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Kann Apple von Netflix lernen?

Quelle: Apple

Schon seit einiger Zeit schwirren Gerüchte über Apples (WKN:865985) Streaming Service herum, aber jüngste Erkenntnisse haben noch einmal Öl ins Feuer gegossen. Der Service sollte eigentlich herkömmlichen Kabelanbietern Dampf machen, wurde ursprünglich mit SlingTV von Dish verglichen. Anfangs erschien der gemunkelte Preis von 40 USD pro Monat für einen Streaming-Service zu hoch, weil es einfach nach einem „Me-Too“-Angebot aussah.

Jüngst aber schien es, dass man sich mit dem Vorhaben, ein eigenes Programm entwickeln zu wollen, an dem Branchenprimus Netflix orientiert. Ursprung der Gerüchte: Man hat beim Bieten um die Ex-Top-Gear-Stars mitgemacht, bevor man sich dann Amazon beugen musste. Aber einem neuen Bericht von Jessica Lessic von The Information zufolge orientiert sich Apple nicht nur was Inhalte angeht an Netflix, sondern auch daran, was Bepreisung und Marketing angeht.

Der erste Verkauf ist immer der schwierigste

Für Abo-Modelle gilt, dass der erste Verkauf immer der schwierigste ist, besonders, wenn es sich bei dem Angebot um Content handelt. Die meisten Unternehmen mit Abo-Modell geben viel Geld für Marketing aus, um Kunden zu locken und den Service auszuprobieren (Akquisitionskosten), in vielen Fällen kann es ein Vielfaches der anschließenden Abo-Gebühr sein.

Obwohl es vielleicht seltsam klingt, so viel Geld für Marketing auszugeben und dann so wenig Geld reinzuholen, ist es doch ganz gewöhnliches Vorgehen. Das Ziel ist es, weniger Geld in Marketing/Kundenakquise zu stecken, als der Kunde im Zeitraum seines Abos an das Unternehmen loswird. Es ist natürlich auch wichtig, bestehende Kunden zufrieden zu stellen, um Abwanderung zu vermeiden, ist es doch am schwierigsten, erst einmal Kunden zu gewinnen. Sobald man erst einmal einen Kunden gewonnen hat, weicht die erste Zahlung einem Dauerauftrag, und das Marketing nach dem Verkauf für neue (und in der Regel teurere) Angebote ist einfacher.

Lessic zufolge konnte Apple schon die ersten 10 Millionen Nutzer gewinnen. Und zwar via Apple Music. Auch wenn der Artikel angibt, dass Apple 30 Millionen Nutzer braucht, damit der Videoservice Erfolg hat, vergleicht sie doch Fans von Apple Music mit denen, die Netflix in den Anfängen als DVD-Versand die Treue gehalten haben und dann mit zum Streaming-Service gewandert sind.

Das Problem mit den 10 Millionen Nutzern

Natürlich gibt es ein Problem, wenn man die 10 Millionen Nutzer von Apple Music als positive Triebkraft für den gemunkelten Video-Service nutzen will. Derzeit sind diese Nutzer nämlich in der Trial-Phase, der erste Verkauf ist noch lange nicht getätigt. Wir können nicht wissen, welcher Prozentsatz dieser Nutzer ihr Testabo kündigen, bevor die kostenpflichtige Phase beginnt, aber man darf schon mit Kündigungen rechnen. Im Gegensatz zu Netflix, dürfte man Apples „Abonennten“ höchstens als interessiert einstufen.

Selbst wenn alle 10 Millionen mit bei Apple Music blieben, würde es schwierig werden, sie alle auch für einen Video-Streaming-Dienst zu begeistern. Wenn man von den 30 Millionen Nutzern ausgeht, die das Projekt benötigt, dann muss Apple dringend eigenen Content produzieren, um die Nutzerzahlen auf dieses ambitionierte Level zu hieven und gegen die 65 Millionen aktiven Nutzer von Netflix zu führen. Apple hat mit seinen iTunes-Accounts einen tollen Start, denn da gibt es 800 Millionen Accounts. Aber auch hier wieder die Frage: Wie viele davon kann man für Video begeistern?

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.com, Apple und Netflix. Dieser Artikel von Jamal Carnette erschien am 5.9.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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