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Warum ich der Versuchung widerstehe BP-Aktien zu kaufen

Foto: Mike Mozart. Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Ich habe schon früher Aktien von BP (WKN 850817) besessen. Aber trotz der aktuellen Kursverluste werden ich jetzt keine neuen kaufen.

Mehrere Probleme

Bei BP gibt es derzeit sehr viel zu beachten. Aber wie du sehen wirst, steht eine Sache über allem anderen, wenn es darum geht eine Kaufentscheidung zu treffen.

Die Lektüre des zweiten Quartalsberichts gibt einen Vorgeschmack auf das, was BP gerade auf der Agenda hat. Das Unternehmen hat mit tiefen Öl- und Gaspreisen zu kämpfen, den Verlusten in Libyen, geringeren Einkünften aus der Investition in die russische Firma Rosneft, die Aussicht auf härtere Sanktionen gegen Rosneft, die zu noch geringeren Einnahmen führen könnten, weitere Schadensersatzzahlungen für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, Veräußerungen zur Umstrukturierungen des Unternehmens für geringere Ölpreise…

Ein niedriger Ölpreis verbessert normalerweise die Einkünfte aus BP’s nachgelagertem Raffineriegeschäft, doch in der ersten Jahreshälfte konnten diese die Verluste aus anderen Geschäftsbereichen nicht wettmachen.

Ist das ein zyklisches Tief oder ein dauerhaftes?

BP arbeitet gerade mit Hochdruck daran, seine Kosten zu reduzieren, um auch einen längeren Zeitraum mit niedrigen Ölpreisen überstehen zu können. Ein Veräußerungsprogramm und andere Maßnahmen könnten dabei hilfreich sein.

BP selbst erwähnte zu keinem Zeitpunkt, ob solche Marktbedingungen nur zeitweilig sein könnten, aber viele scheinen davon auszugehen, die Ölpreise würden wieder zu alter Stärke zurückfinden. Dazu zählen auch die Investoren, die BP’s Kurs-Gewinn-Verhältnis auf einem hohen Niveau halten. Doch selbst wenn der Ölpreis sich erholen sollte, könnte BP’s Veräußerungsprogramm in Zukunft das Gewinnpotenzial vermindern.

Beim heutigen Kurs von 351 Pence liegt das künftige Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei fast 12 für das kommende Jahr. Für ein zyklisches Unternehmen wie BP ist das solange ok, wie man auch zyklische Gewinne einfährt. Das KGV erlaubt eine Rückkehr zu den höheren Gewinnen im nächsten Aufwärtszyklus. Aber was passiert, wenn der Ölpreis auf diesem Niveau bleibt oder mittel- bis langfristig sogar noch fällt? Wenn das passiert, ist das KGV von BP zu hoch und sollte eigentlich bei 8 liegen. Das wäre genau richtig in dieser fortgeschrittenen Phase eines Rohstoffzyklus wie jetzt.

Wenn wir uns die historische Entwicklung des Ölpreises ansehen, scheint ein Ölpreis auf diesem niedrigen Niveau für die nächsten Jahre leicht vorstellbar. Starke Preisanstiege in den letzten Jahren erscheinen wie Blasen in den langfristigen Darstellungen. Wir erleben gerade eine Überversorgung mit dem schwarzen Gold, die das Ergebnis der Gleichung um Angebot und Nachfrage auf Jahrzehnte hin beeinflussen könnte.

Was ist mit der Dividende?

BP’s künftige Dividende von 7,5% sieht auf den ersten Blick sehr verführerisch aus. Laut Schätzungen der Londoner Analysten decken die künftigen Gewinne für 2016 nur eine einmalige Dividendenausschüttung. Ich würde diese Dividende als unsicher einstufen. Falls der Ölpreis weiter fallen sollte, und mit ihm die Gewinne, könnte dem auch die Dividende zum Opfer fallen. Sollte sie dann nicht komplett gestrichen werden, könnte sie dennoch stark reduziert werden.

Mein größtes Problem mit BP ist die Überbewertung. Für mich sieht es so aus, als wäre BP für eine zyklische Erholung bewertet, die möglicherweise nicht kommen wird. Sollte sich der Ölpreis nicht erholen, glaube ich, dass der Kurs auf ein realistischeres KGV-Niveau fallen könnte. Gleichzeitig könnte der Aufsichtsrat die Dividende kürzen, um Barmittel zu sparen.

Wie geht’s jetzt weiter?

In BP zu investieren erscheint mir wie eine 50:50-Chance. Es könnte so oder so kommen. Ich würde eher in Unternehmen mit weniger zyklischen Märkten und weniger Abhängigkeit vom Verkauf von Rohstoffen investieren.

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Motley Fool UK besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Kevin Godbold auf Englisch verfasst und wurde am 03.09.2015 auf Fool.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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