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Mach dir nur Sorgen, wenn du dir zu sicher bist

Quelle: Flickr-User Northern Ireland Executive

Vor vier Jahren habe ich einen Artikel mit dem Titel „Gold und Aktien: Prognose und Wettbewerb“ geschrieben. Es war eine Art Antwort auf eine Studie von Gallup, die ich erstaunlich fand: auf die Frage, was denn die beste langfristige Investition wäre, sagten 35% der befragten Amerikaner Gold.

So hoch in der Gunst stand Gold noch nie. Nur 17% sagten Aktien. So tief in der Gunst standen Aktien noch nie.

Meine Prognose bestand darin, dass ich sagte, dass Aktien mehr als gewöhnlich an Beliebtheit zunehmen würden, während Gold an Beliebtheit übernormal abnehmen würde. Der Wettbewerb für die Leser bestand darin, in der Vergangenheit ein Beispiel aufzuspüren, in dem es nicht ganz genauso gelaufen wäre.

Und das ist seitdem passiert:

Quelle: von The Motley Fool zur Verfügung gestellt

 

Es gibt viele Beispiele, wo die Märkte sich entgegen der herrschenden Meinung der breiten Öffentlichkeit bewegen. Oft passiert das an Extremen, wie Aktien im Jahr 2000, Immobilien 2007 oder eben Gold 2011. Und das genaue Timing ist natürlich niemals ganz sicher. Aber wenn du versuchst rauszufinden, wohin sich der Markt als nächstes entwickelt, kann es nicht schaden, wenn man entgegen der herrschenden Meinung handelt. Vor allem, wenn die Massen sich sehr einig sind.

Kapitalismus belohnt nicht unbedingt Schwarmdenken. Manchmal kommt man damit voran, aber nicht unbedingt weit. Wenn eine große Gruppe Menschen in dieselbe Richtung latscht, führt das oft zu Enttäuschung.

Was du aus dieser Erkenntnis mitnehmen kannst? Etwas, das nichts mit Prognosen zu tun hat. Nämlich, dass gutes Investieren wehtun kann.

„Beim Investieren ist das Angenehme selten profitabel“, sagt der Investor Rob Arnott.

Die Menschen wollten 2011 nichts mit Aktien zu tun haben, weil sie gerade eine der übelsten Jahrzehnte der Geschichte durchgemacht hatten. Unsere Gehirne sind voll darauf eingestiegen – die Erinnerung an die gerade durchgemachte Krise hat uns das irrationale Gefühl gegeben, dass es immer so weiter gehen würde.

Gold stand am anderen Ende des Spektrums. Das nämlich befand sich in einem zehn Jahre anhaltenden Boom, vermittelte dadurch ein Gefühl von Stabilität und Wohlhaben.

Beides ist natürlich gefährlich. Was sich heute ungut anfühlt, kann morgen schon richtig funktionieren, und andersrum.

Es wird auch wieder eine Zeit geben, wenn Amerikaner das Vertrauen in Aktien verlieren. Ich glaube zwar, dass wir noch nicht ganz soweit sind, aber es wird passieren. Investoren werden merken, wie viel sie am Bullenmarkt verdient haben, ihre neidischen Freunde werden auch mitmachen wollen, und die Lawine der Dummheit wird sich unaufhaltsam ihren Weg bahnen.

Genau das ist vor ein paar Jahren mit Gold passiert. Und es ist unglaublich wichtig, dass wenn wir an dem Punkt angelangen – der Moment, an dem du dir supersicher bist, dass Aktien der einfachste Weg zu Wohlstand und Reichtum sind – du dich zügelst und zurückhältst, dass du ein Portfolio hast, das einen mächtigen Stoß vertragen kann.

Vor Wochen habe ich eine Gruppe Investoren gebeten, in zehn Wörtern ihre Investment-Philosophie zu umreißen. Meine war: „Mach dir nur Sorgen, wenn du dir zu sicher bist.“ Dieser Satz wäre vor ein paar Jahren für Goldfans Gold wert gewesen. Und Aktienfans wird er demnächst viel Schmerz ersparen, wenn sie unermesslichen Reichtum kritiklos herbeiträumen.

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Dieser Artikel von Morgan Housel erschien am 13.8.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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