größe, die mit Goldman Sachs (WKN:920332) und Citigroup (WKN:A1H92V) um die größten Deals kämpft.
  3. Geografischer Mix: Sowohl die Deutsche Bank als auch Commerzbank sind deutsche Banken, ohne Zweifel. Aber bei der Commerzbank kommt mehr als die Hälfte des Umsatzes aus Deutschland und fast der gesamte Rest aus Europa. Die Deutsche Bank erwirtschaftet nur ein Drittel ihres Umsatzes in Deutschland. Der zweitgrößte Markt der Deutschen Bank ist Nordamerika und darin hauptsächlich die USA. Außerdem kommen noch beträchtliche Teile aus Großbritannien und Asien.

Obwohl es leicht ist, die Deutsche Bank und Commerzbank in die gleiche Schublade der großen deutschen Banken zu stecken, ist das Geschäft doch ziemlich unterschiedlich. Die gegenwärtige Situation für jede der beiden Banken ist ebenfalls unterschiedlich. Die Commerzbank ist dabei, ihr Kerngeschäft zu vereinfachen und zu stärken. Die Deutsche Bank hingegen hat gerade ihr Managementteam entlassen und scheint sich noch nicht sicher zu sein, wohin die Reise gehen soll.

Darum könnte die Deutsche Bank eine großartige Investitionsgelegenheit sein

Trotz des Umbruchs und der Unsicherheit bei der Deutschen Bank gibt es einen sehr verlockenden Grund, die Aktie heute zu kaufen: die Bewertung. Banken werden von Investoren üblicherweise mit dem Kurs zu Buchwert-Verhältnis (KBV) bewertet. Am 7. September hatte die Deutsche Bank ein KBV von nur 0,47. Da ein KBV von kleiner eins im Allgemeinen als billig angesehen wird, schein dies ein gutes Schnäppchen zu sein.

Allerdings müssen wir davon überzeugt sein, dass die Deutsche Bank auch wirklich mehr wert ist als ein KBV von 0,47.

Ich denke, es gibt gute Gründe, warum dies der Fall ist. Die Bank ist ein Riese und weltweit vertreten. Obwohl diese Art von Banken während der Finanzkrise keinen guten Ruf hatte, gibt es einen Wettbewerbsvorteil, so groß zu sein.

Hinzu kommt, dass sich der weltweite Bankenmarkt in großen, langen Zyklen bewegt. Vor der Finanzkrise 2008/09 konnten die Banken eine lange Aufwärtsphase genießen. In den Jahren darauf war die Situation für Banken recht schlecht – besonders für jene in Europa. Ich bin nicht dumm genug, um eine genaue Länge dieser Zyklen festzulegen. Daher sage ich auch nicht, dass sich die Situation bald wieder verbessern wird, aber Bankinvestoren sind deutlich besser dran, in einer Schwächephase des Zyklusses zu kaufen als in einer Hochphase.

Oder… vielleicht solltest du die Finger davon lassen

Wie ich bereits oben geschrieben hatte, ist die niedrige Bewertung der Deutschen Bank nur dann ein guter Kauf, wenn du eine wirklich gute Bank kaufst, die in Zukunft an Wert gewinnt. Wenn die Bank weiterhin zu kämpfen hat, ist selbst eine niedrige Bewertung für Investoren sinnlos. Es ist wichtig zu wissen, dass es Opportunitätskosten bei der Investition in die Deutsche Bank gibt. Du könntest dein Geld nämlich auch anderswo anlegen.

Für die Deutsche Bank gibt es in Zukunft noch viele Hürden. Diese reichen vom Finden eines neuen Managements, dem Kürzen von Kosten bis hin zum Zurechtfinden in Rechtsstreits und einer klaren Strategie, mit der sich die Bank von anderen unterscheidet. Leider ist es nicht klar, ob die Bank dabei erfolgreich sein wird.

Was ein Fool daraus lernt

Ich besitze keine Aktien der Deutschen Bank und sie steht auch nicht auf meiner Liste. Letztes Jahr war ich ihr gegenüber noch deutlich positiver eingestellt, aber der mangelnde Fortschritt und die fehlende klare Strategie haben mein Interesse deutlich abgekühlt. Sollte die Bank in Zukunft erfolgreich dabei sein, sich zusammenzureißen, könnte ich deutlich interessierter daran sein, sie zu kaufen.

Im Moment wäre die Deutsche Bank nur dann interessant für mich, wenn ich einen Korb billiger Banken auf der ganzen Welt kaufen würde, um den langfristigen Bankenzyklus auszunutzen.

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Matt Koppenheffer besitzt Aktien von Goldman Sachs. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien

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