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Sollten sich Facebook und Google um diesen Trend Sorgen machen?

Foto: The Motley Fool

Bei digitalen Anzeigen stehen Facebook (WKN:A1JWVX) und Google (WKN:A110NH) – mittlerweile auch als Alphabet bekannt – meilenweit über dem Rest. Das Anzeigengeschäft war von Anfang an die treibende Kraft hinter der großartigen finanziellen Performance von Facebook und Google, und dies wird wohl auch für die Zukunft zu erwarten sein. 90% der 17,7 Milliarden USD Umsatz, die Google im letzten Quartal reingeholt hat, stammen aus dem Geschäftszweig. Bei Facebook ist man noch einmal abhängiger davon.

Facebooks zweites Quartal hat Rekorde gesetzt – zum ersten Mal konnten die begehrten 4 Milliarden USD Umsatz geknackt. Ganz wie Google beruht auch Facebooks Geschäft darauf, dass man für die rund 2 Millionen Geschäftspartner genau die richtige Person genau zur richtigen Zeit erreicht. Tatsächlich ist Facebook so gut darin, Werbekunden zu begeistern, dass ganze 95% des Umsatz im letzten Quartal von Videospots und anderem kam.

Was aber, wenn Internet-Nutzer sich für Ad-Blocker entscheiden, um die Anzeigen völlig zu umgehen? Denn das tun sie – und zwar in noch nie dagewesener Höhe. Ad-Blocker nehmen mehr und mehr Fahrt auf.

Reine Zahlen

Es ist schwierig, gute, harte Fakten über Nutzerzahlen von Ad-Blockern aufzutreiben. Allerdings sind forschungsinstitutsübergreifend ähnliche Resultate zu erkennen. Die Anzahl der Menschen, die genug von Anzeigen haben, wächst rapide.

Den Daten von PageFair zufolge gab es im Juni 2014 rund 144 Millionen Nutzer auf der ganzen Welt, die AdBlock installiert hatten. Das sind etwa 4,9% der gesamten Internetnutzer. Entscheidender aber ist, dass die Zahlen vom Juni 2014 eine Steigerung von 70% gegenüber dem Vorjahr bedeuten. Und dieser Trend geht natürlich 2015 weiter.

Im Juni dieses Jahres lag die Marke bei rund 200 Millionen AdBlockern bzw. 6% der Online-Bevölkerung. Die schlechten News für Facebook, Google und andere digitale Werbetreibende, die den Großteil ihres Umsatz in den USA machen, hören da nicht auf. eMarketer zufolge werden Anzeigenkunden in den USA dieses Jahr 59 Milliarden USD investieren, fast doppelt so viel wie im zweitplatzierten China (31 Milliarden USD). Die USA sind auch führend in der Nutzung AdBlockern, wie eine Gruppe von Forschern der Oxford University herausgefunden hat.

Im Februar dieses Jahres nutzten 41% aller Desktop-Nutzer in den USA einen AdBlocker. Demgegenüber stehen „nur“ 11% Mobilnutzung, bei Tablets sind es gar nur 7%. Insgesamt tun sich zwischen 10 und 15% aller Internetnutzer in den USA keine Werbung an, ganz gleich auf welchem Gerät. In Europa sieht es ähnlich aus, wenn auch die Zahlen nicht ganz so hoch liegen. Mit anderen Worten: besorgniserregende Zustände für Facebook und Google.

Was jetzt? Was tun?

In der Marketingcommunity – also die Leute, von denen Facebook und Google den Großteil ihres Umsatzes bekommen – macht man sich noch keine allzu großen Sorgen darüber, noch zumindest. Aber die meisten haben es schon auf dem Schirm. Ungefähr 45% der Werbeagenturen in den USA sagten, dass AdBlocker kein Problem seien, 46% meinten, dass sie „ein wenig“ Sorge hätten, für 9% sei es ein großes Problem.

Es ist natürlich noch sehr früh in der ganzen Sache – zu früh, dass Facebook und Google ihre funktionierenden Strategien hinterfragen und überdenken. Beide sollten in Zukunft weiter wachsen können. Google kann auf teure Video-Werbung via YouTube zurückgreifen, Facebook schickt Videowerbung auf die Plattform und auf Instagram ins Rennen.

Und doch sind beide Branchenführer geworden, indem sie weit über das nächste Jahr hinaus geplant haben. Googles zahlreiche Projekte beinhalten selbstfahrende Autos und Nanotechnologie, Facebook startet mit Oculus Rift in die Welt der Virtual Reality und hat noch weitere Ziele außer Gaming. Das sind Beispiele für die enorme Weitsicht beider Unternehmen. Zudem versuchen beide Konzerne, den Rest der Welt ins Internet zu holen, indem sie solargetriebene Drohnen in die Luft bringen. Allein das dürfte die zunehmende Zahl an AdBlockern in den USA und in Europa verschmerzen lassen.

Die Welt geht also nicht unter, weder für Facebook noch für Google. Und indem man sich heute schon Gedanken darüber macht, was morgen ein Problem darstellen könnte, kann man auf lange Sicht den einen oder anderen Kopfschmerz verkraften – und im Geschäft mit digitalen Anzeigen die Spreu vom Weizen trennen.

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The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Facebook und Google. Dieser Artikel von Tim Brugger erschien am 24.8.15 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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