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Die wichtigsten Punkte, die du über die Continental AG in einer Minute lernen kannst

Quelle: Continental

Im heutigen Teil unserer Artikelserie werfen wir einen Blick auf den Automobil-zulieferer Continental AG (WKN:543900). Ich halte das Unternehmen für eine gute langfristige Investmentidee — ich habe es sogar für ein mögliches Akquisitionsziel für Warren Buffett nominiert. Trotzdem gibt es auch mögliche Gründe, die Continental-Aktien zu vermeiden. Schauen wir mal heute an womit die Conti ihr Geld verdient und was die Hauptgründe für und gegen eine Investition in die Aktie sind.

Womit das Unternehmen sein Geld verdient

Das Unternehmen „Continental-Caoutchouk- & Gutta-Percha-Compagnie“ wurde 1871 in Hannover gegründet und hat sich über 100 Jahre lang nur auf Reifen fokussiert. In den 1990er Jahren begann die Firma damit, ihre Aktivitäten auszuweiten und ist inzwischen — laut eigenen Aussagen — der weltweit zweitgrößte Zulieferer der Automobilindustrie mit einem Umsatz von 34,5 Milliarden Euro, einem Gewinn von 2,4 Milliarden Euro und einer Eigenkapitalrendite von 21,5 %.

Die Aktivitäten der Firma sind in zwei Gruppen unterteilt: Automotive und Rubber. In der Automotive Gruppe gibt es drei Segmente.

  • Chassis & Safety konzentriert sich auf Sicherheitstechnologien und Fahrdynamik;
  • Powertrainarbeitet daran, Fahrzeuge effizienter, umweltschonender und leistungsfähiger zu machen und
  • Interiorarbeitet an IT-Konzepten und -Lösungen.

In der Rubber Gruppe bietet das Reifen Segment — wie der Name schon verrät — Reifen für nahezu jeden Einsatz und ContiTech spezialisiert sich auf Hightech-Produkte aus Kautschuk und Kunststoff für unterschiedliche Industrien.

In der folgenden Grafik siehst du, wie all diese Segmenten zum Umsatz und zur Profitabilität beitragen.

Conti sales-EBITDA split

Quelle: Unternehmenspräsentationen; 2014 Werte; EBITDA= Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen

Wie die Grafik zeigt ist das Reifen-Segment nicht nur das älteste, sondern auch das größte und profitabelste Segment des Unternehmens. Wäre Continental aber nur ein reiner Reifenhersteller, würde ich die Firma viel weniger interessant finden.

Was für das Unternehmen spricht: Fokus auf Zukunftsthemen

Zum Glück macht das Unternehmen viel mehr als nur Reifen. Continental hat 2014 mehr als 2,1 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben — und 90 % davon für  Bereiche außerhalb des Reifensegments verwendet. Ein Großteil dieser Ausgaben konzentriert sich auf Zukunftsthemen wie das vernetzte Fahrzeug, sicheres und automatisiertes Fahren und umweltschonende und kraftstoffsparende Motorentechnologien.

Sicherheit, Umwelt, intelligentes Fahren: Diese Themen sind die wichtigsten Megatrends der kommenden Jahrzehnte in der Automobilindustrie. Wenn man an die Elektrofahrzeuge von Tesla, die selbstfahrenden Autos von Google oder die neuesten Gerüchte über Apple denkt, scheint es sehr wahrscheinlich, dass die Automobilindustrie vor einer Revolution steht — und große, innovative Zulieferer wie Continental werden darin eine wichtige Rolle spielen.

Conti focus

Quelle: Unternehmenspräsentation

Was die Investition nicht ganz zu einem no-Brainer macht: Abhängigkeit von der Automobilkonjunktur

Es gibt aber eine Sache, die potenzielle Anleger nachdenklich machen könnte: Continental ist sehr abhängig von den Originalherstellern („Original Equipment Manufacturers“ oder „OEMs“). 73 % des Umsatzes — im Automotive Bereich sogar über 90% — macht Conti mit den Originalherstellern. Diese OEMs kaufen die Produkte von Continental und bauen sie in ihre Fahrzeuge ein. Da die Automobilbranche eine zyklische Industrie ist, sind die Zulieferer auch diesen Konjunkturschwankungen ausgesetzt.

Dieses Problem ist aber nicht so schlimm bei reinen Autoherstellern. Erstens haben Zulieferer durch Ersatzteile und Reparaturen eine viel stabilere Erlösquelle als die reinen Autohersteller. Während eines konjunkturellen Abschwungs kann diese Umsatzquelle den Rückgang der Neufahrzeug-Produktion teilweise ausgleichen.

Außerdem arbeitet Continental aktiv daran, diese Abhängigkeit zu reduzieren und ein ausgewogeneres Kundenportfolio aufzubauen. Die Verstärkung des Endkundengeschäfts in der Autoindustrie und die Erhöhung des Umsatzanteils mit Industriekunden sind strategische Ansätze um dieses Ziel zu erreichen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war die Akquisition von Veyance Technologies Anfang dieses Jahres: Der weltweit agierende Spezialist für die Kautschuk- und Kunststoffindustrie erzielt 90% seines 1,5 Milliarden Euro Umsatz mit Industriekunden.

Alles in allem bietet die Aktie eine gute Anlagechance

Wie alle Investitionsideen hat die Continental AG sowohl Vorteile als auch Nachteile. Ich denke aber, dass der Automobilzulieferer insgesamt mehr Chancen als Risiken bietet. Die Firma ist gut positioniert, die bevorstehende Revolution in der Autobranche zu gestalten und trifft gleichzeitig wichtige Maßnahmen um ihre Abhängigkeit von der Automobilkonjunktur zu reduzieren.  Alles in allem bietet die Conti-Aktie meiner Meinung nach eine gute Anlagechance für langfristig denkende Investoren.

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Miklos Szekely besitzt Aktien von Apple und Tesla. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple und Tesla.

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