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Google Hangouts: Warum Microsoft und Facebook sich Sorgen machen sollten

Foto: The Motley Fool

Theoretisch waren die Hangouts von Google  (WKN:A110NH) eine gute Idee.

Die kostenlosen Videochats waren für alles gut. Business Meetings, persönlichen Austausch und sogar für Webcasts. Es gab auch die Möglichkeit eines Nachrichtendienstes und die Option nur Audioanrufe zu tätigen. Es war eine gute Idee, die ein Gamechanger hätte sein können und ein direkter Angriff auf Skype von Microsoft (WKN:A1JWVX) und Lync (das inzwischen in die Business-Version von Skype integriert wurde), wie auch auf den Messenger und die Plattform WhatsApp von Facebook (WKN:870747).

Mangelhafte Durchführung hat die Hangouts jedoch ihres Potenzials beraubt. Der Zugang war nicht einfach genug und sie waren zu kompliziert, was dann natürlich den Nutzen sehr geschmälert hat.

Aber Google hat inzwischen ein paar Änderungen vorgenommen und dem Webauftritt ein neues Gesicht verpasst, nachdem bereits diesen Monat eine vereinfachte Version der Android-App für Video und Chat veröffentlicht wurde.

Was hat Google gemacht?

Sie haben die Hangouts vereinfacht und sie auf das Wesentliche beschränkt. Wie ihr unten im Bild sehen könnt, ist alles jetzt deutlich klarer.

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Quelle: Google

Dieser Ausschnitt befindet sich in der Mitte der Homepage, während sich in der linken Spalte eine Liste mit den letzten Interaktionen befindet. So wird Hangouts zu einem Produkt mit fünf Worten und drei Buttons. Keine Einarbeitung mehr erforderlich.

Das ist ein großer Sprung nach vorne, der Hangouts zu einer vernünftigen Alternative zu Skype und Skype for Business macht, zwei Dienste, denen Hangouts sehr ähnelt. Es könnte für Google auch einen Vorteil gegenüber dem Facebook Messenger und WhatsApp sein, da Hangouts mehr als nur Textnachrichten bietet.

Was hat Google damit vor?

Google hat noch keine Presseerklärung oder ein anderes öffentliches Statement dazu gegeben, aber es gab eine solche Erklärung als die neue Android-App diesen Monat herauskam. Die Kommentare machen klar, dass man bei Google jetzt verstanden hat, dass es auf die Benutzerfreundlichkeit ankommt.

Die besten Gespräche fließen einfach so dahin. Man muss kaum darüber nachdenken, was man sagen will. Mit Hangouts wollen wir unseren Nutzern helfen, im Fluß zu bleiben, egal auf welchem Gerät, ob in Texten, Gesprächen oder Videoanrufen. Daher haben wir daran gearbeitet, große Verbesserungen vorzunehmen, um Hangouts schneller, simpler und besser für’s Auge zu Machen.

Alles in der Erklärung trifft sowohl auf die App als auch auf die Homepage zu. Hangouts war früher noch eine frustrierende Erfahrung, und zwar besonders für Gelegenheits-User, die die Eigentümlichkeiten des Systems zwischendurch immer wieder vergessen hatten. Doch jetzt ist es ein Produkt, das jeder mit einem Google-Konto ohne jegliche Vorkenntnisse sofort nutzen kann.

Sollten Microsoft und Facebook sich Sorgen Machen?

Da beide Facebook-Messaging-Plattformen über 700 Millionen Nutzer haben (WhatsApp hat sogar über 800 Millionen), hat Facebook kurzfristig nichts zu fürchten. Trotzdem, immer wenn ein Unternehmen mit der globalen Reichweite wie Google in einen Markt einsteigt, in dem man selbst aktiv ist, dann ist das zumindest ein Grund zur Sorge.

Google hat seine Hangouts hier zu einer echten Alternative in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität gemacht. Hangouts hat bisher nicht die nötige Basis an Nutzern, um mit Messenger und WhatsApp zu konkurrieren, aber es gibt auch keinen Grund, warum sie diese Lücke nicht schließen könnten.

Natürlich legen Googles vergangene Fehltritte im Bereich Social Media und Messaging-Dienste nahe, dass Facebook sich schon große Fehler erlauben müsste, um hier Boden an einen Emporkömmling zu verlieren. Selbst an einen, der zu den größten digitalen Playern zählt.

Microsoft hat hier allerdings deutlich mehr zu fürchten. Das neue Hangouts ist eine direkte Konkurrenz für Skype und Skype Business und je nach User vielleicht auch einfacher zu nutzen. Das Google-Produkt mag den Hardcore-Fans nicht gefallen, ist aber dennoch eine leicht integrierbare Lösung für einen schnellen Videochat zwischen Leuten an verschiedenen Orten, die diese Technologie nicht regelmäßig nutzen.

Google hat etwas konstruiert, das Microsoft zweierlei Arten von Kunden abspenstig machen könnte: Die gelegentlichen Nutzer und solche mit niedrigen Ansprüchen. Einige davon könnten sogar auf die Idee kommen, Hangouts wäre gut genug, um auch höheren Ansprüchen gerecht zu werden und Skype for Business für zu ersetzen. Denn einfach ist gut und einfach kann auch Türen öffnen.

Die einzige Frage ist, ob die Nutzer die neuen Hangouts auch ausprobieren werden oder ob Google hier schon allen Kredit verspielt hat. Die neue Homepage und App halten, was sie versprechen und könnten Hangouts zu einer neuen Kraft im Bereich Videochats, Nachrichtendienste und Anrufe machen, falls die Nutzer einen Blick riskieren.

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Dieser Artikel wurde von Daniel Kline auf Englisch verfasst und am 22.08.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. Motley Fool empfiehlt Facebook, Google (A) und Google (C).

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